Ab geht die Lutzi 2019: „Das ist wie heimkommen!“

Schöner hätte man den Abend nicht beenden können: Die „Lutzi“ tanzt gemeinsam mit den „Donots“ den Geburtstagstanz. (Foto: RE ON TOUR)

Der zehnte Geburtstag des „ab geht die Lutzi“-Festivals in Rottershausen war ein rauschendes Fest. Ein ganzes Wochenende lang feierten alte und neue Bekannte die Musik in all ihren Facetten.

Weit kommt die „Lutzi“ nicht, wenn sie ihr Festival besucht. Die „Gutsherrin“ ist bekannt wie ein bunter Hund. (Foto: Lukas Veth)

Ganze drei Tage lang stand Rottershausen Kopf. Zur Jubiläumsausgabe des „ab geht die Lutzi“-Festivals hatten die Organisatoren einen ganzen Festivaltag obendrauf gepackt. Zu füllen wussten sie die Extrazeit mit Bravour. Auf den Bühnen des Festivalgeländes tummelten sich so illustre Gäste wie die „Donots“, „Leoniden“, „Adam Angst“ oder die „Antilopen Gang“. Auch abseits der Hauptbühne gab es viel zu entdecken – angefangen mit einer Bierprobe auf dem Campingplatz, einer Schnitzeljagd quer über das Gelände, einem Freestyle Rap-Battle bis hin zum alljährlichen Frühschoppen mit Blasmusik war für jeden Geschmack etwas geboten.

Drei Tage Party: Zum 10. Geburtstag ließ sich die „Lutzi“ ausgiebig feiern. (Foto: Lukas Veth)

Es war der Gänsehautmoment des Festivals – Ingo Knollmann, Frontmann der „Donots“ und „Gutsherrin“ Lutzi höchstpersönlich lagen sich freudestrahlend in den Armen. Innig umschlungen tanzten die beiden zum eigens auf ein zum „Lutzi-Geburtstag“ umgedichtetes Ramones-Cover, bevor der Konfettiregen das Festivalwochenende feierlich beschloss. Das Bild, das die beiden boten, steht stellvertretend für die seit 2010 geschrieben Erfolgsgeschichte des Festivals. Seit den Anfangstagen wird generationenübergreifend an einem Strang gezogen. Das ganze Dorf packt an, um bei Tausenden Besuchern nachhaltige Erinnerungen zu schaffen.

Schon zum „Warm up“ am Donnerstagabend tanzten weit mehr als 1000 Menschen zur „Panda Party“. (Foto: RE ON TOUR)

Campen auf der „Lutzi“ – für fast 3000 Festivalbesucher gehörte dieser Spaß unbedingt dazu. (Foto: Lukas Veth)

Nette Leute treffen, neue Freunde finden

Viele der Besucher, das zeigte ein Gang über das riesige Camping-Areal, sind mittlerweile zu jährlich wiederkehrenden „Lutzi“-Jüngern geworden. Andere waren auf der Suche nach genau einem solchen kleineren Festival und haben hier eine „neue Heimat“ gefunden. Die Stimmung im Campingbereich hat es allen angetan. Leute treffen und vielleicht sogar neue Freunde finden – das hat für viele oberste Priorität. Dazu noch viel gute Musik. Was will man mehr. Viele wünschen sich, dass die „Lutzi“ genau so bleibt, wie sie ist: Klein und familiär, um so noch viele Jahre bestehen zu können. „Es ist schön, dass es hier so ein lokales Festival gibt, auf dem man immer wieder bekannte Leute trifft“, schwärmt etwa Sandro Aul von der Musikinitiative Hammelburg e.V., der sich in diesem Jahr besonders auf die „Donots“ und das „Freestyle Battle“ freute. „Die ‚Lutzi‘“, so sein Fazit, „ist auf dem richtigen Weg.“ Das sieht auch Luise so. Die 18-Jährige ist zum dritten Mal hier und ist vom Charme des Festivals mehr als angetan. „Es ist eine Mischung aus Dorffeier und einem Festival. Man kennt ganz viele Menschen – und obwohl es mittlerweile richtig groß geworden ist, ist es immer noch klein und niedlich. Man hat sich einfach lieb hier!“

Der zweite Auftritt der „Donots“ auf dem „ab geht die Lutzi“ glich einem echten „Heimspiel“. (Foto: Julius Erhard)

„Es war Liebe auf den ersten Blick!“

Und auch so manche Band stattet der „Lutzi“ immer wieder gerne einen Besuch ab. „Ich habe mich in keinem Moment hier so gefühlt als wäre ich fremd. Es ist ein bisschen so wie nach Hause kommen“, schwärmt etwa Ingo Knollmann, der mit seiner Band dieses Jahr selbst 25-jähriges Jubiläum feiert und schon 2016 mit dieser zu Gast war. Ähnlich empfinden das auch „Scallwags“. Die Band aus Schweinfurt ist dem „Lutzi“-Festival seit der ersten Stunde verbunden. Sie sind sich einig: „Es war Liebe auf den ersten Blick!“

Premiere auf der „Lutzi“: „Adam Angst“ fühlten sich auf dem kleinen Festival pudelwohl. (Foto: RE ON TOUR)

Roman und David von „Adam Angst“ zeigten sich im Interview begeistert vom Flair der „Lutzi“. (Foto: RE ON TOUR)

„Lutzi“-Neulinge wie die „Leoniden“ und „Adam Angst“ wurden ebenfalls sofort von der besonderen Atmosphäre des Festivals am Dorfrand in den Bann gezogen. Roman und David von „Adam Angst“ etwa entdeckten sofort die Vorzüge eines bis ins Detail liebevoll gestalteten Festivals und gingen ihren „Lutzi“-Nachmittag sichtlich entspannt in der Hängematte an, bevor es am Abend auf die Bühne ging. „Wenn man hier auf den Platz geht, merkt man, mit wie viel Einsatz und Engagement ehrenamtliche Helfer etwas auf die Beine gestellt haben“, loben die beiden Gitarristen Roman Hartmann und David Frings während sie vom Shisha-Wäldchen aus über das Gelände blicken. „So etwas, wie diesen Ort, in dem wir gerade sitzen, gibt es auf einem großen Festival nicht. Hier steckt verdammt viel Arbeit drin. Das merkt man als Künstler und auch die Leute, die herkommen.“ Begeistert zeigen sich Roman und David übrigens auch von der „Lutzi“ selbst, die als 70-jährige Dame das Aushängeschild des Festivals ist und stets den Kontakt mit den jungen Leuten sucht.

Ausgelassene Stimmung hinter den Kulissen: „Leoniden“-Frontmann Jakob plauderte im Interview aus dem Nähkästchen. (Foto: RE ON TOUR)

Auch Jakob Amr von den „Leoniden“ findet, dass Festivals wie das „ab geht die Lutzi“ „etwas ganz Wichtiges und Fantastisches“ sind. Ehrenamtlich gestemmte Veranstaltungen wie diese seien „Gold“. Viel hätten sie im Laufe ihres Musikerdaseins bereits gesehen. Ein sicheres Indiz dafür, dass alles richtig laufe sei ihrer Meinung nach, „wenn die Leute hinter den Kulissen nicht rennen“. „Auf der Lutzi werde sich um alles sehr gut gekümmert. Alle sind gechillt und es hat eine super Größe.“ Es sei ein Festival, das abseits großer Städte wie Hamburg, Berlin oder Köln stattfinde und eigentlich immer um Gäste kämpfen müsste. „Das wurde hier sehr gut geschafft.“ Sein Fazit: „Schaut euch um und geht mehr auf solche Festivals!“ Er selbst hat das übrigens im Laufe des „Leoniden“-Konzerts wortwörtlich genommen und sich sein Publikum mittels eines Bads in der Menge ganz genau angesehen. „Ich feiere einfach Leute, die feiern, was wir tun“, freut sich Jakob Amr über genau solche Gelegenheiten.

