„Elephant’s Foot“ gewinnen local heroes-Bundesfinale 2017

(Elephant’s Foot // Fotograf: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Die Band „Elephant’s Foot“ aus Sachsen-Anhalt entschied das diesjährige Bundesfinale des Bandcontests local heroes für sich. Mit ihrer Mischung aus 70s Hardrock, Blues und Funk gewann das Trio nicht nur den Jurypreis, sondern auch den 2. Platz im Publikumsvotum sowie die meisten Publikumszweitstimmen. Darüber hinaus wurde Drummer Fabian Witter als bester Instrumentalist ausgezeichnet.

Für die „local heroes“-Finalisten Thomas, Martin und Fabian von „Elephant’s Foot“ wurde es beim Bundesfinale mit der Startnummer fünf ernst – sie zogen für Sachsen-Anhalt ins Rennen um den Titel „Beste Newcomerband“.

Überzeugten mit 70s Hardrock, Funk und Blues: „Elephant’s Foot“ aus Sachsen-Anhalt sind Deutschlands beste Newcomer-Band 2017. (Fotograf: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

„Die Leidenschaft muss spürbar werden“, hat das Trio dem „local heroes“-Team im Vorfeld als wichtigstes Bewertungskriterium genannt. Das Publikum attestierte ihnen schon nach wenigen Minuten: „Die wissen genau, was sie da oben tun!“ In Windeseile hatte sich der große Saal nach der Umbaupause wieder gefüllt. Und dort legten „Elephant’s Foot“ ein rhythmisches, mehrstimmiges Brett nach dem anderen hin. „Es macht mega Freude, mit so vielen großartigen Bands auf der Bühne zu stehen“, waren sie sich einig. Dieses Kompliment gab das anwesende Publikum sichtlich nur allzu gern zurück, denn: Elephant’s Foot brachten den 70s Vintage Funk-Rock nach Salzwedel.

Erst seit letztem Sommer bastelten Thomas und Martin an eigenen Songideen. Ihren dritten Mann fanden sie schließlich über eine Anzeige. Ein echter Glücksfall, wie sie heute sagen: „Einer der schönsten Momente war wohl, gemeinsam zu spielen und dabei festzustellen, Leute gefunden zu haben, mit denen es nur weniger Worte bedarf, um sich musikalisch zu verständigen.“ Vor gut einem Jahr wurde es dann konkreter. Im Dezember kam die Überlegung auf, beim SWM Talent-Verstärker mitzuspielen. „Für die Bewerbung brauchten wir einen Namen und somit war Elephant’s Foot geboren.“ Die vergangenen Monate entwickelten sich für das Trio „unverhofft und schnell“, wie sie selbst gestehen.

Während des Interviews mit Pop10 & Yagaloo wurde für die Fans Pizza gebacken. (Fotograf: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Fans und Fachpublikum sind jedenfalls begeistert von ihrer besonderen Mixtur aus 70s Hardrock, Blues und Funk, die selbstbewusst mit Einflüssen aus den 90ern wie Pearl Jam und Soundgarden kombiniert wird. „Die Songs müssen in sich stimmig und rund sein. In der Praxis sind unsere Lieder dadurch selten kürzer als 5 Minuten. Es ist uns wichtig, die Ideen als dynamisches Gesamtkonzept zu arrangieren und nicht einfach verschiedene Teile aneinander zu hängen“, erklären sie ihr Songwriting-Konzept.

Stephan Michme, Moderator bei MDR Sachsen-Anhalt und Jurymitglied beim SWM Talentverstärker beschrieb die daraus entstandene Musik wie folgt: „Bämm, Crash, Boom, Wah und kompromisslos trocken in die Fresse! Irgendwo zwischen Siebzigern, Grunge und Postretrodingsbumms… egal wie irgendwer das nennt. Komposition, Gesang, Instrumentenperformance alles tiptop. Und das war nach 20 Sekunden jedem im Saal klar.“

Unplugged auf der Pop10 & Yagaloo-Bühne im Foyer. (Fotograf: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Trotz aller Lobeshymnen auch vor ihrer Teilnahme beim Bundesfinale zeigen sich die drei Musiker nach ihrem Sieg perplex: „Wir haben es nicht so richtig auf dem Schirm, was hier gerade abgelaufen ist“, so die Band unisono. Schon der Sieg beim Landesfinale Sachsen-Anhalt habe sie völlig überrascht. Auch hier seien sie mit einem anderen Favoriten angereist. Nach den Siegern von 2001, der Band „3viertelelf“, sind „Elephant’s Foot“ nun die zweiten Acts in der Geschichte von local heroes, die den Sieg für Sachsen-Anhalt einheimsen.

