Crowdfunding: Musikini-Band setzt auf Unterstützung ihrer Fans

Die „Illustrators“ aus Hammelburg gehen bei der Finanzierung ihrer aktuellen EP neue Wege

„Wir haben die letzten Jahre viel Zeit, Schweiß und Blut investiert, um uns diesen Traum erfüllen zu können“, sagen die „Illustrators“ über ihre neue EP. (Foto: Peter Stürzenberger)

Um ihre zweite EP „Gap the Mind“ an den Mann und an die Frau zu bringen, zählt die Musikini-Band „Illustrators“ diesmal auf die Mithilfe ihrer Fans. Auf dem Crowdfunding-Portal „startnext.com“ haben sie eine Kampagne ins Leben gerufen, um mit dem hier gesammelten Kapital das Artwork, die Pressung und den Druck ihrer CD sowie ein Video finanzieren zu können. Bis zum 23. Dezember läuft die Aktion. Als Dankeschön haben sich die Vier einiges einfallen lassen.

Viel Arbeit liegt schon hinter ihnen: Bereits im September waren Marcel Grosch, Maximilian und Lukas Fuß sowie Marius Stürzenberger im Studio. In der „Audio Lodge“ in Gaibach haben sie intensiv an ihren neuen Songs gearbeitet – und dafür auch ihre Bandkasse „geplündert“. Doch wie nun die insgesamt fünf neuen Stücke an die Öffentlichkeit bringen? Die Pressung und Gestaltung einer CD sind kostenintensiv – von weiteren Aktionen, wie etwa der Videodreh zu ihrer Single „Your fire“ ganz zu schweigen. Insgesamt 1500 Euro werden gebraucht, um die nächsten Schritte zu realisieren. Mit dem Verkauf von Merchandise-Artikeln kommt so viel Geld nicht so schnell zusammen. Das ist klar!

Unabhängig von Label und Management

Ohne Label und Management im Hintergrund haben sie bisher alles in Eigenregie organisiert und aus eigener Tasche finanziert. Das Studio und ihren Produzenten Jonas Piknias konnten sie noch bezahlen. Jetzt stoßen sie an ihre Grenzen. Die Lösung liegt für die „Illustrators“ auf der Hand: Crowdfunding. Bekannte Bands wie etwa die „Killerpilze“, „Papa Roach“ oder „Public Enemy“, die auf diesem Gebiet sogar als die Pioniere gelten, haben es in den vergangenen Jahren vorgemacht. Sie alle sicherten mittels alternativer Finanzierungsmodelle ihre Projekte unabhängig von einem Label und halfen so, das Thema „Schwarmfinanzierung“ in der Musikwirtschaft bekannter zu machen. Seit Mitte November tun dies nun auch die „Illustrators“.

Fans werden im Internet zu „Mit-Produzenten“

Das Prinzip: Die Fans werden im Internet zu „Mit-Produzenten“ und erhalten für ihre finanzielle Unterstützung oftmals ein persönliches Dankeschön. „Generell richten wir uns an alle musikbegeisterten Menschen, natürlich zuallerst an diejenigen, die uns bereits kennen und schätzen, aber natürlich auch an diejenigen, die auf uns erst im Rahmen dieses Projekts aufmerksam wurden und unser Projekt unterstützen möchten“, beschreiben die „Illustrators“ ihre Kampagnen-Zielgruppe“. „Wir sind eine noch relativ unbekannte Band, jedoch sind wir immer wieder überwältigt, wie häufig wir so tolles Feedback von den Leuten bei den Konzerten oder auch im Netz bekommen. Das treibt uns an und steigert unsere Motivation und unsere Ambitionen.“

Ihres Erachtens ist die kleine oder gern auch etwas größere Unterstützung „sinnvoll investiert“. Schließlich gehe es darum, ihre Musik, die sie mittlerweile nicht nur auf lokale Festivals wie dem „ab geht die Lutzi“, sondern tatsächlich von Berlin bis München tragen, noch bekannter zu machen und möglicherweise „tolle Auftrittsmöglichkeiten“ zu erschließen. Natürlich freuen sich die Vier darüber hinaus über viele „Likes & Shares“. Auch das helfe ihnen weiter. Denn das mache ihre Musik bekannter.

