local heroes Bayern: Konzerte vor leeren Rängen fühlen sich nicht richtig an

Neben allen ausgefallenen Konzerten war bzw. ist für „Zeremony“ die Zeit am schlimmsten, in der sie nicht einmal zu dritt proben dürfen. (Foto: Matthias Mayer)

Geschlossene Clubs, verwaiste Bühnen – selbst Probenräume sind teilweise tabu. Für „Zeremony“ waren die vergangenen Monate nicht einfach. Die Landesfinalisten von local heroes Bayern hätten sich eigentlich im Sommer 2020 die Bühne mit „Stand Up Stacy“, „Victoryaz“, „Keep it close“ und „Mary Lou“ teilen und dem Publikum des „ab geht die Lutzi“-Festivals in Rottershausen zeigen sollen, was in ihnen steckt. Dieses Vorhaben soll vorraussichtlich Ende Juni 2021 nachgeholt werden. Bis dahin scheint – vor allem für den Kulturbetrieb – die Parole „Durchhalten“ zu gelten. Im Gespräch mit dem local heroes Bayern-Team erzählen „Zeremony“ wie sie damit umgehen und was ihnen im Augenblick besonders wichtig ist.

Musikalisch aktiv sein, das stand bei „Zeremony“ aus Würzburg in den vergangenen Monaten auf dem Programm. Mit einem Split-Screen Video haben sie sich aus den heimischen Wohnzimmern zu Wort gemeldet. Im Sommer gab es zudem ein echtes „Highlight“ in der so Konzert-armen Zeit. Gemeinsam mit „ThunderKant“, „Zulu“, „Bob Ross Effect“ und „Devil May Care“ nahmen die Drei am „Umsonst & Drinnen“ Streaming-Festival der Posthalle teil. Nichtsdestotrotz seien „die vergangenen Monate für jeden Künstler sehr frustrierend“ gewesen. Viele Konzerte und Festivals des Jahres 2020, die eigentlich schon fest in ihrem Terminkalender eingeplant waren, wurden abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben. „Es kostet viel Zeit und Energie die Tour selbst zu planen, und dementsprechend verunsichert und frustriert schauen wir auf 2021, also ob und wann hier wieder was in welchem Rahmen stattfinden kann“, beschreibt Illy, Sänger und Gitarrist der Band, die aktuelle Situation. Selbst in den Monaten, in denen Konzerte unter Hygieneauflagen stattfinden konnten, sei es für die Band nicht wirklich möglich gewesen zu spielen. „Kleinere Locations hatten gar nicht erst die Voraussetzungen Hygienekonzepte und Quadratmeter Vorgaben umzusetzen und selbst für größere Konzertsäle dürften die wenigen Konzerte in der Regel kein lukratives Geschäft gewesen sein.“

Neues Album im Jahr 2021

Ganz den Kopf in den Sand zu stecken, kam für „Zeremony“ zwar nicht infrage, die Stimmung ist jedoch gedrückt. „Streaming-Konzerte waren eine schöne Idee, sich mal wieder zu zeigen oder die Lieblingskünstler in Aktion zu sehen. Einen Festivalsommer hat das zwar nicht ersetzt, aber wir waren froh und dankbar Teil vom Posthallen Umsonst und Drinnen Livestream zu sein!“ Gleichzeitig sei jedoch die Situation vor einem leeren Raum zu spielen und allenfalls einseitig mit dem Publikum interagieren zu können, „sehr befremdlich und fühlt sich für uns nicht richtig an“. „Ich würde nicht sagen, wir konnten der Situation wirklich etwas Gutes abgewinnen, aber ich glaube, wir haben das Beste daraus gemacht und uns aufs Songwriting und Recorden konzentriert.“

Mit Erfolg! „Wir haben 13 Songs für unser neues Full Length Album erarbeitet und aufgenommen, das wir 2021 rausbringen wollen, wenn Konzerte und Festivals dann hoffentlich wieder möglich sind.“ Darüber hinaus wurde die Konzert-freie Zeit für andere Dinge genutzt. Illy zum Beispiel hat seinen künstlerischen Horizont etwas erweitert und mit dem Bau von eigenem Equipment angefangen. Neben diversen Pedals hat er sich den Traum vom selbstgebauten Gitarren-Röhrenverstärker erfüllt.

