Archiv für April 2013

„Tanz in den Mai“ ganz wörtlich genommen…


Foto: Tubbe (Pressematerial)

Dieses Jahr nimmt die Musikini Hammelburg den Titel ihrer Veranstaltung überaus genau beim Wort. Mit einer guten Portion Dance und Electro von „Tubbe“ soll das Publikum heuer nämlich mal so richtig „in den Mai tanzen“, wenn die Pforten des Vereinsheims am Dienstag, den 30. April, um 20:30 Uhr öffnen.

Für die passende Musik sorgt das Duo „Tubbe“ aus der Elektroschmiede „Audiolith“, welche allen voran Bands wie „Frittenbude“ oder „Captain Capa“ in ihrem Label beheimatet. Das 2011 gegründete Zweiergespann ist aber auch schon lange kein Geheimtipp mehr. Nachdem sie ihren ersten Live-Gig mit nur vier Songs bestritten haben, konnten sie sich vor weiteren Anfragen kaum retten. „Tubbe“, bestehend aus Frontfrau Steffi Jakobs und dem Produzenten Klaus Scheuermann, touren nun durch die deutschen Clubs, um dort mit viel Licht und Tanz ihren Kampfschrei von der Bühne ins Publikum zu werfen: „Hoo Rave!“, hallt es durch das Mikrofon.

Eintönig wird es mit dieser Combo aus Berlin nie, denn ihr Programm ist breit gefächert. Von melancholischen Rave-Balladen wie „Liebe.Fertig“, welche an „Frieda Gold“ erinnern, bis hin zu Dance-Krachern wie beispielsweise „Mess“ geht das Publikum mit ihnen durch alle Lebenslagen. Danach richtet sich auch die Stimme der Sängerin. Von fast Rap gleichen Sprechgesang bis hin zu weichen Tönen bringt sie alles mit, was diese besondere Kombination braucht, um die Musik zu untermalen. Auch haben sie feste Regeln für ihre Auftritte: Nötig sind kleine Kätzchen, weil diese so süß sind. Natürlich darf „Tubbe“ auch auf keiner Party fehlen – genauso übrigens wie Knicklichter, um alles optisch abzurunden.

Text: Madlen Wittmann

Mehr als nur zarte Bande…

Der Indie Clash der Musikinitiative Hammelburg e.V. war ein voller Erfolg

Insgesamt drei Bands standen am vergangenen Samstagabend auf der Bühne des Hammelburger Wasserhauses. Die Musikinitiative Hammelburg e.V. hatte zum Indie Clash geladen. Und der war hochkarätig besetzt. Mit der Mannheimer Formation „Oakfield“ debütierte eine Truppe aus dem Schoße der renommierten Popakademie Baden-Württemberg. Ihnen zur Seite standen mit „Chinese Silk and Videotape“ und „Tending to Huey“ gleich zwei Landesfinalisten von „local heroes“-Bayern 2012.

Manchmal schließen die ehrenamtlichen Helfer der Musikinitiative Hammelburg e.V. in den frühen Morgenstunden nach einem Konzert die Türen des Wasserhauses und sind einfach rundum zufrieden. Am vergangenen Samstagabend oder besser gesagt Sonntagmorgen war das so. Anlässlich des Indie Clash wurde ihnen und auch dem anwesenden Publikum eindrucksvoll vor Augen geführt, dass sich musikalische Nachwuchsarbeit tatsächlich auszahlen kann – und das nachhaltig.


„Jens kennt wunderbare Leute, die tierisch gut abgehen können. Es hat uns super viel Spaß gemacht“, freuen sich „Oakfield“ über das gelungene Debüt. (Foto: RE ON TOUR)