Immer ganz nah bei den Fans: „Leoniden“-Frontmann Jakob genoss das Bad in der Menge. (Foto: Lukas Veth)

Eskalation und hochemotionale Momente

Die Gedanken dieser Künstler stehen stellvertretend für alle Acts, die an diesem Wochenende den „Lutzi“-Geburtstag mitgefeiert haben. Jeder konnte sich hier wiederfinden – von totaler Eskalation bei den „Leoniden“, den „Donots“, „Das Ding aus dem Sumpf“ oder „Der Wahnsinn“ bis hin zu hochemotionalen Momenten während der letzten Sonnenstrahlen des Samstagabends beim niederländischen Singer-Songwriter Tim Vantol.

„Der Wahnsinn“ tobte am Samstagabend auf der Zeltbühne. (Foto: RE ON TOUR)

Tim Vantol sorgte am frühen Samstagabend für Gänsehautmomente auf dem „ab geht die Lutzi“. (Foto: RE ON TOUR)

Heidenspaß beim Freestyle-Battle

Übrigens, auch an die Hip-Hop-Fans der Region wurde mit einem besonderen Programmpunkt gedacht: Punkt 17 Uhr zog es die Musikfans am Samstagnachmittag in Scharen zur Zeltbühne. Und das aus gutem Grund. Die dritte Ausgabe des Freestyle Rap-Battles stand an. Insgesamt acht Kandidaten stellten sich der Herausforderung und versuchten in vorher ausgelosten Duellen das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Konnte sich das Publikum nicht klar entscheiden, sprang eine dreiköpfige Fachjury ein.

Die dritte Ausgabe des Freestyle-Battles war ein voller Erfolg. Juror B-Tight zeigte sich voll des Lobes. (Foto: RE ON TOUR)

Am Ende konnte sich „Crash Bundy“ im Fight gegen den bisherigen Titelverteidiger „Gusy“ durchsetzen und ihn vom Freestyle Rap-Battle-Thron stoßen. Das hielt die beiden jedoch nicht davon ab, während des anschließenden Sets von Gusy noch einmal gemeinsam auf der Bühne zu stehen.

Erst im Battle, dann gemeinsam auf der Bühne: Rapper Gusy und sein Kontrahent Crash Bundy lebten vor, Musik ein Miteinander und kein Wettbewerb ist. (Foto: RE ON TOUR)

Juror B-Tight, das merkte man ihm während des gesamten Wettkampfes an, hatte sichtlich Spaß an den Darbietungen. „Da waren drei, vier dabei, die richtig gut waren“, lobt der Berliner Rapper das Teilnehmerfeld. „Der Sieg von Crash Bundy war tatsächlich verdient.“ Er als Profi habe vor allem darauf geachtet, dass die „Sprüche fetzen“. „Es muss lustig, nicht verbittert und flüssig sein.“ Sprachlich gebe es seiner Ansicht nach mittlerweile keine Grenzen mehr. Immerhin wüssten die Teilnehmer, was sie erwarte. „Es geht schließlich darum, den Anderen zu blamieren.“ Aussehen oder Style der Freestyler sei hingegen völlig nebensächlich. Dass sich die duellierenden Rapper berühren, sei allerdings ein „No Go“. Mit ein bisschen Talent, davon ist der überzeugt, könne übrigens jeder Freestyle-Rap erlernen.

Dem Auftritt von B-Tight auf der Zeltbühne hatte das Publikum lange entgegengefiebert. (Foto: RE ON TOUR)

Mit-Organisator Andreas Röder stand nach Ende des Battles die Freude ins Gesicht geschrieben. „Das war der absolute Abriss“, freute er sich über die Darbietungen und das bis auf die letzte Ecke ausgefüllte Zelt. „Seit der ersten Ausgabe steigert sich das Niveau.“ Sieger „Crash Bundy“ habe durch seinen Style und seine Messages überzeugt. Er habe seine Gegner so schlecht aussehen lassen wie es eben nur ginge. „Das war richtig cool!“ Moderator Manuel Schmitt sieht das genauso. „Crash Bundy hat krasse Punchlines gebracht. Das war vom Feinsten.“

Freestyle-Battle-Organisator Andreas Röder und der diesjährige Gewinner Crash Bundy. (Foto: RE ON TOUR)

Vom Feinsten erwies sich übrigens auch die etwas später an diesem Abend stattfindende Freestyle-Aktion von „Das Ding aus dem Sumpf“. Frei nach dem Motto „Freestyle-Battle 2.0“ forderten sie das Publikum auf, während ihres Konzerts live per Whatsapp Stichwörter für ihre Raps zu schicken. Auf einem Monitor konnte dies simultan mitverfolgt werden.

Freestyle 2.0! „Das Ding aus dem Sumpf“ banden ihr Publikum via Whatsapp ins Geschehen ein. (Foto: RE ON TOUR)

Apropos besonderer Programmpunkt, bereits am Freitag konnten die vier Finalisten des Bayernablegers des Nachwuchswettbewerbs „local heroes“ ihr Talent auf der Zeltbühne unter Beweis stellen. Am Ende konnte die Band „Betamensch“ aus Nürnberg den Contest für sich entscheiden und wird im November Bayern auf dem Bundesfinale vertreten. Vielleicht kommen sie die „Lutzi“ ja in ein paar Jahren wieder besuchen, um dann ebenfalls mit ihr auf der Hauptbühne zu feiern.

Die Premiere von „local heroes Bayern“ auf dem „ab geht die Lutzi“ war ein voller Erfolg. (Foto: Julia Wartmann)

Super Stimmung vor und hinter den Kulissen

Nach drei Tagen und Nächten auf der „Lutzi“ kann auch Veranstaltungschef Christian Stahl ein positives Fazit ziehen. „Es waren wieder knapp 5000 Gäste am Samstag auf dem Platz. Am Freitag lediglich ein paar weniger.“ Und auch der Auftakt am Donnerstag sei sehr gut besucht gewesen. Zwischen 2000 und 3000 Camper hätten das Areal bevölkert. „Aus unserer Sicht lief es sehr gut. Bis auf kleinere Pannen war alles bestens. Viel Stress, aber super Stimmung vor und hinter den Kulissen“, zieht er Bilanz. „Es war die bisher größte und sicherlich schönste ‚Lutzi.‘ Alle Bands waren super gelaunt und nett.“ Ein Highlight für sein Team war das „unglaublich nette Wiedersehen“ mit den „Donots“. „Das machte den Samstag für die Crew zu einem ganz besonderen ‚Lutzi‘-Tag.“ Es habe sich angefühlt, als gehöre diese Band tatsächlich zum Team dazu.