„Sollte das Projekt erfolgreich sein, investieren wir das Geld zu 100% in die CD-Produktion und alles, was damit zusammenhängt“, betonen sie den transparenten Charakter ihrer Aktion. Konkret ist das:
• das Artwork und das Design der CD (Samuel Solazzo)
• die Pressung und der Druck der CD’s (inkl. Booklet mit Songtexten)
• der digitale Vertrieb der EP
• und die Aufnahme und Produktion eines Musikvideos zur Single „Your fire“ (Kilian Lieb, Perspektief)

Seit 2013 machen die „Illustrators“ gemeinsam Musik. Nach drei Jahren Wartezeit, entstand nun die zweite EP. (Foto: Pressematerial)

Honorierung mit Herz

Die „Gegenleistung“ für eine finanzielle Unterstützung kann beim Crowdfunding übrigens ganz verschieden ausfallen. „Papa Roach“ zum Beispiel stellten für einen gewissen Betrag den Studio-Kühlschrank der Band in Aussicht. Für einen besonders dicken Geldbeutel gab es eine private Akustik-Show. Und wer dann immer noch etwas obendrauf legen konnte, dem winkte das gesamte Papa-Roach-Studio – dann allerdings ohne den Kühlschrank. Natürlich fällt die Honorierung bei den „Illustrators“ etwas kleiner aus, ist dafür aber umso herzlicher.

„Für eine kleine Unterstützung gibt es zum Beispiel die CD schon vor der offiziellen Veröffentlichung oder diverse Merchandise-Produkte“, erklärt Maximilian Fuß. Für einen etwas größeren Betrag gäbe aus von den „Illustrators“ ebenfalls ein Konzert „mit allem Drum und Dran“. Charmant ist auch der persönliche Einsatz am Herd. „Bei entsprechender Unterstützung bekochen wir die Leute mit echt fränkischen Gerichten“, stellt er augenzwinkernd in Aussicht. Schließlich ist Frontmann Marcel gelernter Koch.

Unterstützung ohne Risiko

Realisiert werden soll das Vorhaben der jungen Leute, mit hoffentlich genügend Geld, im kommenden Frühjahr. Zu hören gibt es dann „eigenständige und tanzbare Musik, die nicht 0815 ist“. „Die Mischung geht auf jeden Fall wieder deutlich vorwärts“, beschreibt Maximilian Fuß den eigenständigen Stil der Band. Indie, Funk, Elektro, Up-Tempo-Nummern und natürlich Rock spielen für sie eine wesentliche Rolle.

„Sollte das Fundingziel nicht erreicht werden, ist die Teilnahme an der Kampagne dennoch ohne Risiko“, stellt der junge Musiker klar. Das Geld fließt zunächst auf eine Art Treuhandkonto. „Der Betrag wird dann am Ende der Kampagne einfach nicht abgebucht.“

Zu finden ist die Kampagne hier:
Startnext Illustrators

Alle Infos zu den Illustrators findet hier:
Homepage
Soundcloud
Facebook

Text: Nicole Oppelt

„Elephant’s Foot“ gewinnen local heroes-Bundesfinale 2017

(Elephant’s Foot // Fotograf: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Die Band „Elephant’s Foot“ aus Sachsen-Anhalt entschied das diesjährige Bundesfinale des Bandcontests local heroes für sich. Mit ihrer Mischung aus 70s Hardrock, Blues und Funk gewann das Trio nicht nur den Jurypreis, sondern auch den 2. Platz im Publikumsvotum sowie die meisten Publikumszweitstimmen. Darüber hinaus wurde Drummer Fabian Witter als bester Instrumentalist ausgezeichnet.

Für die „local heroes“-Finalisten Thomas, Martin und Fabian von „Elephant’s Foot“ wurde es beim Bundesfinale mit der Startnummer fünf ernst – sie zogen für Sachsen-Anhalt ins Rennen um den Titel „Beste Newcomerband“.

Überzeugten mit 70s Hardrock, Funk und Blues: „Elephant’s Foot“ aus Sachsen-Anhalt sind Deutschlands beste Newcomer-Band 2017. (Fotograf: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

„Die Leidenschaft muss spürbar werden“, hat das Trio dem „local heroes“-Team im Vorfeld als wichtigstes Bewertungskriterium genannt. Das Publikum attestierte ihnen schon nach wenigen Minuten: „Die wissen genau, was sie da oben tun!“ In Windeseile hatte sich der große Saal nach der Umbaupause wieder gefüllt. Und dort legten „Elephant’s Foot“ ein rhythmisches, mehrstimmiges Brett nach dem anderen hin. „Es macht mega Freude, mit so vielen großartigen Bands auf der Bühne zu stehen“, waren sie sich einig. Dieses Kompliment gab das anwesende Publikum sichtlich nur allzu gern zurück, denn: Elephant’s Foot brachten den 70s Vintage Funk-Rock nach Salzwedel.