Im Internet Leidenschaft teilen

Auch das Thema Netzwerken hat sich für sie während der „Corona-Pandemie“ als extrem wichtig erwiesen. „Wir haben vor ein paar Monaten eine Playlist auf Spotify namens ‚New Wave of Organ Rock‘ erstellt“, erzählt Illy. „Diese besteht überwiegend aus kleinen Bands, die unsere Leidenschaft von orgelgetriebenen Rock’n‘Roll teilen. In diversen Facebook Gruppen habe ich nach Künstlern gesucht und war begeistert, wie viele positive Rückmeldungen ich erhalten habe.“

Rückhalt, Ansporn, Inspiration

„Zeremony“ haben also das gemacht, was auch für local heroes Bayern oberste Priorität ist: Sie haben Netzwerke gepflegt und ausgebaut. „Gerade in diesen besonderen Zeiten erscheinen sie für Künstler*innen wichtiger denn je“, so auch der Eindruck der Organisatorinnen Dani Straßner, Lisa Fuchs und Nicole Oppelt. „Sie geben Rückhalt, Rückmeldung, Ansporn, Inspiration, aber auch mal ganz pragmatisch Hilfestellung.“ Das Trio hofft, dass diese positive Energie, die auf diesem Wege freigesetzt wird, auch die kommenden Monate überdauern kann. „Das Datum 24. bis 26. Juni, also das Wochenende, an dem das nächste ‚ab geht die Lutzi‘-Festival stattfinden soll, gibt uns wirklich Halt“, so Dani Straßner. „Darauf fokussieren wir uns, daraus schöpfen wir Hoffnung und Kraft. Wir sind überzeugt davon, dass wir mit unseren Teilnehmer*innen ein grandioses Landesfinale abliefern werden. Sie sind es wert, live und lautstark gehört zu werden.“

Text: Nicole Oppelt

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local heroes Bayern ist ein Riesenprojekt. Gestemmt wird es ehrenamtlich und damit unabhängig. Das ist auch gut so! Doch ohne Unterstützer für die gemeinsame Sache geht es nicht. Support bekommt das local heroes Bayern-Team von MonsterMerch, Art Rock – Tattoo Piercing Lifestyle, Gebrüder Stolz GmbH & Co KG (Hammelburg), BrandRocks, Bamberger Festivals e.V., ArtistRadar, MainPop, Musikinitiative Hammelburg e.V. und natürlich dem „ab geht die Lutzi“-Festival. Ohne diejenigen, die an local heroes Bayern und vor allem die teilnehmenden Künstler glauben, könnte so ein Projekt nicht realisiert werden.

local heroes Bayern: Künstler*innen wird viel abverlangt

„Wir finden Beiträge in den sozialen Medien jeder Art sind wichtig für Künstler*innen in dieser Zeit, damit sie nicht vergessen werden und vielleicht trotz fehlender Gigs neue Menschen erreichen und für ihre Musik begeistern können“, so „Victoryaz“. (Foto: Chris Pham)

„Victoryaz“ hatten das local heroes Bayern-Team 2020 verzaubert. Die Jury war überzeugt, neben „Stand Up Stacy“, „Zeremony“, „Keep it close“ und „Mary Lou“ sollten sie auf der Zelt-Bühne des „ab geht die Lutzi“-Festivals in Rottershausen ihr Können unter Beweis stellen und um den Titel „Beste Nachwuchsband Bayerns“ kämpfen. Corona bedingt wurde das „musikalische Gipfeltreffen“ nun in den Sommer 2021 verlegt. Doch das heißt nicht, dass „Victoryaz“ seither untätig waren. Im Gegenteil. Zwar gerieten die bayrischen Landesfinalist*innen ob der Pandemie ins Zweifeln, doch vom Kurs abgekommen sind sie nicht.