Den Newcomer-Bandcontest haben die Drei übrigens als sehr professionell empfunden. Auch der Umgang mit den Bands und untereinander sei sehr angenehm gewesen. Und neben den Auftritten auch noch ein Workshop-Angebot wahrnehmen zu können, sei ohnehin eine „super Sache“. Eine Plattform wie diese „schadet bestimmt nicht“, schmunzeln sie. Dennoch bleibe ihrer Meinung nach noch viel zu tun. „Eine stärkere finanzielle Förderung von Live-Clubs und Probemöglichkeiten in größeren Städten wäre wünschenswert. Viele Proberäume werden oftmals zu viel zu teuren Mieten angeboten oder haben ungünstige Probezeiten, da z. B. noch Büroräumlichkeiten im Haus vertreten sind.“

Elephant’s Foot waren die Sieger des Abends. Sie sind nicht nur die „local heroes 2017“, sondern wurden auch noch Zweitstimmensieger, belegten den 2. Platz beim Publikum und Drummer Fabian Witter wurde zum besten Instrumentalisten gekürt. (Fotograf: Sascha Schröder / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Für die Zukunft gibt es große Pläne: „Wir alle haben zwar auch noch Nebentätigkeiten, wie Studium und Arbeit, denen wir noch nachgehen, aber eigentlich ist von der und für die Musik zu leben unser großes Ziel.“ Im Moment sei aber erst einmal ein Musikvideo in Arbeit, das Ende des Jahres fertig sein sollte. Auch würden sie demnächst noch ein paar Songs aufnehmen, um eine kleine EP fertig zu machen. „Von dem Video und den Aufnahmen erhoffen wir uns, dass sie uns helfen, mehr Gigs zu organisieren und interessante Locations zu bespielen.“

Text: Nicole Oppelt/Lina Burghausen

„Fréros“ gewinnen Publikumspreis im local heroes-Bundesfinale 2017

(Fréros // Fotograf: Sascha Schröder / Aktion Musik • local heroes e.V.)

„Fréros“ heißt die Band, die Niedersachsen im Bundesfinale des Newcomer-Contests local heroes 2017 am vergangenen Samstag, 11. November, vertreten und mit dem Publikumspreis nach Hause fahren durfte. Freuen dürfen sich die Oldenburger nicht nur über den Titel, sondern auch über einen Einkaufsgutschein im Wert von 800,- für Equipment von IMG STAGELINE sowie einen Album- und einen Single-Release gestiftet von recordJet.

Mit der letzten Startnummer dreizehn wurde es für Pierre, Alex, Nikolaus, Rodney, Filip und Henrik ernst. Seit Januar 2016 gibt es ihre Band, die „keine Grenzen und Einschränkungen kennt“ und sich munter zwischen Dub, Reggae, Ska, African, World, Brass, Electronic, Trance, Fuzz, Stoner, Hardcore, Indie, Disco und Drum and Bass bewegt ohne dabei „den Flow“ zu verlieren. Hauptsache tanzbar!

Musik, die Grenzen einreißt und zum Tanzen bewegt: „Fréros“ gingen bei local heroes für Niedersachsen ins Rennen und hatten das Publikum auf ihrer Seite. (Fréros // Fotograf: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Unter dieser Prämisse gestaltete die sechsköpfige Crew auch ihren Auftritt im Salzwedeler Kulturhaus. Und das Publikum, es tanzte ausgelassen durch die abwechslungsreiche 20-minütige Show. Dabei zeigten sich Fréros als eingespieltes Team auf der Bühne, ein harmonischer Mix aus unterschiedlichen Charaktären.