Erst seit letztem Sommer bastelten Thomas und Martin an eigenen Songideen. Ihren dritten Mann fanden sie schließlich über eine Anzeige. Ein echter Glücksfall, wie sie heute sagen: „Einer der schönsten Momente war wohl, gemeinsam zu spielen und dabei festzustellen, Leute gefunden zu haben, mit denen es nur weniger Worte bedarf, um sich musikalisch zu verständigen.“ Vor gut einem Jahr wurde es dann konkreter. Im Dezember kam die Überlegung auf, beim SWM Talent-Verstärker mitzuspielen. „Für die Bewerbung brauchten wir einen Namen und somit war Elephant’s Foot geboren.“ Die vergangenen Monate entwickelten sich für das Trio „unverhofft und schnell“, wie sie selbst gestehen.

Während des Interviews mit Pop10 & Yagaloo wurde für die Fans Pizza gebacken. (Fotograf: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Fans und Fachpublikum sind jedenfalls begeistert von ihrer besonderen Mixtur aus 70s Hardrock, Blues und Funk, die selbstbewusst mit Einflüssen aus den 90ern wie Pearl Jam und Soundgarden kombiniert wird. „Die Songs müssen in sich stimmig und rund sein. In der Praxis sind unsere Lieder dadurch selten kürzer als 5 Minuten. Es ist uns wichtig, die Ideen als dynamisches Gesamtkonzept zu arrangieren und nicht einfach verschiedene Teile aneinander zu hängen“, erklären sie ihr Songwriting-Konzept.

Stephan Michme, Moderator bei MDR Sachsen-Anhalt und Jurymitglied beim SWM Talentverstärker beschrieb die daraus entstandene Musik wie folgt: „Bämm, Crash, Boom, Wah und kompromisslos trocken in die Fresse! Irgendwo zwischen Siebzigern, Grunge und Postretrodingsbumms… egal wie irgendwer das nennt. Komposition, Gesang, Instrumentenperformance alles tiptop. Und das war nach 20 Sekunden jedem im Saal klar.“

Unplugged auf der Pop10 & Yagaloo-Bühne im Foyer. (Fotograf: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Trotz aller Lobeshymnen auch vor ihrer Teilnahme beim Bundesfinale zeigen sich die drei Musiker nach ihrem Sieg perplex: „Wir haben es nicht so richtig auf dem Schirm, was hier gerade abgelaufen ist“, so die Band unisono. Schon der Sieg beim Landesfinale Sachsen-Anhalt habe sie völlig überrascht. Auch hier seien sie mit einem anderen Favoriten angereist. Nach den Siegern von 2001, der Band „3viertelelf“, sind „Elephant’s Foot“ nun die zweiten Acts in der Geschichte von local heroes, die den Sieg für Sachsen-Anhalt einheimsen.

Den Newcomer-Bandcontest haben die Drei übrigens als sehr professionell empfunden. Auch der Umgang mit den Bands und untereinander sei sehr angenehm gewesen. Und neben den Auftritten auch noch ein Workshop-Angebot wahrnehmen zu können, sei ohnehin eine „super Sache“. Eine Plattform wie diese „schadet bestimmt nicht“, schmunzeln sie. Dennoch bleibe ihrer Meinung nach noch viel zu tun. „Eine stärkere finanzielle Förderung von Live-Clubs und Probemöglichkeiten in größeren Städten wäre wünschenswert. Viele Proberäume werden oftmals zu viel zu teuren Mieten angeboten oder haben ungünstige Probezeiten, da z. B. noch Büroräumlichkeiten im Haus vertreten sind.“