Dass die Phase der Einschränkungen langsam lange wird, daraus machen „Victoryaz“ aus München keinen Hehl. Ende September ist auf ihrer Facebook-Seite zu lesen „Can gigs come back please so we top questioning our whole existence?“ Zwar gehe es allen soweit gut, doch „die Lage ist teilweise schon sehr demotivierend, wenn man sieht, wie wenig für Künstler*innen gemacht bzw. wie wenig Künstler*innen während dieser Zeit geholfen wird“, lässt Sängerin Vicky das local heroes Bayern-Team wissen. Von Künstler*innen werde derzeit verlangt, dass sie sich irgendwie über Wasser halten würden und dass danach alles so weiter gehe wie vorher. „Doch wovon sollen kleine Bands wie wir, die gerade angefangen haben sich etwas zu etablieren, ohne Gigs ihre neuen Projekte finanzieren?“ Das sei manchmal schon „sehr deprimierend“.

Neues Projekt umgesetzt

Auf der anderen Seite müsse man aber immer das Beste aus einer Situation machen, egal wie hart es sein möge. Man habe sowieso keine andere Wahl. „Ich habe mich darauf konzentriert neue Songs zu schreiben und alte aufzunehmen und habe seit Juni sehr viel Zeit im Studio verbracht“, lässt sie die vergangenen Monate zwischen Live-Sessions, Streaming-Konzerten und neuen Videos Revue passieren. „Die Zeit, in der man sonst unterwegs wäre und Gigs spielen würde, habe ich auf jeden Fall sehr sinnvoll genutzt.“ Daraus entstanden sei zum Beispiel eine EP. Viel verraten möchte die junge Musikerin hierzu nicht. „Ich sage nur so viel: Ohne Michael und Mario von den ‚Blackout Problems‘ wäre ich während Corona komplett aufgeschmissen gewesen. Ohne die beiden wäre meine erste EP so niemals entstanden. Wir sind extrem stolz auf das kommende Projekt.“ Auch ein Release mit Calvin Stone geht auf das Konto der jungen Sängerin, den Michael und Mario produziert haben. Zum Song „The Bells“ ´steuerte sie den Refrain bei.

Schon bald steht bei „Victoryaz“ also ein neuer, aufregender Release ins Haus. Und auch darüber hinaus bleiben sie optimistisch. „Wir hoffen sehr, dass sich die Lage bis zum ‚ab geht die Lutzi‘ beruhigt hat und wir dort spielen können!“

Der Sommer 2021 wird groß

Das hofft auch das local heroes Bayern-Team. Voller Optimismus blicken Dani Straßner, Lisa Fuchs und Nicole Oppelt dem 24. bis 26. Juni 2021 entgegen. „Wir wünschen uns wirklich sehr, dass wir in diesem Sommer das nachholen können, was wir eigentlich schon für 2020 geplant hatten: Eine musikalische Zusammenkunft, die zeigt, wie unfassbar gut Bayerns Nachwuchsbands tatsächlich sind“, so Dani Straßner. „Wenn wir Rückmeldungen wie die von „Vitoryaz“ lesen, werden wir noch einmal in unserer Auswahl der Landesfinalist*innen bestärkt. Diese Fünf sind etwas ganz Besonderes.“ Bis es soweit ist, verfolgt das Trio natürlich weiterhin den Weg von „Victoryaz“ und ihren Mitstreiter*innen. „Wir glauben, dass sich in den kommen Monaten noch viele Spannende Dinge auftun werden und freuen uns schon jetzt darauf, Neues von unseren Schützlingen zu erfahren.“

Text: Nicole Oppelt

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local heroes Bayern ist ein Riesenprojekt. Gestemmt wird es ehrenamtlich und damit unabhängig. Das ist auch gut so! Doch ohne Unterstützer für die gemeinsame Sache geht es nicht. Support bekommt das local heroes Bayern-Team von MonsterMerch, Art Rock – Tattoo Piercing Lifestyle, Gebrüder Stolz GmbH & Co KG (Hammelburg), BrandRocks, Bamberger Festivals e.V., ArtistRadar, MainPop, Musikinitiative Hammelburg e.V. und natürlich dem „ab geht die Lutzi“-Festival. Ohne diejenigen, die an local heroes Bayern und vor allem die teilnehmenden Künstler glauben, könnte so ein Projekt nicht realisiert werden.