„Uns ist es wichtig, Grenzen einzureißen und nicht die Radioklischees zu bedienen. Ob ein Song mal acht Minuten lang ist, stört uns nicht. Das Thema mit dem Grenzen einreißen soll sich in vielen Aspekten von Fréros widerspiegeln.“ Schon im Landesfinale in Hannover erlebte das Publikum par excellence, was sie damit meinen: Gesungen wurde auf vier verschiedenen Sprachen, „womit sie ihre Musik selbst zum Sinnbild der Verständigung zwischen den Kulturen machen.“

Während des Interviews mit Pop10 & Yagaloo wurde für die Fans Pizza gebacken. (Fotograf: Sascha Schröder / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Viel haben sie in ihrer noch kurzen Historie miteinander erlebt. Zwischen unaufgeregter Straßenmusik in Berlin, bis hin zu unerwarteten Festivalgigs mit unkonventionellem Ausgang, war schon einiges dabei. Local heroes gegenüber waren sie anfangs skeptisch. Aber: „Der Wettbewerb hat uns positiv überrascht, wir haben neue Gigs an Land gezogen und tolle Preise gewonnen, wie kann man sich da beschweren?“, so ihr Fazit schon vor dem Bundesfinale. Und auch das Team der LAG Rock in Niedersachsen e.V. sei in Sachen Support „der Hammer“ gewesen. Vorbereitet hatte sich das sechsköpfige „Orchester“ intensiv. „Gerade das Videomaterial gibt uns tolle Möglichkeiten, die eigene Bühnenpräsenz zu erweitern.“ Ebenfalls auf dem Programm stand ein zweitägiges Bandcoaching und viel proben. Sie sind sich sicher. Für Jury und Publikum kann es nur ein Bewertungskriterium geben: Das Gesamtpaket.

Unplugged auf der Pop10 & Yagaloo-Bühne im Foyer. (Fotograf: Sascha Schröder / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Fréros, so viel ist sicher, haben noch jede Menge vor. „Wir wollen eine etablierte Band werden, die sich nicht mehr um alles selber kümmern muss, sondern auch mal Aufgaben abgeben kann. Kurzfristiger releasen wir bald unser erstes Video und wollen schon bald das Nächste drehen. Kommendes Jahr wollen wir eine Tour spielen und eine Studiosession veröffentlichen.“ Ihr Erfolgsrezept, um das auch gemeinsam zu erreichen, klingt einfach, ist aber manchmal ungeheuer schwierig: „Beständigkeit und Vielseitigkeit“.

Fréros sind die „local heroes Publikumssieger 2017“ (Fotograf: Sascha Schröder / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Text: Nicole Oppelt/Lina Burghausen

„Wendy I‘m Home“ belegen dritten Jury-Platz im local heroes-Bundesfinale 2017

(Wendy I’m Home // Fotograf: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Von der „The Voice“-Bühne zum local heroes-Bundesfinale nach Salzwedel. Mit der Startnummer elf vertraten „Wendy I‘m Home“ mit Frontfrau Mary-Anne Bröllochs das Bundesland Rheinland-Pfalz im beliebten Newcomer-Bandcontest und erreichten mit ihrer energetischen Show den dritten Platz in der Jurywertung. Sie standen mit zwölf weiteren Bands aus ganz Deutschland im Finale.

Eine starke Stimme trifft auf intensive Gitarrenriffs – das sind „Wendy I‘m Home“. (Fotograf: Sascha Schröder / Aktion Musik • local heroes e.V.)

„Wir machen schon sehr lange zusammen Musik und kennen uns teilweise aus dem Kindergarten oder der Schulzeit“, sagen Mary-Anne, Manuel, Aljoscha und Tobias. Das Quartett hat seitdem schon einige Erfolge feiern können: „Für uns war es ein großes Ziel, das 23. Rockbuster Finale zu gewinnen. Dafür haben wir intensiv geprobt und viel überlegt, wie wir unser Ziel erreichen können. Was ja im Endeffekt auch offensichtlich funktioniert hat“, sagen die Ludwigshafener über den Wettbewerb, der sie ins Bundesfinale von local heroes gebracht hat. „Wendy I’m Home um Frontfrau Mary-Anne begeisterte die Jury mit Ausstrahlung, Bühnenpräsenz, Spielfreude und packenden Indie-Brit-Pop-Songs. ‚Gewonnen hat die beste Stimme des Abends, die begleitet wird von einer starken Band‘, hieß es aus der Jury“, so berichtete das „local heroes“-Team in Koblenz. Eine Stimme, die derzeit übrigens auch beim bekannten TV-Format „The Voice of Germany“ überzeugt.

Während des Interviews mit Pop10 & Yagaloo wurde für die Fans Pizza gebacken. (Fotograf: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Indie/Alternative Rock ist das Metier der Band. „Wir versuchen so minimalistisch wie möglich zu bleiben. Wer bei uns verrückte Synthesizer Sounds erwartet, ist falsch“, erklären sie, worauf die Band am meisten Wert legt.