Elephant’s Foot waren die Sieger des Abends. Sie sind nicht nur die „local heroes 2017“, sondern wurden auch noch Zweitstimmensieger, belegten den 2. Platz beim Publikum und Drummer Fabian Witter wurde zum besten Instrumentalisten gekürt. (Fotograf: Sascha Schröder / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Für die Zukunft gibt es große Pläne: „Wir alle haben zwar auch noch Nebentätigkeiten, wie Studium und Arbeit, denen wir noch nachgehen, aber eigentlich ist von der und für die Musik zu leben unser großes Ziel.“ Im Moment sei aber erst einmal ein Musikvideo in Arbeit, das Ende des Jahres fertig sein sollte. Auch würden sie demnächst noch ein paar Songs aufnehmen, um eine kleine EP fertig zu machen. „Von dem Video und den Aufnahmen erhoffen wir uns, dass sie uns helfen, mehr Gigs zu organisieren und interessante Locations zu bespielen.“

Text: Nicole Oppelt/Lina Burghausen

„Fréros“ gewinnen Publikumspreis im local heroes-Bundesfinale 2017

(Fréros // Fotograf: Sascha Schröder / Aktion Musik • local heroes e.V.)

„Fréros“ heißt die Band, die Niedersachsen im Bundesfinale des Newcomer-Contests local heroes 2017 am vergangenen Samstag, 11. November, vertreten und mit dem Publikumspreis nach Hause fahren durfte. Freuen dürfen sich die Oldenburger nicht nur über den Titel, sondern auch über einen Einkaufsgutschein im Wert von 800,- für Equipment von IMG STAGELINE sowie einen Album- und einen Single-Release gestiftet von recordJet.

Mit der letzten Startnummer dreizehn wurde es für Pierre, Alex, Nikolaus, Rodney, Filip und Henrik ernst. Seit Januar 2016 gibt es ihre Band, die „keine Grenzen und Einschränkungen kennt“ und sich munter zwischen Dub, Reggae, Ska, African, World, Brass, Electronic, Trance, Fuzz, Stoner, Hardcore, Indie, Disco und Drum and Bass bewegt ohne dabei „den Flow“ zu verlieren. Hauptsache tanzbar!

Musik, die Grenzen einreißt und zum Tanzen bewegt: „Fréros“ gingen bei local heroes für Niedersachsen ins Rennen und hatten das Publikum auf ihrer Seite. (Fréros // Fotograf: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Unter dieser Prämisse gestaltete die sechsköpfige Crew auch ihren Auftritt im Salzwedeler Kulturhaus. Und das Publikum, es tanzte ausgelassen durch die abwechslungsreiche 20-minütige Show. Dabei zeigten sich Fréros als eingespieltes Team auf der Bühne, ein harmonischer Mix aus unterschiedlichen Charaktären.

„Uns ist es wichtig, Grenzen einzureißen und nicht die Radioklischees zu bedienen. Ob ein Song mal acht Minuten lang ist, stört uns nicht. Das Thema mit dem Grenzen einreißen soll sich in vielen Aspekten von Fréros widerspiegeln.“ Schon im Landesfinale in Hannover erlebte das Publikum par excellence, was sie damit meinen: Gesungen wurde auf vier verschiedenen Sprachen, „womit sie ihre Musik selbst zum Sinnbild der Verständigung zwischen den Kulturen machen.“

Während des Interviews mit Pop10 & Yagaloo wurde für die Fans Pizza gebacken. (Fotograf: Sascha Schröder / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Viel haben sie in ihrer noch kurzen Historie miteinander erlebt. Zwischen unaufgeregter Straßenmusik in Berlin, bis hin zu unerwarteten Festivalgigs mit unkonventionellem Ausgang, war schon einiges dabei. Local heroes gegenüber waren sie anfangs skeptisch. Aber: „Der Wettbewerb hat uns positiv überrascht, wir haben neue Gigs an Land gezogen und tolle Preise gewonnen, wie kann man sich da beschweren?“, so ihr Fazit schon vor dem Bundesfinale. Und auch das Team der LAG Rock in Niedersachsen e.V. sei in Sachen Support „der Hammer“ gewesen. Vorbereitet hatte sich das sechsköpfige „Orchester“ intensiv. „Gerade das Videomaterial gibt uns tolle Möglichkeiten, die eigene Bühnenpräsenz zu erweitern.“ Ebenfalls auf dem Programm stand ein zweitägiges Bandcoaching und viel proben. Sie sind sich sicher. Für Jury und Publikum kann es nur ein Bewertungskriterium geben: Das Gesamtpaket.