„Er spielt wie der Teufel höchstpersönlich“

In puncto Können durchaus auf Augenhöhe, lieferten sich „Oakfield“ aus Mannheim, „Chinese Silk and Videotape“ aus München sowie „Tending to Huey“ aus Würzburg einen absoluten Ohrenschmaus, der am Ende des Konzertes mit nicht nachlassenden Zugaberufen belohnt wurde. Erstere traten übrigens zum ersten Mal in den kleinen Vereinsräumen vor den Toren Hammelburgs auf. Eine Verbindung zur Stadt haben sie jedoch bereits seit längerer Zeit. Denn in dem ehemaligen zweiten Vorstand der Musikini, Jens Schneider, haben die Studenten der Popakademie in Mannheim einen überaus fähigen Gitarristen gefunden, den sie derzeit nur schweren Herzens mit „The Voice of Germany“-Gewinner Nick Howard teilen. Umso bedauerlicher, dass der Anfang 20-Jährige, der Tour bedingt gerade quer durch Deutschland unterwegs ist, ausgerechnet im Zuge seines „Heimspiels“ nicht mit dabei sein konnte. Seine Kumpanen Joris (Vox, Piano, Git) , Alex (Bass) und Tobias (Drums), mit denen er seit der Gründung im Herbst 2011 musiziert, sowie Ersatzmann Iven Niklas, ließen sich jedoch nicht lumpen. Sie grüßten ihren erkrankten „Abtrünnigen“ mit lautstarker Unterstützung des Hammelburger Publikums via Videobotschaft. Trotz des zwischenzeitlichen „Verlustes“ sind sie sich einig, „ihren Jens“ gern ausgeliehen zu haben. „Er spielt wie der Teufel höchstpersönlich“, lobt Frontmann und WG-Partner Joris die musikalischen Qualitäten des einstigen Hammelburgers.

Ein „Höllenritt“ sind „Oakfield“-Konzerte dann aber doch nicht. „Wir sind sehr atmosphärisch unterwegs“, versucht sich der Sänger an einer Charakterisierung. In ihrem Gesamtpaket bekämen sie offenbar eine gute Mischung zustande, die die Leute mitziehe. Ansprechen tue dies, das zeigte sich übrigens auch in Hammelburg, dann auch diejenigen, sonst vielleicht eher Rock, Metal oder gar Jazz hören würden. Der Vergleich zum Sound von „Coldplay“ „U2“ oder „Kings of Leon“, das gibt er unumwunden zu, sei natürlich nicht weit hergeholt. Eine Schublade, die ihnen aber durchaus legitim erscheine. „Wenn man sich wirklich viel mit diesen Bands auseinandersetzt, dann klingen wir gar nicht so sehr wie sie. Aber, wenn man erst einmal eine Kategorie sucht, dann greift man wahrscheinlich hierzu“, erklärt Joris.


„Chinese Silk and Videotape“ haben die Zeit im Wasserhaus sichtlich genossen. Künftige gemeinsame Auftritte mit der Musikini-Band „Tending to Huey“ sind bereits angedacht. (Foto: RE ON TOUR)

Jetzt in Hammelburg, demnächst schon in Istanbul

Genauso ergangen ist es auch „Chinese Silk and Videotape“. Die einstigen „local heroes“-Bayern Landesfinalisten waren auf Einladung der ehemaligen Wettbewerbskollegen „Tending to Huey“ ein weiteres Mal in die Weinstadt gekommen. „Damit“, erinnern sich Denis und Jojo an die große Geste vom September 2012, „haben wir nicht gerechnet.“ Jetzt noch einmal in Hammelburg zu spielen, habe sie sehr gefreut. Gerade auch „Tending to Huey“, die sie im Zuge des Nachwuchswettbewerbs kennen und schätzen lernten, hätten sie jetzt neu begeistert. Seit der ersten Begegnung im Rahmen von „local heroes“-Bayern haben sie sich mit den Würzburgern regelrecht angefreundet. „Wir bleiben auf jeden Fall in Kontakt“, bekräftigen die beiden nun noch einmal den gefassten Entschluss. Für beide Bands sei die Zusammenführung im Wasserhaus vor gut einem halben Jahr definitiv eine nachhaltige Sache gewesen. Gegenseitig könne man von den verschiedenen „Homebases“ Würzburg, Leipzig, München und Stuttgart profitieren.


„Tending to Huey“ arbeiten derzeit an neuen Songs, die voraussichtlich ab Ende dieses Jahres zu hören sein werden. (Foto: RE ON TOUR)

„Chinese Silk and Videotape“, die mittlerweile mit ihrem neuen Schlagzeuger Hannes unterwegs sind, haben seit dem Spätsommer des vergangenen Jahres aber nicht nur zarte Bande gen Unterfranken geknüpft. In München wurde seither auch am ersten Album „Exit Direction“ gearbeitet, welches in einigen Wochen erscheinen wird. Einen ersten Vorgeschmack darauf haben sie nun in Hammelburg abgeliefert. Eine kleine Tour im Zuge des Release sei definitiv geplant. Im Mai zieht es die jungen Herren jedoch erst einmal an den Bosporus. Istanbul ist ihre nächste Station. Dort steht dann nicht nur ein Videodreh, sondern am 12. Mai auch ein Auftritt im Club „Nublu Istanbul“ an. Und das ihnen dort am Ende widerfahren wird, das bleibt sicher auch den Hammelburger Fans nicht verborgen.