Unplugged auf der Pop10 & Yagaloo-Bühne im Foyer. (Fotograf: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Ihren Auftritt in Salzwedel wollten die jungen Leute intensiv nutzen. Schließlich ging es um nicht weniger als den Titel „Beste Newcomerband des Jahres“. „Wir werden uns im Proberaum einschließen und proben bis zum Umfallen“, verrieten sie dem Team schon im Vorfeld. „Wir denken, dass es wichtig ist, wie man live rüberkommt, also ob man das Publikum zum Beispiel mitziehen kann.“ Was da auf das Publikum zukommen könnte, mochte manch einer schon über besagte TV-Sendung geahnt haben. „Nach ihren 90 Sekunden liegt die Bühne in Trümmern“, titelte man dort Ende Oktober. Und eine solche Schlagzeile verpflichtet, wie sich nun auch im Kulturhaus zeigte: Denn „Wendy I‘m Home“ zeigen auch in Salzwedel, dass die Bühne ihr Zuhause ist. Frontsängerin Mary-Anne nimmt die Stage mit ihrer Ausstrahlung und ihrer Rockröhre ein. Eine Performance, die sich sehen lassen kann!

Wendy I’m Home belegten den dritten Platz in der Jurywertung. (Fotograf: Sascha Schröder / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Und was haben die Vier in Zukunft vor? „Wir wollen ein Album rausbringen und so viel live spielen, wie nur geht.“

Text: Nicole Oppelt/Lina Burghausen

Luke Noa & The Basement Beats belegen zweiten Jury-Platz beim local heroes-Bundesfinale 2017

(Luke Noa & The Basement Beats // Fotograf: Sascha Schröder / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Für Luke Noa & The Basement Beats, bestehend aus Luca, Malte, Michael, Anton und Niels, wurde es in beim local heroes-Bundesfinale in Salzwedel mit der Startnummer drei ernst. Die fünf jungen Musiker aus Biberach an der Riß machen seit Ende 2014 gemeinsam Musik und haben es in ihrer noch jungen Laufbahn bereits bis auf die Bühne des Southside Festivals geschafft. Sie gehörten im Finale am 11. November zu den Jüngsten im Teilnehmerfeld des Abends.

Und auch das Publikum und die Jury im Kulturhaus wussten die Baden-Württemberger zu überzeugen. So konnten sie am Ende eines spannenden und extrem vielfältigen Konzertabends und hitziger Diskussion in der Jury den 2. Platz aus 13 teilnehmenden Bands für ihr Heimatbundesland mit nach Hause nehmen. RecordJet unterstützt die Band mit einem Albumrelease. Frontmann Luca Göpper wurde von der Jury zudem als bester Sänger ausgezeichnet und gewann ein Funkmikrofon von IMG Stageline.

Mit Luke Noa, Songwriter und Sänger entsteht ein erstaunlicher Klang, der durch die verschiedenen Einflüsse der einzelnen Bandmitglieder ausgeformt wird. (Fotograf: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Ins Bundesfinale des Newcomer-Contests „local heroes“ schaffte es die fünfköpfige Band durch einen Sieg beim Play Live Förderpreis, wo die einzigartige Stimme von Luca und das stimmige Gesamtkonzept zu überzeugen wussten. Damit traten sie die Nachfolge von so erfolgreichen „local heroes“-Bands wie Van Holzen, Antiheld, Konvoy, Schmutzki oder Heisskalt an. Jury und Publikum überzeugten sie mit ihrem lässigen Sound, getragen von treibenden Orgelklängen. Im Gedächtnis dürfte vielen aber vor allem eines bleiben: Lucas unverwechselbare, sehr britisch klingende Stimme, die zu Recht Assoziationen zur bekannten Hamburger Band „Razz“ wach ruft, die Garage Rock, ein wenig Rock ’n‘ Roll und Blues Rock mit modernen Beats kombinieren.