Unplugged auf der Pop10 & Yagaloo-Bühne im Foyer. (Fotograf: Sascha Schröder / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Fréros, so viel ist sicher, haben noch jede Menge vor. „Wir wollen eine etablierte Band werden, die sich nicht mehr um alles selber kümmern muss, sondern auch mal Aufgaben abgeben kann. Kurzfristiger releasen wir bald unser erstes Video und wollen schon bald das Nächste drehen. Kommendes Jahr wollen wir eine Tour spielen und eine Studiosession veröffentlichen.“ Ihr Erfolgsrezept, um das auch gemeinsam zu erreichen, klingt einfach, ist aber manchmal ungeheuer schwierig: „Beständigkeit und Vielseitigkeit“.

Fréros sind die „local heroes Publikumssieger 2017“ (Fotograf: Sascha Schröder / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Text: Nicole Oppelt/Lina Burghausen

„Wendy I‘m Home“ belegen dritten Jury-Platz im local heroes-Bundesfinale 2017

(Wendy I’m Home // Fotograf: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Von der „The Voice“-Bühne zum local heroes-Bundesfinale nach Salzwedel. Mit der Startnummer elf vertraten „Wendy I‘m Home“ mit Frontfrau Mary-Anne Bröllochs das Bundesland Rheinland-Pfalz im beliebten Newcomer-Bandcontest und erreichten mit ihrer energetischen Show den dritten Platz in der Jurywertung. Sie standen mit zwölf weiteren Bands aus ganz Deutschland im Finale.

Eine starke Stimme trifft auf intensive Gitarrenriffs – das sind „Wendy I‘m Home“. (Fotograf: Sascha Schröder / Aktion Musik • local heroes e.V.)

„Wir machen schon sehr lange zusammen Musik und kennen uns teilweise aus dem Kindergarten oder der Schulzeit“, sagen Mary-Anne, Manuel, Aljoscha und Tobias. Das Quartett hat seitdem schon einige Erfolge feiern können: „Für uns war es ein großes Ziel, das 23. Rockbuster Finale zu gewinnen. Dafür haben wir intensiv geprobt und viel überlegt, wie wir unser Ziel erreichen können. Was ja im Endeffekt auch offensichtlich funktioniert hat“, sagen die Ludwigshafener über den Wettbewerb, der sie ins Bundesfinale von local heroes gebracht hat. „Wendy I’m Home um Frontfrau Mary-Anne begeisterte die Jury mit Ausstrahlung, Bühnenpräsenz, Spielfreude und packenden Indie-Brit-Pop-Songs. ‚Gewonnen hat die beste Stimme des Abends, die begleitet wird von einer starken Band‘, hieß es aus der Jury“, so berichtete das „local heroes“-Team in Koblenz. Eine Stimme, die derzeit übrigens auch beim bekannten TV-Format „The Voice of Germany“ überzeugt.

Während des Interviews mit Pop10 & Yagaloo wurde für die Fans Pizza gebacken. (Fotograf: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Indie/Alternative Rock ist das Metier der Band. „Wir versuchen so minimalistisch wie möglich zu bleiben. Wer bei uns verrückte Synthesizer Sounds erwartet, ist falsch“, erklären sie, worauf die Band am meisten Wert legt.

Unplugged auf der Pop10 & Yagaloo-Bühne im Foyer. (Fotograf: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Ihren Auftritt in Salzwedel wollten die jungen Leute intensiv nutzen. Schließlich ging es um nicht weniger als den Titel „Beste Newcomerband des Jahres“. „Wir werden uns im Proberaum einschließen und proben bis zum Umfallen“, verrieten sie dem Team schon im Vorfeld. „Wir denken, dass es wichtig ist, wie man live rüberkommt, also ob man das Publikum zum Beispiel mitziehen kann.“ Was da auf das Publikum zukommen könnte, mochte manch einer schon über besagte TV-Sendung geahnt haben. „Nach ihren 90 Sekunden liegt die Bühne in Trümmern“, titelte man dort Ende Oktober. Und eine solche Schlagzeile verpflichtet, wie sich nun auch im Kulturhaus zeigte: Denn „Wendy I‘m Home“ zeigen auch in Salzwedel, dass die Bühne ihr Zuhause ist. Frontsängerin Mary-Anne nimmt die Stage mit ihrer Ausstrahlung und ihrer Rockröhre ein. Eine Performance, die sich sehen lassen kann!