Text: Nicole Oppelt

Local Heroes (Vol. 58): Shaky Foundation


„Shaky Foundation“ aus Würzburg sind die Neuentdeckung in der regionalen Musikszene. (Foto: Peter Hausmayer/fürs auge)

Es gibt Acts, die durch ihre äußere Erscheinung bestechen. Schrill, bunt, laut, zuweilen gar überdreht. Die Indiepop-Formation „Shaky Foundation“ aus der unterfränkischen Universitätsstadt Würzburg ist das alles nicht.

Eher im Gegenteil: Zu dritt stehen Max Seeger, Sebastian Höhn und Jannis Scheurich auf der Bühne. Allesamt gerade einmal 18 Jahre jung. Sobald sie zu ihren Instrumenten greifen, kann das Publikum getrost die Augen schließen und dennoch eine völlig neue Welt erfahren. Ihr spannendes Ziel: Musik, die organisch, authentisch und flüchtig bleiben soll und so bei jedem Konzert neu entsteht.

Musik zum Wegträumen

Ungewöhnlich dicht ist das Klangbild des Trios. Bewusst verzichten sie auf Samples oder Halbplaybacks. Weniger ist hier mehr. „Ein Song sollte lieber aus vielen kleinen, einfachen Bausteinen bestehen als aus Großen, die zu viel Platz wegnehmen“, sind sie sich einig. Dennoch erzeugen sie Klangteppiche, die wohlig umschließen und genau hin horchen lassen. Die Kombination ist alles andere als alltäglich: Da ist nicht nur Sänger Max mit seiner unverwechselbaren Stimme, sondern auch Jannis, der hierzu eine eindrucksvoll hohe zweite Stimme liefert und so ganz nebenbei Glockenspiel und Schlagzeug gleichzeitig bedient. Komplettiert wird der Sound von Basti, der sich ebenfalls nicht mit einem Instrument zufrieden gibt und traumwandlerisch zwischen Bass und Synthesizer switcht. „Indie“, das ist die musikalische Schnittmenge dieser drei jungen Männer. Klischeehafte Popmusik? „Das ist uns zu langweilig“, so „Shaky Foundation“. „Indiepop, wie wir ihn uns vorstellen, ist eine sehr versunkene Musikrichtung in der man sich gut verlieren und wegträumen kann. Das passt super zu uns.“

Gefühle und Momentaufnahmen


“Shaky Foundation” verzaubern ihre Zuschauer gänzlich unaufgeregt. (Foto: Peter Hausmayer/fürs auge)

Diese Drei wissen bereits genau, was sie wollen. Seit frühester Jugend machen Max, Basti und Jannis Musik. Seit Anfang 2012 gemeinsam als „Shaky Foundation“. „Musik ist auch ein bisschen eine Parallelwelt für uns, in der wir alles nach unseren eigenen Vorstellungen aufbauen können im Gegensatz zur Realität“, versuchen sie ihre Leidenschaft auf den Punkt zu bringen. Die Ratio spielt dabei kaum eine Rolle, ebenso wenig wie das pure „Unterhalten“ ihres Publikums mit Geschichten, Anekdoten oder gar politischen Statements. Es geht um mehr: „Es ist uns wichtiger, uns von unsern Emotionen leiten zu lassen, Gefühle und Momentaufnahmen weiter zu geben. Die Melancholie ist dabei das wohl stärkste Gefühl, das sich durch unsere Musik zieht“, erklärt Max, der für die Texte der Band verantwortlich zeichnet.