Während des Interviews mit Pop10 & Yagaloo wurde für die Fans Pizza gebacken. (Fotograf: Sascha Schröder / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Dabei reichen die Einflüsse von Luke Noa & The Basement Beats von Folk über Jazz bis hin zu klassischer Musik, führen dabei aber keineswegs zu Dissonanzen. Im Gegenteil: Es entsteht eine elektrisierende Mischung, die sie möglichst pur weitergeben möchten. „Beim live Spielen auch wirklich live spielen“, beschreiben sie das, worauf sie als Musiker besonderen Wert legen. „Wir spielen ohne digitale Spuren oder Instrumente, die nebenher mitlaufen. Das Publikum merkt das dann meistens und mag es, wenn die Musik auch wirklich handgemacht ist.“ Entsprechend halten sie auch den Wiedererkennungswert, Präsenz und technisches Können für die entscheidenden Bewertungskriterien des Bundesfinales.

Unplugged auf der Pop10 & Yagaloo-Bühne im Foyer. (Fotograf: Sascha Schröder / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Für die Zukunft geht es das Quintett locker an. Konkrete Pläne haben die Baden-Württemberger derzeit nicht. Was sie aber haben, ist: „Zeit, Schweiß, Bock, Professionalität“, um langfristig auf den Bühnen der Republik zu bestehen. Denn sie wollen nur eines: „Zum Tanzen einladen und zum Träumen verführen.“

Luke Noa & The Basement Beats belegten den 2. Platz in der Jurywertung und Sänger Luca Göpper erhielt den Titel „Bester Sänger“. (Fotograf: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Text: Nicole Oppelt/Lina Burghausen

Pad und die Waschbärbande beim local heroes-Bundesfinale 2017

(Pad und die Waschbärbande // Fotograf: Sascha Schröder / Aktion Musik • local heroes e.V.)

„Pad und die Waschbärbande“ – das sind Patrick, Lukas, Pascal und Niklas – zogen beim local heroes-Bundesfinale mit der Startnummer zwei ins Rennen. Ein echter Coup, immerhin gibt es die „Waschbärbande“ erst seit Anfang 2017. „Vorher gab es nur Pad, den Singer & Songwriter und Solokünstler“, erzählen sie. Nun seien Solo- und Bandkonzerte möglich, wobei die Band ihren eigenen Stil entfaltet und weiterentwickelt habe.

In ihrer noch kurzen gemeinsamen Bandzeit sei das local heroes-Landesfinale in Bremen das schönste Erlebnis gewesen. „Es ist schön, von so vielen Menschen unterstützt zu werden und zu merken, dass wir plötzlich gehört werden sowie präsent sind.“ Das Bundesfinale sei für sie übrigens eine organisatorische Herausforderung gewesen, da sie, um dabei zu sein, ihren wohl größten Auftritt in diesem Jahr beim „Hallo Verden Festival“ absagen mussten.

Ganz zur Freude des Salzwedeler Publikums, das mit „ehrlichem, authentischen deutschsprachigen (Indie-)Pop mit Einflüssen aus dem Bereich Folk, Hip Hop und Rock“ belohnt wurde. „Ich denke, dass unsere Vorbilder wohl sehr unterschiedlich sind und nicht unbedingt etwas mit dem Musikstil zu tun haben, den wir machen. Ich war früher zum Beispiel total fasziniert von Kurt Cobain und habe durch verschiedene Bandprojekte (Punk, Alternative Rock) zurück zu den Ursprüngen gefunden“, so Pad vor dem Auftritt. „Ich glaube, dass sich das auch auf der Bühne wiederspiegelt.“

Wir legen Wert darauf, dass wir authentisch und ehrlich bleiben, obwohl wir das ‚anonyme‘ Konzept von Masken haben“, erzählen „Pad und die Waschbärbande“. (Fotograf: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

In Salzwedel blies die „Bande“ dem Publikum sofort ihre geballte Energie und intensives Gefühl entgegen. Getragen von Pads sanfter und zugleich kraftvoller Stimme, ließen sie die Menge an Themen wie Freundschaften, Erinnerungen, persönlichen Zweifeln und vielen weiteren Emotionen teilhaben. Nicht wenige honorierten schon gleich zu Beginn den noch sehr neuen Titel „Land in Sicht“ mit breitem Lächeln. „Das hätte so auch schon im Radio laufen können!“