Kaum zu glauben, was aus der „Lutzi“ geworden ist. Aus anfangs einem Tag und acht Bands ist mittlerweile ein Festival geworden, das in der Region wohl einzigartig ist. (Foto: RE ON TOUR)

Mittlerweile seien auch sehr viele Standbetreiber wie Viva con Aqua, Goldeimer und „Kein Bock auf Nazis“ Teil der „Lutzi“, die sich für drei bis vier Tage ins Team integrierten. „Teils treffe man hier auf alte Bekannte, aber auch viele nette neue Gesichter. „Es ist immer wieder super, mit den Jungs und Mädels hier das Wochenende zu rocken.“

„Angiz“ machten dem „Lutzi“-Publikum nicht nur sprichwörtlich Dampf. (Foto: RE ON TOUR)

Perfekte Festivaltage, Zahlen spielen keine Rolle

Neue Angebote, wie etwa die Schnitzeljagd, seien wunderbar angenommen worden. Gut 500 Menschen hätten sich auf den Weg durch Wald und Wiesen rund um das Festival gemacht. „Besonders stolz sind wir auf unsere Gäste auf dem Campinggelände, die uns hier einen unglaublich sauberen Campingplatz hinterlassen haben. Danke, Danke, Danke!“

Auch Fatoni ist ein „Lutzi“-Wiederholungstäter. Bei seinem Auftritt platzte das Zelt aus allen Nähten. (Foto: RE ON TOUR)

Zahlen, so resümiert er am Sonntagnachmittag, seien eigentlich auch gar nicht so wichtig. Diese hätte das Team über die drei Tage komplett ausgeblendet. „Wenn man über das Gelände gelaufen ist, war es vom Gefühl her genau so, wie wir uns den perfekten ‚Lutzi‘-Festivaltag vorstellen!“

Text: Lisa Fuchs, Nicole Oppelt

Local heroes Bayern 2019: „Verschwitzt und glücklich!“

„Betamensch aus Nürnberg“ holen sich den Titel „Beste Newcomerband Bayerns“ und ziehen nun ins local heroes Bundesfinale 2019 ein

Die Nürnberger Band „Betamensch“ im Goldrausch. Das Trio darf sich fortan „Beste Newcomerband Bayerns 2019“ nennen. (Foto: Dani Red)

Vier Landesfinalisten spielten am 14. Juni auf dem „ab geht die Lutzi“ um den Einzug ins Bundesfinale von „local heroes“. Die Premiere von „local heroes Bayern“ auf dem beliebten Festival in Rottershausen war ein voller Erfolg. Am Ende konnten „Betamensch“ aus Nürnberg Publikum und Fachjury gleichermaßen von sich überzeugen. Im November treten sie nun im Bundesfinale gegen die Landessieger aus ganz Deutschland an.

„Betamensch“ gaben alles. Ein bayerisches Landesfinale hatten sich die drei bereits seit Jahren gewünscht. Nun wurde es endlich wahr. (Foto: Dani Red)

„Ein bisschen Gold und Silber, ein bisschen Glitzer Glitzer“ lag in der Luft. Die Songzeile aus einem bekannten Song der Band „Deichkind“ beschreibt die Stimmung am späten Freitagabend wohl am besten. Ein gutes halbes Jahr Vorbereitungszeit lag hinter dem ehrenamtlichen Team von „local heroes Bayern“. Nach fünf Jahren Pause hatten Lisa Fuchs, Dani Straßner und Nicole Oppelt auf dem „ab geht die Lutzi“ eine neue musikalische Heimat gefunden. Voller Vorfreude waren sie am 14. Juni mit „Savanna Skean“ aus Würzburg, „Machete Dance Club“ aus München, „Lonely Spring“ aus Passau und „Betamensch“ aus Nürnberg angetreten, um Rottershausen zu zeigen, wie viel Potenzial Bayerns Newcomer-Szene zu bieten hat.

Die Fachjury von „local heroes Bayern“ 2019. Jojo Schulz, David Schäfer, Alessa Patzner, Patrick Christ und Martin Dorn. (Foto: Dani Red)

In der Zeltbühne des Festivals herrschte von Anfang an ausgelassene Stimmung. In jeweils 40 Minuten Spielzeit hatten die vier Landesfinalisten Gelegenheit, von ihrem Talent zu überzeugen. Gefragt war am Ende nicht nur das Urteil des Publikums, sondern auch die Meinung einer Fachjury. Eigens angereist waren an diesem Abend Jojo Schulz (Initiator und Betreiber des Projektes Posthalle Würzburg), David Schäfer (A&R Sony, Endzeit Booking, Business-Coach bei Artistpool e. V.), Patrick Christ (Manager, Booker und Promoter, Management Unantastbar), Martin Dorn (Radiomoderator bei Primaton und Musiker) und Alessa Patzner (Feierwerk Fachstelle Pop München), die den Darbietungen der Teilnehmer gespannt entgegenfieberten.

Der „local heroes Bayern“-Jahrgang 2019 ist noch lange nicht Geschichte, sondern der Startschuss für hoffentlich viele weitere, tolle gemeinsame Auftritte und Projekte. (Foto: Julia Warmann)

Preis-Regen beim „local heroes Bayern“-Landesfinale

Leer sollte an diesem Abend keine der Bands ausgehen. Neben dem Einzug ins Bundesfinale wurden zahlreiche Sachpreise vergeben, die die jungen Künstler zum Beispiel in Bandbanner oder Merchandise investieren konnten. Als Andenken gab es zunächst für alle Landesfinalisten einen mit dem Bandnamen versehenen und natürlich gefüllten Bierträger von Frankonia, der die jungen Leute auch künftig an ihre Landesfinal-Teilnahme erinnern soll. „Machete Dance Club“ sowie „Savanna Skean“ konnten sich außerdem über ein neues Bandbanner in stattlicher Bauzaungröße freuen. Obendrein sahnten die Würzburger noch einen Sonderpreis ab. „Savanna Skean“ können ein ganzes Jahr lang von der Mitgliedschaft bei Artistpool e.V. profitieren, die unter anderem das Bandcamp zur Förderung von Nachwuchsmusikern veranstalten. Die Emo-Rocker „Lonely Spring“ schafften es auf den zweiten Platz. Für ganze 350 Euro dürfen sie sich ihr Band-Equipment individuell von BrandRocks gestalten lassen. Die Gewinnerband des „local heroes Bayern“-Landesfinales sahnten ein Merchandise-Paket, gesponsert von Quicklink, im Wert von 500 Euro ab. Obendrein gab es ein Zubrot von 200 Euro von der Firma Gebrüder Stolz GmbH & Co KG (Hammelburg), das sie zweckgebunden für ihre Band einsetzen dürfen.

Erst seit März 2019 sind „Betamensch“ in dieser Konstellation zu sehen. Dass sie hervorragend harmonieren, bewiesen sie auch hinter den Kulissen. (Foto: Dani Red)

„Alle hatten Bock das gemeinsam aufzuziehen.“

Nach schweißtreibenden vier Stunden Landesfinale blieb der Gewinnerband „Betamensch“ letztlich nur noch eines zu sagen: „Wir sind verschwitzt und glücklich“. Die ganze Veranstaltung sei in ihren Augen „richtig geil gewesen“, angefangen von der Organisation im Hintergrund, über das Publikum in der Zeltbühne bis hin zu den beteiligten Menschen, die „mega offen“ wären. „Das hat einfach Spaß gemacht.“ Obendrein sei das „Lutzi“-Gelände einfach „wunderschön“ und erinnere das Trio an das bekannte „Taubertal“-Festival. Insgesamt herrsche ein „sehr familiäres Umfeld“, das absolut entspannt sei. „Das hat man auch bei den Leuten und der Crew gemerkt. Alle hatten Bock das gemeinsam aufzuziehen.“ Den Netzwerk-Gedanken von „local heroes“ Deutschland haben die drei noch in der Nacht tatkräftig umgesetzt. Kontakt zu „Lonely Spring“ habe schon im Vorfeld bestanden. Mit „Savanna Skean“ aus Würzburg wolle man ebenfalls etwas auf die Beine stellen. Auch „Machete Dance Club“ sei ja eigentlich „gleich ums Eck“. „Wir freuen uns, dass wir das Glück hatten, uns mit ihnen allen die Bühne zu teilen.“ Der Wettbewerbsgedanke, das wurden sie nicht müde zu betonen, habe keine Rolle gespielt. Allesamt hätten sie das eigentlich völlig vergessen.

„Betamensch“-Frontmann Miguel und „Savanna Skean“-Fronfrau Bianca verstanden sich auf Anhieb. (Foto: Dani Red)

Ihr Landesfinal-Sieg, das geben sie wenige Minuten nach der Verkündung unumwunden zu, sei gerade noch nicht wirklich greifbar. Gefeiert würde aber selbstverständlich in Kürze mit einer anständigen Grillparty. Weit mehr Gedanken hatten sich die Musiker im Vorfeld über ihr Set gemacht, das sie beim Landesfinale präsentieren wollten. Das erklärte Ziel: „Wir hauen nur die Banger raus!“, haben sie letztlich mit Bravour umgesetzt. Diese Ambitionen gelten natürlich auch für das Bundesfinale, schließlich gehe es „um die Ehre“. Bis dahin sei jedoch noch viel zu tun. „Wir wollen im Sommer ein Album schreiben. Das ist zumindest der Plan.“ Die ersten Grundlagen stünden bereits.