local heroes Bayern: Eine Branche steht still – das ist „wirklich Irrsinn“

„Je mehr man voneinander gezwungen abgeschottet wird, desto wichtiger ist es den Kontakt unbedingt aufrechtzuerhalten, und genau das haben wir versucht zu vermitteln“, sagen „Stand Up Stacy“. (Foto: @fotokastl_)

„Stand Up Stacy“ hatten im Sommer 2020 einiges vor. Mit „Victoryaz“, „Zeremony“, „Keep it close“ und „Mary Lou“ wollten sie sich die Zelt-Bühne des „ab geht die Lutzi“-Festivals in Rottershausen teilen. Ihr großes Ziel: „Beste Nachwuchsband Bayerns“ werden und direkt ins local heroes Bundesfinale einziehen. Doch daraus wurde erst einmal nichts. Das Festival wurde für 2020 abgesagt, ein Live-Wettbewerb damit unmöglich. Schnell war klar, „Stand Up Stacy“ sollen 2021 ihre Chance bekommen. Bis es jedoch soweit ist, wird noch einige Zeit vergehen. Die Hände in den Schoß legen diese Nachwuchsmusiker allerdings nicht. Für sie steht Austausch gerade an oberster Stelle. Und ja, sie können dieser außergewöhnlichen Situation auch gute Seiten abgewinnen.

Die bayerischen Landesfinalisten „Stand Up Stacy“ wollen positiv bleiben. „Wir fiebern schon wieder der Zeit entgegen, wo es wieder losgehen kann“, lassen sie das local heroes Bayern-Team wissen. Für die Pop-Punk-Band aus München sei es „wirklich Irrsinn“, wie die ganze Branche zum Stillstand gelangt sei, und sie auch um ihre Release-Show und Tour nach der Albumveröffentlichung im April gebracht worden seien. „Wir halten sehr viel Kontakt mit unseren Fans, die extrem froh waren, dass hier und da doch kleinere Auftritte möglich waren, und mit denen wir den Austausch umso mehr genossen haben“, schildert Uwe, Sänger und Gitarrist der Band, die Lage. „Gott sei Dank gab es über die Social-Media-Kanäle alle Möglichkeiten, trotz allem den Kontakt zu halten und hier und da etwas Feedback zu unserem Schaffen zu bekommen.“ Intensiv tauschten sie sich mit anderen Bands über Möglichkeiten aus. Gemeinsam mit ihren Hörern und Freunden versuchten sie zudem das Gefühl zu vermitteln, „dass wir Musikliebhaber trotz allem füreinander da sind und auch noch da sein werden, wenn wir endlich wieder die Möglichkeit haben zusammen zu feiern.“

Songs neue entdecken

Hatte die außergewöhnliche Situation also auch gute Seiten? Für das Quartett steht fest: Ja! „Da wir an so vielen Stellen ausgebremst wurden, haben wir umso mehr versucht alles andere mitzunehmen was geht.“ Streaming-Konzerte für Festivalstalker und Hansecore Magazine wurden geplant und ausgerichtet. Außerdem waren sie zu Gast in den Podcasts „Backstage Bier“ und „Thank You For The Music“. „Wir hatten so die Gelegenheit präsent zu sein und uns trotz allem in der Musikszene und mit den Fans auszutoben. Und natürlich konnten wir uns sofort wieder ins Songwriting stürzen und schafften es so, nach ‚Open Your Eyes‘ im April, noch am 11. Dezember einen brandneuen Song namens ‚The Best Of Me‘ zu veröffentlichen.“ Bereits kurz nach der harten Lockdown-Phase im Frühjahr hätten sie sich außerdem dazu entschieden, Akustik-Versionen ihrer Songs von zuhause aus zu performen und unter dem Namen „Sta(c)y at Home“ zu veröffentlichen. „Wir konnten so also weiter musizieren, unsere Songs neu entdecken und unseren Hörern Einblicke in andere Interpretationen unserer Songs geben.“ Selbst die kurze Phase der Lockerung wurde prompt genutzt und ein Gartenkonzert umgesetzt. „Das war für uns eine Reise von München nach Bremen wert, und ein großartiger Abend mit tollen Menschen, die sich mindestens genauso gefreut haben, wie wir, dass es doch möglich ist mit etwas Achtsamkeit und dem nötigen Abstand ein fettes Konzert abzubrennen“, erzählt Uwe von diesem besonderen Erlebnis.