Ihren ersten Auftritt hatten die Bremer übrigens im Rahmen eines Plattdeutschwettbewerbs (Plattsounds). Dieser habe dann auch den Anstoß gegeben, „das Band-Ding zu intensivieren“. Und das taten sie: „Wir haben uns ziemlich früh dem Druck ausgesetzt, viele Konzerte zu spielen und mussten dafür unser Programm entwickeln und proben. Es war eine Herausforderung sich auf die Konzerte vorzubereiten, wenn wir sehr viel unterwegs waren und teilweise Gigs von 1,5 Stunden spielen mussten. Das war gleichzeitig eine positive Erfahrung, da wir sehr viele Menschen kennen lernen durften, merken konnten, wie unterschiedlich unsere Musik wirkt und uns gleichzeitig besser kennen lernen konnten.“ Vor allem für Pad sei es nach langer Zeit etwas total Schönes gewesen, mit einer Band aufzutreten und die Musik, vor allem die Drums, den Bass, die E-Gitarre, „so richtig zu spüren“. „Das tut gut und ist ein schöner Kontrast zu ruhigen Gigs“, so das Resümee des Frontmanns.

(Fotograf: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Dass es überhaupt zur Teilnahme an local heroes kam, war übrigens ein Glücksfall. „Wir wollten eigentlich nur ‚mindestens‘ einen weiteren Auftritt haben und dachten uns, dass wir uns über dieses Netz einen kleinen Namen machen können bzw. wahrgenommen werden“, erzählen sie. „Für uns war es ein sehr schönes Erlebnis mit einer Gefühlsachterbahn. Wir waren ja quasi schon in der Vorrunde raus, da wir sehr wenige Leute als Unterstützer dabei hatten. Das Votingsystem gehört schließlich dazu. Im Finale lief es genau anders. Wir dachten uns – jetzt erst recht. Das war eines der wunderschönsten Bühnenerlebnisse, obwohl sich bei uns der Line-Check um 20 Minuten in die Länge zog.“

Während des Interviews mit Pop10 & Yagaloo wurde für die Fans Pizza gebacken. (Fotograf: Sascha Schröder / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Pad und seine Bandkollegen sind jedenfalls top motiviert. „Wir wollen gerne weiterwachsen und das können wir bei euch sehr gut“, loben sie das local heroes-Konzept. „Alleine durch die Preise bisher (Beispiel: Bandcoaching). Es entstehen neue Reize und Überlegungen.“ Dass local heroes-Chefin Julia Wartmann nun einen direkten Draht in die Politik hat – ein Glücksgriff. „Es muss Maßnahmen gegen das ‚Bühnensterben‘ geben“, sind sie überzeugt. „Musik muss wieder interessanter/attraktiver werden für die Leute.“ Es wäre schön, wenn das Geld wieder eine zweitrangige Bedeutung hätte, sind sich die Musiker einig. Dann hätten „echte“ Bands auch mal echte Chancen, sich vernünftig zu etablieren auf dem Markt. „Heutzutage gibt es in der Musikindustrie zu viel Industriemusik – zu viel ‚Inszest‘ und ‚Zucht‘“, glaubt Pad. „Ich würde mir wünschen, dass sich das irgendwann etwas neutralisiert und mehr ‚Echheit‘ herrscht.“ Viel wichtiger sei aber, dass es die Möglichkeit für Musikförderung für Jedermann, egal ob arm oder reich, gebe. Auf Grundschulebene gebe es zu wenige Musiklehrer. „Vielleicht sollten wir Musiker in die Schulen gehen, um zu vermitteln, wofür die Musik steht: Zusammenhalt, Gefühle, Kreativität, Teilhabe usw. Ich wünsche mir mehr Musik.“

Unplugged auf der Pop10 & Yagaloo-Bühne im Foyer. (Fotograf: Sascha Schröder / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Das sieht auch die gesamte Band so. Ihr Appell am Ende des local heroes-Wettbewerbs könnte daher nicht durchdringender ausfallen: „Wir wünschen uns, dass die Menschen mehr auf Konzerte gehen, denn es gibt so viele gute Nachwuchsmusiker.“ Ihre eigenen Pläne für die Zukunft sehen entsprechend aus. „Wir wollen bald ins Studio gehen und zuvor weiter neue Songs schreiben. Eine (neue) Platte wäre schön. Weitere Auftritte und tolle Erfahrungen wären auch schön. Vielleicht dürfen wir ein wenig mit unserer Fanbase wachsen und ein paar schöne Festivals bespielen. Die Pläne bestehen also daraus, die nächsten Schritte nach vorne zu gehen, anstatt stehenzubleiben oder zurückzugehen.“

Text: Nicole Oppelt/Lina Burghausen



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