„Betamensch überzeugen durch „echte Ehrlichkeit“

Kaum war der letzte Ton des diesjährigen Landesfinales verklungen, wurde es für die Fachjury ernst. Leicht, das war auch aus der Ferne zu beobachten, hatten sie sich ihre Entscheidung nicht gemacht. „Savanna Skean“, darin waren sie sich einig, hätten eine gute Attitude. „Die Idee und der Ansatz sind super“, so ihr Urteil. Immerhin hätten sie mit zwei Frauen an der Front ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Da sei definitiv Potenzial vorhanden. Auch die Interaktion mit dem Publikum hat den Fachleuten sehr gut gefallen. Gerne hätten es die Juroren gesehen, wenn die Band ihr Konzept noch mehr „durchgezogen und umgesetzt“ hätte. „Machete Dance Club“ attestierte das Team einen „guten Groove und einen interessanten Genre-Mix“, der durch „starke Vocals und eine nahbare Performance“ gekrönt wurde. Letztere sei für diese Band ebenfalls ein Alleinstellungsmerkmal, das es auszubauen gelte. Begeistert zeigten sich die Juroren auch von „Lonely Spring“. Gute Vocals, eine energetische Show, tolle Harmonien und vor allem die Spielfreude des Gitarristen waren hier im Gedächtnis haften geblieben. Insgesamt überzeugte die Band durch ihr „professionelles Auftreten“. Etwas arbeiten sollten die jungen Leute hingegen noch an ihrem Songwriting, das durchaus abwechslungsreicher sein dürfte. Ihre „modernen Ansätze“, so der Jury-Wunsch, dürften sie gerne noch stärker durchziehen.

Gute Musik setzt sich durch – die „local heroes Bayern“-Landesfinalisten „Lonely Spring“ dürften an diesem Abend sicherlich einige neue Fans gewonnen haben. (Foto: Dani Red)

Und wie fiel das Urteil über die Siegerband „Betamensch“ aus? Ein sehr sympathisches Auftreten, starke Songs, eine energetische Show, gute Harmonien und „echte Ehrlichkeit“ hätten letztlich den Ausschlag gegeben, so das Fazit des Fach-Gremiums. „Mehr Edge und Kante wäre vielleicht schön gewesen, dafür etwas weniger lange Ansagen.“

Kooperatives Miteinander

Ins Schwärmen geriet auch „local heroes“-Chefin Julia Wartmann, die ebenfalls zum Landesfinale gereist war. Schon die Anzahl der Bewerbungen für den Auftritt auf einem der schönsten Festivals Deutschlands hätten gezeigt, wie wertvoll diese Art von Slots für Newcomer sind. „Ich wünsche den local heroes Bayern natürlich eine Wiederholung. Newcomer haben häufig nicht die Chance, sich mit Namen wie Leoniden, Antilopen Gang oder Donots die Bühne zu teilen.“ Jedoch würden sie genau von diesen Künstler*innen lernen und sich Tipps abschauen. „Vor allem das kooperative Miteinander und Vermitteln ist die Philosophie von local heroes, der Wettbewerb steht da eigentlich im Hintergrund. Das werden Betamensch nun auch im Bundesfinale erleben, auf das ich mich schon sehr freue“, sagt Julia Wartmann. Mit dieser Energie, die diese drei Mittelfranken mitbringen, würden sie die große Bühne im Kulturhaus von Salzwedel definitiv ausfüllen, so die Überzeugung der „local heroes“-Chefin. Genau darin bestünde ihrer Ansicht nach die Herausforderung. Einstige Gewinner wie „Perez“, „Konvoy“ oder auch „Elephant’s Foot“, die jeweils nur aus zwei oder drei Personen bestehen, hätten es geschafft, auch mit kleiner Besetzung in großer Erinnerung zu bleiben. „Das ist eine Kunst!“

„local heroes“-Chefin Julia Wartmann und das „local heroes Bayern“-Team zeigten sich begeistert von „Betamensch“. (Foto: RE ON TOUR)

Das Wichtigste ist die Lust am Musikmachen

Erfahrungen mit „local heroes“ konnte übrigens auch „Leoniden“-Frontmann Jakob Amr sammeln. Seine Band spielte am „Lutzi“-Freitag auf der Hauptbühne. Einst hatte er selbst am Wettbewerb teilgenommen, damals als Gitarrist einer Band. Der Auftritt in Uelzen ist ihm bis heute in lebhafter Erinnerung geblieben, obschon es leider nicht für den Einzug ins Bundesfinale gereicht hatte. Bis heute kenne er viele Leute, die für „local heroes“ aktiv seien. Zum Thema Bandwettbewerb habe er dennoch eine „gespaltene Meinung“, gibt er zu. Auch, wenn „Leoniden“ selbst am New Music Award, einem Förderpreis der jungen Radiosender, teilgenommen und diesen gewonnen hätten. „Wir haben uns wirklich geehrt gefühlt“ und habe der Band viel „Rückenwind“ verschafft. Auf der anderen Seite sei Musik seines Erachtens nicht eindimensional in eine Zahl zu erfassen und in eine Reihenfolge zu bringen, also diese Genre übergreifend gleich zu bewerten. „Das widerspricht der Power der Musik.“

„Einfach nur geile Musik zu machen, setzt sich am Ende auch durch“, sagt „Leoniden“-Frontmann Jakob Amr. (Foto: Nicole Oppelt)

Für junge Bands sei es deshalb das Wichtigste Lust darauf zu haben, Musik zu machen. „Gerade in der heutigen Zeit, in der zum Bandsein so viel mehr gehört als das Musikmachen, bleibt das häufiger auf der Strecke als man glaubt.“ Ein Bandwettbewerb als Sprungbrett? Vielleicht! Denn für eine Band, die nicht viel gespielt habe, sei es tatsächlich schwer, an Konzerte heranzukommen. Und gerade, wenn diese Band nicht aus einer Großstadt komme, so Jakob Amr. „Solche Veranstaltungen geben jungen Bands das Gefühl, dass sie auch etwas wert sind und eine Rolle spielen können.“ Sie würden ihnen eine Bühne und damit Gelegenheit bieten, Bühnenerfahrung zu sammeln. Es sei eben „der Schritt weiter“, raus aus dem Jugendzentrum um die Ecke. Einen solchen Wettbewerb zu gewinnen, das spiele allerdings keine Rolle, so der Sänger.

Volle Power und direkt nach vorne: Der Auftritt von „Machete Dance Club“ hinterließ einen bleibenden Eindruck. (Foto: Dani Red)

Mut, Talent, Engagement und vor allem Kreativität

Genauso sehen das auch die Organisatorinnen von „local heroes Bayern“. Dabei sein, sich austauschen, eine gute Zeit haben und Erfahrungen sammeln – das hatten sie sich für ihre Teilnehmer gewünscht. Und so war es auch gekommen. „Local heroes ist seit vielen Jahren unser absolutes Herzensprojekt“, sagt Lisa Fuchs. „Zu sehen, wie viel Mut, Talent, Engagement und vor allem Kreativität in bayerischen Proberäumen herrscht, erfüllt uns mit sehr viel Stolz und muss auch einer breiten Masse nähergebracht werden.“ Um das zu erreichen, so Dani Straßner, wolle man als „local heroes Bayern“ einen kleinen Teil beitragen und dem musikalischen Nachwuchs eine nachhaltige Plattform bieten, die sie weit über einen Auftritt im Landes- oder Bundesfinale hinaus nutzen könnten.