Stand Up Stacy – Hansecore Magazin Livestream Show vom 26.07.2020:

Die Krise als Chance sehen

Ihr Fazit nach fast einem Jahr mit der „Corona-Pandemie“ klingt entsprechend erbaulich: „Unsere Mitmusiker sind uns immer gigantisch entgegen gekommen, ob mit gegenseitigem Support bei Veröffentlichungen oder Aktionen, oder bei Ideenfindung und Abschätzungen, wie wir weiter machen und Auftritte verschieben können“, betont Uwe. „Es war sehr wichtig für uns andere Meinungen und Einschätzungen einzuholen, und haben uns umso mehr gefreut, wenn daraus ausgiebige Gespräche und Tipps entstanden sind, die sicherlich allen Beteiligten ein wenig geholfen haben, die Beschränkungen für Künstler nicht zu pessimistisch zu erleben und auch Chancen auszuarbeiten.“

Diese jungen Leute machen Mut

Diesen Eindruck kann auch das local heroes Bayern-Team unterschreiben. „Es hat wirklich gutgetan, in den vergangenen Wochen so viele Rückmeldungen unserer Landesfinalist*innen zu erhalten“, sagt Dani Straßner. „Diese jungen Musiker*innen haben uns einmal mehr gezeigt, dass keine Situation völlig ausweglos ist. Das macht Mut und lässt durchhalten.“ Gemeinsam mit „Stand Up Stacy“ und den anderen Landesfinalist*innen fiebern sie nun dem für das „ab geht die Lutzi“ anberaumten Termin entgegen. Vom 24. bis 26. Juni soll es in Rottershausen wieder hoch hergehen. „Wir sind wahnsinnig gespannt, wie sich unsere Teilnehmer*innen seit ihrer Nominierung für das Landesfinale weiterentwickelt haben“, sagt Lisa Fuchs. So manche Band habe binnen eines Jahres wahnsinnige Sprünge machen können. „Wir waren schon 2020 von unserer Auswahl überzeugt. Aber wer weiß, vielleicht setzen sie 2021 noch einen obendrauf.“

Text: Nicole Oppelt

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local heroes Bayern ist ein Riesenprojekt. Gestemmt wird es ehrenamtlich und damit unabhängig. Das ist auch gut so! Doch ohne Unterstützer für die gemeinsame Sache geht es nicht. Support bekommt das local heroes Bayern-Team von MonsterMerch, Art Rock – Tattoo Piercing Lifestyle, Gebrüder Stolz GmbH & Co KG (Hammelburg), BrandRocks, Bamberger Festivals e.V., ArtistRadar, MainPop, Musikinitiative Hammelburg e.V. und natürlich dem „ab geht die Lutzi“-Festival. Ohne diejenigen, die an local heroes Bayern und vor allem die teilnehmenden Künstler glauben, könnte so ein Projekt nicht realisiert werden.

local heroes Bayern: Kulturszene ist auf besondere Weise zusammengerückt

„Mary Lou“ starteten einen „Musikalischen Kettenbrief“: „Das war ein total spannendes Projekt, zumal wir sehr viele Versionen von derselben Grundidee des Songs erhalten haben, die in allen erdenklichen Musik-Genres endeten.“ (Foto: Pressematerial)

Für „Mary Lou“ sollte es im Sommer 2020 eigentlich hoch her gehen sollen. Gemeinsam mit „Stand Up Stacy“, „Victoryaz“, „Zeremony“ und „Keep it close“ hätten sie auf dem „ab geht die Lutzi“-Festivals in Rottershausen um den Titel „Beste Nachwuchsband Bayerns“ gespielt. Die „Corona-Pandemie“ machte allerdings nicht nur diesem Vorhaben einen fetten Strich durch die Rechnung. Seit Monaten steht die Kulturszene quasi still. Für „Mary Lou“ war und ist die Situation ambivalent. Sie wurden angespornt und haben sich in den vergangenen Monaten einiges einfallen lassen. Letztlich können sie dieser Pandemie auch ihre „guten Seiten“ abgewinnen.