Wendy I’m Home belegten den dritten Platz in der Jurywertung. (Fotograf: Sascha Schröder / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Und was haben die Vier in Zukunft vor? „Wir wollen ein Album rausbringen und so viel live spielen, wie nur geht.“

Text: Nicole Oppelt/Lina Burghausen

Luke Noa & The Basement Beats belegen zweiten Jury-Platz beim local heroes-Bundesfinale 2017

(Luke Noa & The Basement Beats // Fotograf: Sascha Schröder / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Für Luke Noa & The Basement Beats, bestehend aus Luca, Malte, Michael, Anton und Niels, wurde es in beim local heroes-Bundesfinale in Salzwedel mit der Startnummer drei ernst. Die fünf jungen Musiker aus Biberach an der Riß machen seit Ende 2014 gemeinsam Musik und haben es in ihrer noch jungen Laufbahn bereits bis auf die Bühne des Southside Festivals geschafft. Sie gehörten im Finale am 11. November zu den Jüngsten im Teilnehmerfeld des Abends.

Und auch das Publikum und die Jury im Kulturhaus wussten die Baden-Württemberger zu überzeugen. So konnten sie am Ende eines spannenden und extrem vielfältigen Konzertabends und hitziger Diskussion in der Jury den 2. Platz aus 13 teilnehmenden Bands für ihr Heimatbundesland mit nach Hause nehmen. RecordJet unterstützt die Band mit einem Albumrelease. Frontmann Luca Göpper wurde von der Jury zudem als bester Sänger ausgezeichnet und gewann ein Funkmikrofon von IMG Stageline.

Mit Luke Noa, Songwriter und Sänger entsteht ein erstaunlicher Klang, der durch die verschiedenen Einflüsse der einzelnen Bandmitglieder ausgeformt wird. (Fotograf: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Ins Bundesfinale des Newcomer-Contests „local heroes“ schaffte es die fünfköpfige Band durch einen Sieg beim Play Live Förderpreis, wo die einzigartige Stimme von Luca und das stimmige Gesamtkonzept zu überzeugen wussten. Damit traten sie die Nachfolge von so erfolgreichen „local heroes“-Bands wie Van Holzen, Antiheld, Konvoy, Schmutzki oder Heisskalt an. Jury und Publikum überzeugten sie mit ihrem lässigen Sound, getragen von treibenden Orgelklängen. Im Gedächtnis dürfte vielen aber vor allem eines bleiben: Lucas unverwechselbare, sehr britisch klingende Stimme, die zu Recht Assoziationen zur bekannten Hamburger Band „Razz“ wach ruft, die Garage Rock, ein wenig Rock ’n‘ Roll und Blues Rock mit modernen Beats kombinieren.

Während des Interviews mit Pop10 & Yagaloo wurde für die Fans Pizza gebacken. (Fotograf: Sascha Schröder / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Dabei reichen die Einflüsse von Luke Noa & The Basement Beats von Folk über Jazz bis hin zu klassischer Musik, führen dabei aber keineswegs zu Dissonanzen. Im Gegenteil: Es entsteht eine elektrisierende Mischung, die sie möglichst pur weitergeben möchten. „Beim live Spielen auch wirklich live spielen“, beschreiben sie das, worauf sie als Musiker besonderen Wert legen. „Wir spielen ohne digitale Spuren oder Instrumente, die nebenher mitlaufen. Das Publikum merkt das dann meistens und mag es, wenn die Musik auch wirklich handgemacht ist.“ Entsprechend halten sie auch den Wiedererkennungswert, Präsenz und technisches Können für die entscheidenden Bewertungskriterien des Bundesfinales.

Unplugged auf der Pop10 & Yagaloo-Bühne im Foyer. (Fotograf: Sascha Schröder / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Für die Zukunft geht es das Quintett locker an. Konkrete Pläne haben die Baden-Württemberger derzeit nicht. Was sie aber haben, ist: „Zeit, Schweiß, Bock, Professionalität“, um langfristig auf den Bühnen der Republik zu bestehen. Denn sie wollen nur eines: „Zum Tanzen einladen und zum Träumen verführen.“

Luke Noa & The Basement Beats belegten den 2. Platz in der Jurywertung und Sänger Luca Göpper erhielt den Titel „Bester Sänger“. (Fotograf: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Text: Nicole Oppelt/Lina Burghausen