„Ladies first“ hieß es beim bayerischen Landesfinale. „Savanna Skean“ nahmen die Herausforderung an und enterten die Bühne als erste Band. (Foto: Dani Red)

Begeistert zeigte sich das Organisationsteam aber nicht nur von den vier Landesfinalisten. Auch das Publikum in der Zeltbühne des „ab geht die Lutzi“-Festivals habe die jungen Musiker großartig unterstützt. „Das hat uns wirklich positiv überrascht!“, sind sie sich einig. „Immerhin spielten unsere Bands gegen Schwergewichte wie etwa die Leoniden oder Massendefekt auf der Hauptbühne an.“ Nicht wenige seien ohne Vorkenntnisse zu den Shows in der Zeltbühne gestoßen. Teils hätten sich die Zuschauer aber bereits im Vorfeld mit dem Wettbewerb auseinandergesetzt und sich über die Landesfinalisten informiert. Gelobt worden sei auch, dass es selbst in diesem kleinen Feld eine Band mit gleich zwei Frontfrauen gäbe – ganz im Gegensatz zum sonstigen Lineup des Festivals. Das Thema „Wettbewerb“ sei überdies durchaus positiv aufgefasst worden, so das Fazit des „local heroes Bayern“-Teams. „Musik soll in erster Linie Spaß machen. Aber ich finde es gut, dass den Nachwuchstalenten hier eine Bühne geboten wird“, ist etwa Clara aus Würzburg überzeugt.

Text: Lisa Fuchs, Nicole Oppelt

10 Jahre „ab geht die Lutzi!“: Voller Einsatz für den perfekten Abend

Vom 13. bis 15. Juni steht Rottershausen Kopf. Das Lieblingsfestival der Region feiert drei Tage runden Geburtstag.

Zehn Jahre „Lutzi“ – ein Jubiläum, das nicht nur für die Organisatoren, sondern auch für das Publikum einen echten Meilenstein darstellt. (Foto: Lutzi Pressematerial)

Eigentlich wollen sie gar nicht mehr „wachsen“ – doch zum zehnjährigen Jubiläum setzt das „ab geht die Lutzi“-Team doch noch einen oben drauf. Ganze drei Tage wird diesmal gefeiert. Mit dabei sind zahlreiche Top-Acts, wie die „Donots“, die dem Festival sehr gern einen erneuten Besuch abstatten. Daneben gibt es wieder aktuelle Bands wie „Leoniden“ und natürlich zahlreiche Neuentdeckungen, die das musikalische Paket perfekt schnüren. Mit „local heroes Bayern“ ist man außerdem Gastgeber eines Landesfinales im Rahmen von Deutschlands größtem und ältesten Non-Profit-Nachwuchswettbewerb.


DONOTS – Hauptbühne Samstag

Krönender „Lutzi-Abschluss“: Am Samstag, den 15. Juni, gibt es ein Wiedersehen mit den „Donots“ auf der Hauptbühne. (Foto: Lukas Veth)

„Alles auf der Welt kommt auf einen gescheiten Einfall und auf einen festen Entschluss an“, behauptete einmal Johann Wolfgang von Goethe. Die Feststellung des Dichterfürsten stimmt heute noch. Wer dieser Tage ins kleine Rottershausen im Landkreis Bad Kissingen blickt, findet eine solche zündende Idee, absolutes Engagement für die Sache und die Entschiedenheit Jahr für Jahr das Beste abzuliefern. Mit Erfolg. Zehn Jahre wird das „ab geht die Lutzi“-Festival heuer alt. Die Goethe’sche Weisheit hat das Team um Christian Stahl und Klaus Schmitt seit der Gründung konsequent verfolgt. Damit gerechnet, dass die einst so kleine Veranstaltung solche Kreise ziehen wird, hat jedoch keiner.



LEONIDEN – Hauptbühne Freitag (Foto: Robin Hinsch)


B-TIGHT – Zeltbühne Samstag (Foto: Leon Hahn)

Open Air ganz nach eigenem Geschmack


„Los ging es ganz klein an einem Freitagabend mit eigenen und befreundeten Bands, aber bereits auf drei Bühnen“, erinnert sich Christian Stahl zurück. „Ziel war genau diese Bands auf die Bühne zu bringen und ein Open Air ganz nach unserem Geschmack auf die Beine zu stellen.“ Danach, so stellt er schmunzelnd fest, sollte es das dann eigentlich auch schon wieder gewesen sein. Doch es kam anders. Aus anfangs rund 800 Gästen an einem Abend wurde ein stattliches Event, das von Jahr zu Jahr steigende Gästezahlen verzeichnet und noch längeren Festivalspaß mit namhaften Headlinern der internationalen Musikszene bereithält. „Aktuell haben wir Anreise am Donnerstagmorgen und Abreise am Sonntagmittag“, umreißt das „Lutzi“-Team die Dimensionen. „Wir haben bei knapp 5000 Gästen ein Limit gesetzt. Für uns die ideale Größe, bei der man den Gästen hier einen perfekten Abend ohne Warteschlangen und Gedränge – außer da, wo es gewünscht ist– zu bieten.“

Dieser Auftritt von Robin Sukroso in der E-Box im Jahr 2013 bleibt für Publikum und Veranstalter unvergessen. (Foto: RE ON TOUR)

Und was gehört zu solch „perfekten“ Abenden? Richtig, ein gut durchdachtes Lineup und ein Drumherum, das zeigt, hier haben sich viele Menschen noch mehr Gedanken darüber gemacht, ihren Gästen eine wunderbare Zeit zu bescheren. Zu den unbestrittenen Highlights der vergangenen Jahre gehörten unter anderem „Chefboss“, die 2018 mit ihrer Power auf der Bühne „ohne Vorwarnung das Zelt zerlegt“ hätten. Auch Robin Sukroso gehört dazu. In der damals noch kleinen Ebox kletterten die Zuhörer tatsächlich an den Wänden hinauf, um noch irgendwie rein zu passen und mitzufeiern. Die schwedische Band „The Baboon Show“ macht die „Lutzi“-Crew bis heute sprachlos. „Swiss & die Andern“ hätten hingegen „einen der schönsten und rauchigsten circle pits am Lutzi“ fabriziert. Und nicht zu vergessen – „Scallwags“. Immer wieder gern gesehene Gäste, die „von Beginn an einen großen Teil dazu beigetragen haben, dass es dieses Festival gibt“.



ANTILOPEN GANG – Hauptbühne Freitag (Foto: Robert Eikelpoth)

In Sachen Bands ist für Christian Stahl und seine Mitstreiter deshalb auch im Jubiläumsjahr klar: „Wie immer ist es eine sehr bunte Mischung – über alle Bühnen hinweg. Während auf der Hauptbühne viele bekannte Festivalgrößen unterwegs sind, wartet die Zeltbühne am Samstag wieder mit einigen Neuentdeckungen und altbekannten Größen auf.“ Bestritten wird die „Geburtstagssause 2019“ von den „Donots“, der „Antilopen Gang“, „Massendefekt“, „Leoniden“, „Adam Angst“, „Fatoni“, „Panda Party“, „B-Tight“, „Tim Vantol“, „Das Ding aus dem Sumpf“, „Tequila and the Sunrise Gang“, „Der Wahnsinn“, „Angiz“, „Scallwags“, „Beat the Dancefloor“, „Black Tape Lion“, „My -T Sharps“, „Cock Riot“, „Tim Drignat“, „Nils Schmied“, „Gusy“, die „Lauertal Connection“, „LFPC, „Antschl & Mode“ und last but not least die Spirkenländer Blasmusik. Mehr geht nicht!