2020 war für „Mary Lou“ ein Auf und Ab. Die vierköpfige Indie-Pop-Band aus Schwabsoien im Allgäu hatte sich sehr auf die Festivalsaison 2020 gefreut. Doch bereits Anfang des vergangenen Jahres wurden die meisten Termine abgesagt. „Das war erstmal schade für alle Beteiligten“, erinnern sie sich zurück. „Als dann auch noch alle Termine für Herbst abgesagt wurden, haben wir einfach versucht, das Beste aus der Situation zu machen, indem wir viel Zeit im Studio verbracht und neue Songs geschrieben und aufgenommen haben.“

Intensives Arbeiten und neue Erfahrungen

Sie nutzen die Zeiten des Lockdowns daher, um an ihren nächsten Veröffentlichungen zu arbeiten. „Im Nachhinein betrachtet, war das sehr positiv. Tatsächlich fragten wir uns zwischendurch, wann wir das eigentlich sonst hätten machen sollen.“ Zustande kamen in dieser Zeit auch zwei Streaming-Gigs samt Spendenaufrufen für ausgesuchte Hilfsorganisationen. Eine „interessante Erfahrung“ für die Band, wie sich im Nachhinein herausstellte. Gleichzeitig geben sie jedoch unumwunden zu: „Einen ‚echten‘ Auftritt unmittelbar vor Menschen konnten sie nicht ganz ersetzen.“

Ergeben haben sich jedoch auch neue Dinge. Schon im Frühling starteten „Mary Lou“, die 2020 ihr zehnjähriges Bandjubiläum feiern konnten, eine Art „Musikalischen Kettenbrief“. „Er begann mit einem Piano-Lick von unserem Sänger David Gramberg. Er ließ dort viel Platz für andere Musiker*innen und schickte es im Freundeskreis herum“, erklären sie die Idee. „Alle, die Lust darauf hatten, konnten den Song mit ihrem Instrument bereichern und dann wiederum an Musiker*innen aus dem eigenen Bekanntenkreis weiterschicken.“ Das Konzept entwickelte sich rasch – mit sehr positiven Rückmeldungen. Dadurch seien viele neue Kontakte zu anderen Musiker*innen entstanden. Ihr persönliches Netzwerk hat sich damit weiterentwickelt. Und das scheint gerade jetzt unerlässlich. „So wie es dieses Jahr um die Kulturbranche und deren Wertschätzung steht, ist es wohl wichtiger denn je, dass alle aus diesem Sektor zusammenarbeiten, vielleicht gibt es sogar keine andere Wahl“, sind die überzeugt. Da Kultur keine Lobby habe, müsse man kreativ werden, um die eigenen Interessen gegenüber der Politik zu vertreten. „Allein wird das wohl niemand bewerkstelligen.“

Die Kunst- und Kulturszene rückt zusammen

Sie selbst haben Zusammengehörigkeit und Solidarität auf musikalischer Ebene erlebt. Und das nicht nur auf direktem Wege im Rahmen des „Musikalischen Kettenbriefs“ und allen daran beteiligten Musiker*innen. „Wir haben auch das Gefühl, dass die gesamte Kunst- und Kulturszene, aber auch Musiklieberhaber*innen, Konzertgänger*innen, Fans etc. auf eine besondere Weise näher zusammengerückt sind.“ Mit positiven Gedanken blicken sie in die Zukunft und hoffen, „dass sich diese Art der Wertschätzung auch auf die letzten zweifelnden Personen übertragen wird.“