Von Max stammen dann auch Songzeilen wie „It’s all about those crackling moments“ oder „And we keep dancing on the moon, ’til we wake up, sun rises soon“ die mittlerweile zu den ausgemachten Lieblingsparts der Band gehören, bringen sie doch das Empfinden des Trios meisterhaft zusammen. „Die Gegenwart und der Moment ist viel wichtiger als die Zukunft oder die Vergangenheit“, sind sie überzeugt. Und am Ende des Tages gehe es ohnehin nur um die wenigen „knisternden“, perfekten Momente, die man von Zeit zu Zeit erlebt, ganz gleich, ob bei einem Tagtraum, einer Landschaft, dem funkelnden Sternenhimmel bei Nacht oder gar mit Raumschiff Enterprise.

Aufbruch und Suche

Den Tag verschlafen, durch die Nacht träumen – mit Passivität hat diese Grundeinstellung allerdings wenig gemein. „Shaky Foundation“ geht es um den Aufbruch, um die Suche. Darum, schöne Momente für immer festzuhalten. Wie ein roter Faden zieht sich diese Stimmung durch ihr Set. So singen sie etwa in „Somewhere else“: „Do you know this feeling? You fall in love with a place you’ve just discovered sitting down on its surface. It’s this kind of magic here in the air. You take a deep breathe to take it somewhere.“

Ihr Konzept geht auf: Die erste eigene EP ist bereits im Kasten. Darüber hinaus sind sie Teil des Audiosurfsamplers 2013 der Musikmesse Frankfurt und des Visions Musikmagazins. Auch Deutschland wird verstärkt erkundet. Von München bis Berlin reichen die Spielstätten. Der Musikblog MaMuMa ist sich schon jetzt sicher. Da kommt noch mehr: „Das ist höchst sympathisch und gleichermaßen toller Indie-Pop-Rock, den man so auch ohne Bedenken auf den nationalen wie internationalen Indie-Radio-Stationen platzieren könnte.“

Text: Nicole Oppelt

Roxanne de Bastion: „In die ‘easy listening’-Kategorie gehöre ich nicht“

Regelmäßige Leser der Readers Edition kennen Roxanne de Bastion bereits aus dem sprichwörtlichen FF. Fast von Anfang an verfolgten sie die Geschichte der jungen Berlinerin, die nur mit ihrer Gitarre im Gepäck den Sprung auf die Insel wagte. Jetzt hat die zierliche Dame mit der Power für Zwei ihr Debüt-Album „The Real Thing“ veröffentlicht – mit nicht wenigen Überraschungseffekten.


„Wir haben alles live aufgenommen, ohne click track und ohne glattbügeln“, so Roxanne über ihre Studiozeit in Berlin Ende 2013. (Foto: Pressematerial)

Vor noch nicht allzu langer Zeit ging es in der musikalischen Welt von Roxanne de Bastion noch außerordentlich verspielt zu. Ganz gleich, ob ihr Video zu „Indie Electro Pop“, „One Morning“ oder am Ende sogar „Buckle up“: Schrille Farben, Seifenblasen, nicht ganz legale Aktionen zeichneten das Porträt einer vor Lebensfreude sprühenden jungen Künstlerin, die sich zwar Elemente ihrer Kindheit bewahrt hat, aber schon mit einem Bein mitten im Leben stand. Diesen letzten Schritt hat Roxanne de Bastion nun vollzogen. Mit ihrem Debüt „The Real Thing“ ist sie endgültig erwachsen geworden.

Leben, fühlen, hören sehen – die ganze Welt ist ein Song

Insgesamt zehn Lieder hat die einstige Berliner Göre auf ihre Scheibe gepackt. Entstanden sind sie alle während der vergangenen fünf Jahre, die sie in England zugebracht hat. Zu verstehen, so erklärt sie selbst, sei die Zusammenstellung daher auch wie eine Art „Tagebuch“, das den Musikfreunden Einblick in ihr Auswanderer- oder besser gesagt Musikerleben auf der Insel gewährt. „ Alle meine Lieder sind sehr persönlich“, gibt sie unumwunden zu. Alles was sie erlebe, ihr begegne, sie beobachte, fühle, höre oder lese floss bisher in ihr Schaffen ein und kann auch in Zukunft in einem ihrer Songs zu neuem Leben erwachen. So setzt sie sich etwa in “Empty Space” mit ihrer Beziehung zu ihrer Geburtsstadt Berlin auseinander. In “Somewhere upon Avon” thematisiert sie wiederum das eingeschränkte Kleinstadtleben in England.