ADAM ANGST – Hauptbühne Samstag (Foto: Markus Hauschild)


MASSENDEFEKT – Hauptbühne Freitag (Foto: Pressematerial)

Es wird heiß auf dem Campingplatz

Und wie steht es auf dem Campingplatz? Auch hier wird es heiß: Die im vergangenen Jahr erstmals angebotene Sauna kam derart gut an, dass der urige Wagen auch diesmal sein Lager am Rande des Areals aufschlagen wird. Der Frühschoppen samt Blaskapelle, der obligatorische Shishawald sowie ein reisender Friseur auf dem Festivalgelände sind ebenfalls „gesetzt“. Vom one-on-one Freestyle Battle am Samstag auf der Zeltbühne ganz zu schweigen. Geplant sei außerdem eine Schnitzeljagd und am Donnerstag soll es für alle Bierfreunde eine Bierprobe am Bierstand mit der Wernecker Bierbrauerei geben. „Die ein oder andere Überraschung haben wir aber natürlich auch noch auf dem Zettel“, so die „Lutzi“-Macher.

Während der „Lutzi“ fließt nicht nur ordentlich Schweiß hinter der Bühne. Das Publikum in Rottershausen feiert mit viel Leidenschaft – und hat auch stets ein offenes Ohr für die „gute Sache“. In diesem Fall für „Viva con Agua“, ein Netzwerk von Menschen und Organisationen, das sich für den weltweiten menschenwürdigen Zugang zu sauberem Trinkwasser einsetzt. (Foto: Lukas Veth)

Während des „ab geht die Lutzi“-Festivals kann sich das Publikum am Stand von „Kein Bock auf Nazis“ informieren und ins Gespräch kommen. „Kein Bock auf Nazis“ unterstützt, vernetzt und informiert seit 2006 Jugendliche zum Thema Rechtsextremismus. Zu den Unterstützern zählen unter anderem die „Lutzi“-Mainacts „Donots“. (Foto: Lutzi Festival)

Damit das alles reibungslos funktioniert, sind an den Festivaltagen rund 250 ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Die meisten von ihnen sind seit Jahren mit Herzblut dabei. „Schön ist, dass man hinter den Theken beim ‚Lutzi‘ meist bekannte Gesichter aus dem Vorjahr antrifft, aber jedes Jahr auch neue Leute zum Team dazustoßen, die gerne mal bei einem Festival mit anpacken möchten“, freuen sich die Organisatoren über so viel Engagement, das offenbar ansteckend ist. Apropos „ansteckend“. Das ist auch die Begeisterung des „Lutzi“-Publikums, die immer zahlreicher auf das Camping-Areal strömt. Auch darauf wurde nun ein weiteres Mal reagiert: „2019 können wir unseren Gästen mehr als die dreifache Wiesenfläche und ausreichend sanitäre Einrichtungen zur Verfügung stellen, damit jeder genug Platz für sein perfektes Festivalwochenende hat.“

Während der „Lutzi“ fließt nicht nur ordentlich Schweiß hinter der Bühne. Das Publikum in Rottershausen feiert mit viel Leidenschaft – ganz gleich, ob lokale und internationale Acts. (Foto: Lukas Veth)

Es kann nur eine Lutzi geben…


Was bleibt nach derart fulminanten Aussichten eigentlich noch zu klären? Vielleicht eine Sache für all jene, die das „Lutzi-Mysterium“ alias Margarete Müller auch im zehnten Jahr noch nicht für sich gelöst haben. „Das fragen tatsächlich viele und vermuten eine komplett verrückte Geschichte dahinter“, sagt Christian Stahl. „Ihrer eigenen Geschichte nach gab es da 2010 mal ein Modell Casting à la GNTM, welches sie souverän für sich entschieden hat und so kam sie zu dem ‚Job‘.“ Die „Lutzi“-Crew hat das Ganze jedoch etwas anders in Erinnerung. „Margarethe ist eine bekannte Größe hier im kleinen Ort und wohnt nur einige Meter vom Festival entfernt. Als der Festivalname im Raum stand und man überlegte, wer Lutzi sein kann, war allen sofort klar, dass da nur eine in Frage kommt. Und nach ein, zwei, vier Schnäpschen bei Margarethe auf der Eckbank war Sie unsere Lutzi.“ Auf die nächsten zehn Jahre…

Die „Lutzi“ gesellt sich gerne zu den Künstlern auf der Bühne. Wie hier beim Auftritt von „Schmutzki“ im Jahr 2016. (Foto: RE ON TOUR)

Text: Nicole Oppelt

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Und zur Einstimmung wie immer hier unsere Lutzi-Playlist für Euch:

DONNERSTAG HAUPTBÜHNE:

PANDA PARTY:

FREITAG HAUPTBÜHNE:

ANTILOPEN GANG:

MASSENDEFEKT:

LEONIDEN:

TEQUILA AND THE SUNRISE GANG:

FREITAG ZELTBÜHNE (local heroes Bayern Contest):

BETAMENSCH:

MACHETE DANCE CLUB:

SAVANNA SKEAN:

LONELY SPRING:

FREITAG E-BOX:

TIM DRIGNAT:

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SAMSTAG HAUPTBÜHNE:

DONOTS:

ADAM ANGST:

TIM VANTOL:

BLACK TAPE LION:

ANGIZ:

SCALLWAGS:

SAMSTAG ZELTBÜHNE:

B-TIGHT:

FATONI:

DAS DING AUSM SUMPF:

DER WAHNSINN:

SAMSTAG E-BOX:

NILS SCHMIED:

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local heroes Bayern: „Wir stehen in den Startlöchern!“

Am 14. Juni findet das erste bayerische Landesfinale seit fünf Jahren statt. Austragungsort ist das „ab geht die Lutzi“ in Rottershausen.

Das local heroes Bayern-Team engagiert sich aus voller Überzeugung. Musik in all ihren Facetten ist ihre Leidenschaft. (Foto: Dani Red)

Nur noch wenige Tage, dann hat das lange Warten endlich ein Ende. „Savanna Skean“ aus Würzburg, „Betamensch“ aus Nürnberg, „Lonely Spring“ aus Passau und „Machete Dance Club“ aus München dürfen im Landesfinale von local heroes Bayern zeigen, was sie draufhaben. Für die jungen Musiker geht es nicht nur um die sprichwörtliche „Ehre“, sondern auch um den Einzug ins local heroes-Bundesfinale und damit um den Titel „Beste deutsche Nachwuchsband“.

„Es ist ein bisschen wie Weihnachten, Geburtstag und Ostern zusammen“, sagen Lisa Fuchs, Dani Straßner und Nicole Oppelt. Das ehrenamtliche Trio von local heroes Bayern steckt gerade mitten in den letzten Vorbereitungen für das anstehende Landesfinale. „Unsere vier Teilnehmer fiebern dem Termin mit uns entgegen. Aufregung liegt in der Luft“, so ihr Fazit. „Wir sind bereit und stehen in den Startlöchern.“

Die „Fab 4“ des local heroes Bayern-Jahrgangs 2019: Betamensch, Lonely Spring, Machete Dance Club und Savanna Skean. (Fotos: Pressematerial)

Künstlerisches Miteinander

„Savanna Skean“, „Betamensch“, „Lonely Spring“ und „Machete Dance Club“ sind zwar allesamt keine „Neulinge“ mehr im Musikzirkus. Gigs wurden zuhauf gespielt, Studioluft geschnuppert und Wettbewerbserfahrung gesammelt. Doch dieser Termin ist anders. Erstens findet er im Rahmen eines weit über die Region hinaus bekannten Festivals – dem „ab geht die Lutzi“ statt. Zweitens, das haben diese vier Bands schnell festgestellt, steckt eine andere Philosophie hinter diesem bundesweit ausgetragenen Contest. „Der Konkurrenzgedanke spielt hier eigentlich keine Rolle“, erklärt Lisa Fuchs. „Es geht um den künstlerischen Austausch, das Miteinander – im Idealfall bis weit über das Landes- und Bundesfinale hinaus.“ Nach der Bewerbungsphase sichtete das local heroes Bayern-Team zusammen mit befreundeten Musikinitiativen und dem „Lutzi“-Team die Einsendungen. Nach einer ersten Vorauswahl ging es direkt in eine unabhängige Fachjury, die letztlich über die Teilnahme in Rottershausen entschied. „Gerade diese Vorgehensweise kam sehr gut bei unseren Teilnehmern an. Denn anders, als sie es bisher erfahren hatten, entschieden hier keine Ticketverkäufe oder sonstige Regeln über Wohl und Wehe, sondern einzig und allein das musikalische Können“, so ihr Fazit.