Kultur ist Grundnahrungsmittel

Diese Sichtweise teilt auch local heroes Bayern. „Mittlerweile sollte auch der Letzte begriffen haben, was uns derzeit durch Corona genommen wird“, sagt Dani Straßner und spricht damit auch für ihre ehrenamtlichen Mitstreiterinnen Lisa Fuchs und Nicole Oppelt. „Wir begreifen Kultur als essentielles Grundnahrungsmittel ohne die unser Leben deutlich ärmer wäre.“ Sehnsuchtsvoll blicken die Organisatorinnen daher auf den kommenden Sommer. „Wir hoffen wirklich, dass dann wieder deutlich mehr möglich sein wird und wir auch unseres fünf Landesfinalist*innen live auf der Bühne präsentieren können.“ Ihre Kooperationspartner vom „ab geht die Lutzi“ sind jedenfalls optimistisch. Der Vorverkauf ist bereits in vollem Gange und das Lineup für 2021 wird Stück für Stück präsentiert. „Wir alle streichen uns die Zeit vom 24. bis 26. Juni definitiv rot im Kalender an und freuen uns schon jetzt wahnsinnig, endlich alle Landesfinalist*innen hautnah zu erleben und mit ihnen die musikalische Vielfalt Bayerns zu feiern.“

Text: Nicole Oppelt

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local heroes Bayern ist ein Riesenprojekt. Gestemmt wird es ehrenamtlich und damit unabhängig. Das ist auch gut so! Doch ohne Unterstützer für die gemeinsame Sache geht es nicht. Support bekommt das local heroes Bayern-Team von MonsterMerch, Art Rock – Tattoo Piercing Lifestyle, Gebrüder Stolz GmbH & Co KG (Hammelburg), BrandRocks, Bamberger Festivals e.V., ArtistRadar, MainPop, Musikinitiative Hammelburg e.V. und natürlich dem „ab geht die Lutzi“-Festival. Ohne diejenigen, die an local heroes Bayern und vor allem die teilnehmenden Künstler glauben, könnte so ein Projekt nicht realisiert werden.

local heroes Bayern: „Wir vermissen es live zu spielen!“

„Keep it close“ sind nicht zu bremsen: „Wir haben Songs geschrieben, einen Livestream gemacht und sogar ein Wohnzimmerkonzert im kleinen Kreis veranstaltet – alles Corona konform!“, berichtet „Keep it close“. (Foto: Magic Pictures | Uschi Haindl)

Eigentlich hätten „Keep it close“ gemeinsam mit „Stand Up Stacy“, „Victoryaz“ und „Zeremony“, bereits im Sommer 2020 auf der Bühne des „ab geht die Lutzi“-Festivals in Rottershausen ihr Können unter Beweis stellen sollen. Dass daraus nichts wurde, ist hinlänglich bekannt. Für local heroes Bayern war sofort klar: Diese Talente sollen ihre Chance dennoch erhalten und 2021 um den Titel „Beste Newcomer-Band Bayerns“ spielen. Die Zeit bis dahin ist nicht nur lang, sondern auch voller Ungewissheiten. Für die Nachwuchsmusiker*innen ist das allerdings kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Auch in der Pandemie kennt die Kreativität von „Keep it close“ keine Grenzen.

„Ohne Kunst und Kultur wird’s still!“ – wohl kaum ein Satz prägte sich in den vergangenen Monaten tiefer ins Gedächtnis von Kulturfreunden ein. Im Rahmen der gleichlautenden Kampagne meldeten sich zahlreiche Künstler*innen und Kulturschaffende zu Wort, um auf die prekäre Lage der Veranstaltungsbranche hinzuweisen. Auch „Keep it close“ schwiegen nicht.

„Nichts ersetzt eine Live-Show!“

„Wir vermissen es live zu spielen… Sehr sogar“, lässt die Band ihre Fangemeinde bereits im Juli 2020 via Facebook wissen. „Eigentlich hätten (…) ein paar Festivals auf dem Plan gestanden, doch durch die derzeitige Lage wird keines davon stattfinden. Für viele Veranstalter könnte die Corona-Krise das Ende bedeuten und es ist nun einmal Fakt, dass es ohne diese Menschen keine Festivals & Co. gibt.“