Ohnehin habe sich seit dem Erscheinen ihrer ersten Single „Buckle up“ im November 2011 so einiges getan, vor allem musikalisch. Nach wie vor finden sich so wesentliche Einflüsse wie The Beatles oder The Kinks. So zollt sie etwa mit „1964“ dem Stil von Ray Davies Tribut. Aber auch Regina Spektor, deren Produzent Gordon Raphael auch für Roxannes Album verantwortlich zeichnet, ist in „Red and White Blood Cells“ oder „Handwriting“ wiederzufinden. Verarbeitet hat Roxanne in ihrem Album aber auch „Neuentdeckungen“, wie zum Beispiel Judee Sill, eine junge und bereits verstorbene Singer-Songwriterin, die sie erst ein Paar Wochen vor dem Studiotermin für sich entdeckt hätte. „Das Lied ‘The Real Thing’“, so Roxanne rückblickend, „wäre ohne Judee Sill auf jeden Fall nicht zustande gekommen.“

Zurück in die 60er: Roxanne verzichtet auf technische Spielereien

Insgesamt wirkt die Scheibe wie der sprichwörtliche Weg „back to the Roots“. Kein Hall, der die Stimme verfälscht, keine Effekthascherei. Das sieht auch Roxanne so: „Das Konzept ist simple: gute Lieder aufnehmen, live und ohne viel Manipulation, so wie man dass auch in den 1960‘s gemacht hätte“, bringt sie den wohl wesentlichsten Charakterzug ihrer Platte auf den Punkt. „Ich wollte unbedingt, dass mein erstes Album eine ehrliche Repräsentation von mir und meiner Musik ist.“ Der Titel „The Real Thing“ versteht sich da fast wie von selbst. Echt und ehrlich sollte es sein. „So viel Musik ist heutzutage total ‘überproduziert’. Teilweise sogar so sehr, dass man gar nicht mehr erkennt, ob das Lied an sich eigentlich gut ist oder nicht“, fasst sie die Schattenseite der heutigen Musikindustrie zusammen, der sie nicht anheim fallen wollte.

Dass jedoch auch sie nicht in die „easy listening”-Kategorie gehört, ist ihr durchaus bewusst. „Man muss immer den Weg gehen, der für einen selber am meisten Sinn macht und Dinge so machen, wie man sie selber für richtig hält. Das habe ich beim Videodreh von ‘Buckle Up’ gemacht und auch beim Aufnehmen dieser ersten Platte“, zeichnet Roxanne selbstbewusst ihre Maxime nach. Dabei könne es durchaus passieren, dass man am Ende alleine dastehe. Auch ihr werde oft gesagt, dass ihre Musik oder Herangehensweise ungewöhnlich wäre. „Für mich selber ist das natürlich schwer zu sehen. Ich glaube aber schon, dass mein Album bestimmt nicht für jeden ist. Es gehört auf keinen Fall zur “easy listening”-Kategorie.“ Vielmehr sei es für Menschen, die gerne Texte hören und die Lieder auch gerne zwei oder drei Mal Revue passieren ließen, um beim vierten Mal etwas Neues zu entdecken.

Unzählige Gigs und Touren bis in die USA

Gelegenheit bietet Miss de Bastion hierzu mehr als genug. Denn ihre Songs, so die Singer-Songwriterin, seien, vielleicht abgesehen von „ Red and White Blood Cells“, auch thematisch und strukturell erwachsener geworden. Geschuldet sei das in erster Linie dem Leben selbst. Gigs, Gigs, Gigs lautete ihr Motto in den vergangenen Jahren. Allein 2012 waren es über 80 Konzerte. Im vergangenen Herbst stand drei Monate lang durchgängig touren in Großbritannien, Deutschland und den USA auf dem Programm – natürlich von A bis Z selbst organisiert. Hängengeblieben sei dabei vor allem ihr nunmehr dritter Aufenthalt in New York, während dem sie nicht nur selbst gespielt, sondern vor allem von anderen Singer-Songwritern gelernt hätte. Sowohl das Niveau der hiesigen Künstler als auch das Publikum hätten sie begeistert. Der nächste Plan im Kalender von Roxanne de Bastion? Am „liebsten gleich auf US Tour“!