Für die Künstler ist das local heroes Bundesfinale ein außergewöhnlicher Termin. Und für manch einen ist es die bislang größte Bühne ihrer Laufbahn. (Foto: Bernd Zahn)

Newcomer-Förderung in seiner ganzen Bandbreite

Ein Konzept, das sich über viele Jahre bewährt habe, so die bayerischen Organisatorinnen. Immerhin nähmen Jahr für Jahr rund 10.000 Bands am bundesweiten Wettbewerb teil. Teils tun sie das mit nachhaltigem Erfolg. So gehören zu den einstigen Teilnehmern Acts wie „Tokio Hotel“ oder „Madsen“, die bekanntermaßen steile Karrieren hingelegt hätten. Local heroes, so erzählen sie, gebe es nun schon gut 30 Jahre. 2016 wurde groß 25-jähriges Jubiläum gefeiert. Das Aushängeschild sei der Contest. Doch es geht um weit mehr, wie die bundesweite Projektleiterin Julia Wartmann anlässlich des Jubiläums im Deutschlandfunk Kultur erklärte. „Was wir eigentlich machen wollen, ist ja Newcomer-Förderung. Und das in seiner ganzen Breite. Also zum einen Beratung, aber vor allem eben durch Coachings. Und es sind eben super viele Musiker, die bei uns zum ersten Male eine Bühne betreten. Und das ist eben auch das, warum Local Heroes bis heute eine Daseinsberechtigung hat: Junge Musiker kommen immer wieder nach und so sind wir jedes Jahr wieder in den ersten Schritten auch dabei.“

Das local heroes Bayern-Team pflegt innige Verbindungen zu ihren Teilnehmern. Und das geht weit über den aktuellen Wettbewerb hinaus. (Foto: RE ON TOUR)

In Bayern lagen diese Ambitionen nun einige Jahre brach. Bis 2014 wurde das Landesfinale in Kooperation mit der Musikinitiative Hammelburg e.V. ausgespielt. Danach war erstmal Pause. „Uns hat der Wettbewerb seither immer gefehlt, sowohl auf Landes- als auch die bayerische Teilnahme auf Bundesebene“, so Dani Straßner. Ende 2018 kam dann die Wende. Im Team des „ab geht die Lutzi“ wurde ein neuer Partner und Gastgeber gefunden. „Bessere und professionellere Rahmenbedingungen könnten wir uns gar nicht wünschen“, freut sie sich gemeinsam mit Lisa Fuchs und Nicole Oppelt über die glückliche Fügung. Christian Stahl, Klaus Schmitt und ihre Mitstreiter seien ebenfalls vom Konzept „local heroes“ überzeugt und hätten sich das Ganze auch schon auf Bundesebene angesehen. „In den vergangenen Monaten haben sie uns toll unterstützt und stets ein offenes Ohr für unsere Belange gehabt“, so Nicole Oppelt.

„Lutzi“ und „Musikini Hammelburg“: Von Beginn an eine fruchtbare Verbindung. 2013 gab es sogar eine eigene Musikini-Bühne auf dem Festival. Unter anderem mit dabei, die „Poor Devils“. (Foto: Music-Event-Reports)

Bereicherung für die „Lutzi“

„Wir sind schon seit Beginn an Teil des ‚Lutzi‘-Teams, haben uns immer schon gegenseitig, etwa im Rahmen von Kooperationen mit der Musikini Hammelburg, unterstützt. Nun dürfen wir, dank deren Unterstützung local heroes Bayern endlich wieder machen. Und das auch noch zum 10-jährigen Jubiläum“, freuen sich die local heroes-Organisatorinnen, die dem Festival natürlich ebenso entgegenfiebern wie dem eigenen Landesfinale. „Diesmal beginnt die ‚Lutzi‘ schon donnerstags und hat bis zum späten Samstagabend so einiges zu bieten – angefangen von Headlinern wie den Donots oder der Antilopen Gang, bis hin zur Sauna auf dem Campingplatz, dem traditionellen Frühschoppen, einer Schnitzeljagd, einem Freestyle Battle und vieles mehr. Sie lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen.“

„Wir kennen local heroes und die Problematik des Bayernfinales in den letzten Jahren bereits über die langjährige Zusammenarbeit mit der Musikinitiative Hammelburg e.V., wodurch auch der Kontakt beziehungsweise die Idee zustande kam, das Landesfinale Bayern wiederzubeleben“, erklärt „Lutzi“-Chef Christian Stahl. „Da wir am Freitag die Zeltbühne bisher nicht geöffnet hatten, bot sich eine Gelegenheit, die nach kurzer Beratung auch direkt genutzt wurde. Wir erwarten vier hochkarätige Künstler auf der Zeltbühne, die das Programm am Freitag bereichern.“

Zum 10. Geburtstag kommen die „Donots“. Schon 2016 feierten die fünf Ibbenbürener Punkrocker ein rauschendes Fest mit dem fränkischen Publikum. (Foto: Lukas Veth)

60:40 – Jury und Publikum entscheiden gemeinsam

Auch das Bayern-Team zeigte sich in den vergangenen Monaten kreativ. Immerhin gab es so einige Herausforderungen zu bewältigen. „Das reichte von der Suche nach Sponsoren bis hin zur Organisation des Landesfinales an und für sich“, fasst Nicole Oppelt zusammen. So hätten sie zum Beispiel erst ein Prozedere dafür entwickeln müssen, dass eine faire Abstimmung sichert. Bewertet werden die vier Teilnehmerbands nämlich nicht nur von einer Fachjury. Das Publikum darf ebenfalls abstimmen. Am Ende ergibt sich das Ergebnis aus einer 60:40-Gewichtung. „Im diesjährigen Landesfinale bitten wir unser Publikum daher an einen eigens dafür aufgebauten Stand. Dort können sie ihre Favoritenband unterstützen, indem sie einen Coin in eine entsprechende Box werfen. Um Mehrfachabgaben zu vermeiden, werden die Einlass-Bändchen des Publikums nach der Stimmabgabe markiert“, erklärt Lisa Fuchs.

Abstimmen leicht gemacht! Das Publikum wird beim local heroes Bayern-Landesfinale zur „Urne“ gebeten. (Foto: Dani Red)

Apropos Teilhabe: „Wir haben die vier Final-Bands in viele Entscheidungen rund um dieses Landesfinale mit einbezogen“, sagt Dani Straßner. „Letztendlich haben wir ja gemeinsam Neuland betreten.“ Mittlerweile würde local heroes Bayern „guten, engen Kontakt“ zu den Landesfinalisten und sogar auch noch zu vielen anderen Bewerbern pflegen. „Es macht viel Spaß mit den Bands zusammenzuarbeiten. Sie sind alle sehr zuverlässig und bringen sich mit ein.“ Insgesamt, das könne man umfänglich behaupten, arbeite das Team „mit viel Herzblut“ an der gemeinsamen Sache. „Wir lassen uns viele Dinge einfallen“, so Dani Straßner. Es werde viel gebastelt, darunter etwa eine eigene Promo-CD, Gutscheine für die Preisüberreichung, ein Banner mit den Sponsoren, es habe Fotosessions, zum Beispiel für Flyer gegeben, Aufkleber seien gedruckt und verteilt worden und zu guter Letzt werde sogar noch an der ein oder anderen Überraschung gewerkelt. „Damit verbringen wir extrem viel Zeit. Es ist sehr viel Arbeit, die aber auch Spaß macht. Wir lassen auch keine Chance aus, um Aufmerksamkeit für die Bands in den Sozialen Netzwerken zu erreichen.“ Es würden Banner gestaltet, Postings erstellt, Interviews geführt – das alles natürlich ehrenamtlich. „Wir haben ein Team aus unserem Freundeskreis zusammengestellt, von denen jeder einzelne seine Freizeit für das Projekt opfert.“

Dass sich dieser „Aufwand“ lohnt, davon sind alle überzeugt. Gelegenheit, sich vom local heroes-Fieber anstecken zu lassen, hat das Publikum am 14. Juni auf der „Lutzi“-Zeltbühne.