In die Untätigkeit zurückgezogen haben sich die bayerischen Landesfinalisten allerdings nicht. „Wir haben natürlich viele Songs geschrieben und sind gerade dabei, uns für das kommende Förderprogramm der Initiative Musik vorzubereiten“, berichtet etwa Luca von „Keep it close“ im Gespräch mit local heroes Bayern über die jüngsten Aktivitäten seiner Band. Bereits in diesem Frühjahr planen die drei jungen Musiker aus Landshut ins Studio zu gehen. „Leider fehlt uns ein ordentlicher Batzen Geld fürs Studio, welches wir durch die Live-Shows reingespielt hätten. Aber irgendwie wird es schon hinhauen“, zeigt er sich weiterhin optimistisch. Insgesamt hätten sie bislang „schlicht das Beste aus der Situation gemacht“ und sogar „einige schöne Lösungen für das Corona-Problem“ gefunden. Doch für die Band ist klar: „Nichts ersetzt eine Live-Show!“ Dass man in Musikerkreisen miteinander verbunden sei, spiele ihrer Meinung nach nicht nur aktuell, sondern „immer eine sehr wichtige Rolle“. „Aber durch Corona kann man sich eben nicht mehr auf ein Bier im Backstage unterhalten.“ Hier hätten sich die Gruppen in den Sozialen Medien als etwas „Tolles“ erwiesen.

Selbst ein Gig für weniger Gage – um einen lokalen Club zu unterstützen – war für sie denk-, aber leider nicht umsetzbar. Um den Fans dennoch nahe zu sein und weiterhin Musik machen zu können, wurden sie kreativ. Kurzerhand wurde im Mai 2020 ein Wohnzimmer-Konzert anberaumt. „Das war sehr cool“, erinnert sich Luca an das Privatkonzert mit einigen Freunden und Bekannten zurück. Dort hätten sie ihre neuen Songs gezeigt, um sich wieder mal ein Feedback zu holen. „Wir haben es in meiner alten WG veranstaltet und uns vorher einfach bei der Stadt informiert, welche Schutzmaßnahmen zwecks Corona erfüllt werden müssen und wegen Lärmschutz. Die Stadt hat uns grünes Licht gegeben und dann haben wir das Ganze veranstaltet.“

„Sie sind uns wichtig!“

Und wie steht es im Team von local heroes Bayern? „Uns ist wirklich das Herz aufgegangen“, fasst Dani Straßner die Aktivitäten der Landesfinalisten 2020 bzw. 2021 zusammen. „Es ist toll zu sehen, welche kreativen Kräfte in dieser Zeit frei geworden sind.“ Für die bayerischen Landesveranstalter ist es seit jeher eines der ersten Anliegen, den jungen Musiker*innen nicht nur eine Plattform zu bieten, auf der sie sich live präsentieren können, sondern sie darüber hinaus auf ihrem Weg zu begleiten. „Wir suchen aktiv den Kontakt zu den Musiker*innen und verfolgen natürlich regelmäßig, welche Neuigkeiten sie veröffentlichen“, erklärt Lisa Fuchs. „Dabei müssen es nicht immer die großen Gesten sein. Wertschätzung heißt für uns zu zeigen, dass sie uns wichtig sind, dass wir uns für ihr Tun interessieren. Etwas Schöneres kann es zwischen Menschen doch kaum geben.“ Auch local heroes Bayern hofft, dass es im kommenden Sommer weitergeht. Der Vorverkauf beim Kooperationspartner „ab geht die Lutzi“ ist bereits in vollem Gange und das Lineup für 2021 präsentiert. „Wir hoffen wirklich, dass vom 24. bis 26. Juni wieder ordentlich Trubel in Rottershausen herrscht“, so Nicole Oppelt abschließend. „Alle Musiker*innen und ihre Fans, aber auch alle hinter den Kulissen hätten es mehr als nur verdient.“

Text: Nicole Oppelt

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local heroes Bayern ist ein Riesenprojekt. Gestemmt wird es ehrenamtlich und damit unabhängig. Das ist auch gut so! Doch ohne Unterstützer für die gemeinsame Sache geht es nicht. Support bekommt das local heroes Bayern-Team von MonsterMerch, Art Rock – Tattoo Piercing Lifestyle, Gebrüder Stolz GmbH & Co KG (Hammelburg), BrandRocks, Bamberger Festivals e.V., ArtistRadar, MainPop, Musikinitiative Hammelburg e.V. und natürlich dem „ab geht die Lutzi“-Festival. Ohne diejenigen, die an local heroes Bayern und vor allem die teilnehmenden Künstler glauben, könnte so ein Projekt nicht realisiert werden.



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