Text: Nicole Oppelt

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local heroes Bayern ist ein Riesenprojekt. Gestemmt wird es ehrenamtlich und damit unabhängig. Das ist auch gut so! Doch ohne Unterstützer für die gemeinsame Sache geht es nicht. Support bekommt das local heroes Bayern-Team von Quicklink, BrandRocks, Frankonia Biere, Gebrüder Stolz GmbH & Co KG (Hammelburg), Artistpool e.V., der Musikinitiative Hammelburg e.V. und natürlich dem „ab geht die Lutzi“-Festival. Ohne diejenigen, die an local heroes Bayern und vor allem die teilnehmenden Künstler glauben, könnte so ein Projekt nicht realisiert werden.

local heroes Bayern & Machete Dance Club: „Wir sind eine Maschine!“

„Es wird interessant sein zu sehen, wie nah Jury und Publikum mit Ihren Bewertungen auseinander oder zusammen liegen“, sagen Machete Dance Club. (Foto: Viktor Schanz)

Machete Dance Club – das sind die Vierten im Bunde des diesjährigen local heroes Bayern-Landesfinale. Am 14. Juni geht es auch für sie auf die Zeltbühne des „ab geht die Lutzi“-Festivals. Zu Deutschlands renommiertem Non-Profit-Nachwuchswettbewerb kamen sie eher zufällig. Doch das muss nichts heißen, wie sie schon vor dem großen Tag verraten.

„Wir erinnern uns besonders gerne daran, wie alles vor nicht einmal einem Jahr im Studio unseres Gitarristen und Produzenten Leo begann. Leo wollte eigentlich nur für Freunde einen Song recorden. Das Ding hat dann aber so viel Spaß gemacht und so viel Potential versprochen, dass er gleich noch Tobi (Drums) und David (Bass), mit welchen er zuvor schon in Bands gespielt hatte, Hals über Kopf mit ins Boot warf“, erzählen Machete Dance Club. Das letzte Highlight in ihrer bisherigen Bandgeschichte darf das natürlich nicht gewesen sein. Und es sieht ganz danach aus, als ob sich bereits in naher Zukunft weitere, schöne Erinnerungen dazu gesellen. Dass es aber tatsächlich so kam und sie nun Teil von local heroes Bayern geworden sind, verdanken sie offenbar einen gut eingestellten Algorithmus. Nicht anders ist ihre Antwort darauf zu erklären, wie sie eigentlich auf diesen besonderen Nachwuchswettbewerb aufmerksam geworden sind. „Das muss irgendwie beim Timeline checken passiert sein“ geben sie nämlich unumwunden zu. „Tobi hatte schon 2005 mit seiner ersten Band Prison Mind beim Rockbuster Contest in Rheinland-Pfalz mitgemacht (3. Platz). Daher hatten wir schon gute Erfahrungen gemacht. (Rockbuster-Gewinner spielen ebenfalls auf dem Bundesfinale).“

Dass sie es bei local heroes Bayern versuchen wollen, war für sie jedenfalls klar. Dass hier „eine Jury vom Fach für das Ergebnis verantwortlich ist“ habe ebenso eine Rolle gespielt wie das Fehlen von Methoden anderer Wettbewerbe, die teure Tickets verkauften, Teilnahmegebühren oder ähnliches verlangten. „Von derlei Ausbeutung, welche als fadenscheinige Unterstützung junger Nachwuchsbands getarnt auftritt, halten wir nichts. local heroes ist da eine frischende Abwechslung mit der vorrangigen Juryentscheidung“, sagen sie entschlossen. Was jedoch einen echten „local hero“ auszeichne, darüber hätten sie sich noch keine Gedanken gemacht. Vielleicht nur so viel: „Ein local hero sollte auf den Bühnen vor Ort Fuß gefasst haben und vielleicht mehr Leute ziehen als nur seine Omma und seine Freundin.“

Die perfekte Vorbereitung: Support-Tour für Dog Eat Dog

Sie selbst fühlen sich für das anstehende Landesfinale gut gerüstet. „Unsere Support-Tour für Dog Eat Dog war da eine gute Vorbereitung, so dass wir an unserer Performance sowie den sich dann herauskristallisierenden Schwachstellen feilen konnten.“ Worauf Jury und Publikum, die beide an der finalen Entscheidung beteiligt sind, achten sollten, davon haben sie allerdings keine klare Vorstellung.
Ihr Anspruch klingt aber durchaus überzeugend, wenn sie sagen: „Wir werden einfach unser Bestes geben und versuchen unsere Freude auf alle Zuhörer zu übertragen.“ Wenn sie mit ihrem Auftritt zufrieden seien, dann sei schon mal viel gewonnen.

„Ein local hero sollte auf den Bühnen vor Ort Fuß gefasst haben und vielleicht mehr Leute ziehen als nur seine Omma und seine Freundin“, sagen Machete Dance Club. (Foto: Viktor Schanz)

„Es geht hier um Musik als schöpferischen Prozess“

Empfehlen möchten sie sich im Vorfeld dennoch – auch für das große local heroes-Bundesfinale im kommenden November: „Wenn das Verhältnis Schweiß und Frustrationstoleranz stimmt, dann sind Machete Dance Club eine Maschine, welche gezeigt hat, dass sie in sehr kurzer Zeit sehr viel erreichen kann. Diese Hingabe aller vier Bandmitglieder sowie deren frischer musikalischer Output sollten Argumente genug sein.“
Klar hätten sie sich die anderen drei Bands im Landesfinale „zu Gemüte geführt“. Konkurrenzdenken sei jedoch bei keinem von ihnen aufgetreten. „Es geht hier um Musik als schöpferischen Prozess in welchem wir uns selbstverwirklichen wollen und nicht um Konjunktursteigerung einer Ware namens Machete Dance Club.“ Entsprechend klingen auch ihre weiteren Zukunftspläne. „Nichts muss, alles kann. Dementsprechend werden wir weiterhin 120 Prozent geben, um so weit zu kommen wie es unsere Kapazitäten hergeben.“ Das Zeug dazu hätten sie. „Uns zeichnet aus, dass wir einen unbedingten Willen an den Tag legen, um so weit, wie es eben unsere Kapazitäten und Frustrationstoleranzen zulassen, zu kommen – Und das mit einem frischen Sound.“

Text: Nicole Oppelt

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local heroes Bayern ist ein Riesenprojekt. Gestemmt wird es ehrenamtlich und damit unabhängig. Das ist auch gut so! Doch ohne Unterstützer für die gemeinsame Sache geht es nicht. Support bekommt das local heroes Bayern-Team von Quicklink, BrandRocks, Frankonia Biere, Gebrüder Stolz GmbH & Co KG (Hammelburg), Artistpool e.V., der Musikinitiative Hammelburg e.V. und natürlich dem „ab geht die Lutzi“-Festival. Ohne diejenigen, die an local heroes Bayern und vor allem die teilnehmenden Künstler glauben, könnte so ein Projekt nicht realisiert werden.



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