Hier geht’s zu Roxannes neuestem Video:

Text: Nicole Oppelt

Dem Alltag wunderbar entrückt

Mit ihrem ersten Indie-Clash 2013 vereint die Musikini Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Die Premiere des „local heroes“-Landesfinales im vergangenen September brachte „Chinese Silk and Video Tape“ aus München einen Auftritt im Wasserhaus ein. Zusammen mit der Musikini-Band „Tending To Huey“, die es ebenfalls unter die Top 6 aus ganz Bayern gebracht hatte, und der Indie-Pop-Band „Oakfield“ betreten sie am kommenden Samstag, den 20. April, erneut die Hammelburger Bühne. Einen Wettstreit streben die jungen Künstler diesmal allerdings nicht an, sondern einen atmosphärisch-stimmungsvollen Abend.


Mit ihrem Synthie Pop/Rock aus der bayerischen Landeshauptstadt wollen „Chinese Silk and Videotape“ erneut das Wasserhaus verzaubern. Foto: Pressematerial

Zufällige Konstellationen sind nicht selten die besten. Das gilt auch für das Vorhaben der Musikinitiative Hammelburg .eV. am kommenden Samstag. Eigentlich hatte die stets lange vorausplanende Organisatorenschar diesen Indie-Clash so gar nicht auf der Agenda. In die Hände spielten ihnen hier aber nicht nur große Gesten, sondern auch reisefreudige junge Leute samt solchen, die es immer wieder gerne ins Wasserhaus zurück zieht.

„Tending To Huey“ trumpfen mit Bescheidenheit

Doch von vorne: Die Überraschung am 1. September 2012 war riesig: Die Musikini-Truppe „Tending To Huey“ führte sich im Zuge des ersten „local heroes“-Landesfinales unter der Ägide der Musikini nicht nur als musikalisch extravagante Formation ein. Das Quartett aus Würzburg punktete am Ende der Preisverleihung auch noch mit echter Großzügigkeit. Eigentlich gebührte Platz vier und damit ein weiterer Gig im Wasserhaus an der Seite eines namhaften Headliners der Musikini-Combo. Freudig dankte die Band dem Publikum und der Jury für das entgegengebrachte Vertrauen und die Würdigung ihrer musikalischen Leistungen. Doch dann der Clou: Sie selbst schätzten sich anders ein und überreichten „Chinese Silk and Videotape“ ihren Gewinn. In den Augen von Daniel Schmitt, Christian Schmitt, Michael Sturm und Manuel Müller waren die Jungs aus München die rechtmäßigen Kandidaten auf dieser Position. Das Ergebnis: Geeinigt wurde sich auf einen wunderbaren Kompromiss: Den Gig im Wasserhaus wollten die beiden Bands gemeinsam absolvieren. Schöner, darin waren sich Jury und Publikum nach diesem uneigennützigen Zug einig, kann ein Wettbewerb nicht beschlossen werden.


Zwei Schlagzeuge, futuristische Bühnenoutfits, Klänge, die meist anders als erwartet daher kommen – Tending to Huey sind aus der regionalen Musikszene nicht mehr wegzudenken. Foto: Pressematerial

Auf Tour mit „The Voice of Germany“-Gewinner Nick Howard

Gesagt getan: Die Planungen liefen auf Hochtouren und schnell stellte sich die gebührende Ergänzung dieser beiden außergewöhnlichen Formationen ein. In den Reihen der international bekannten Popakademie Baden-Württemberg in Mannheim wurde man fündig. „Oakfield“ schien nicht nur die perfekte Zutat für die bereits bestehende Konstellation, sondern lieferte zugleich eine echte Verbindung zu Hammelburg. Denn an den Gitarrensaiten ist hier niemand Geringeres als der einstige zweite Vorstand der Musikini, Jens Schneider, aktiv. Zwischen Studium und einer aktuellen Tour mit „The Voice of Germany“-Gewinner Nick Howard packt der Anfang 20-Jährige nun seine Kumpanen Joris Buchholz, Tobias Voges und Tobias Derer ein, um in seiner alten Heimat „atmosphärischen Indie Pop“ vom Feinsten abzuliefern.


Irgendwo zwischen Coldplay und One Republic verzaubern Oakfield nicht nur dank der rauchigen Stimme von Frontmann Joris Buchholz. Foto: Pressematerial

„Dieses Trio passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge“, freut sich das Musikini-Team über eine solch glückliche Fügung. Mit dieser musikalischen Mischung könne sich das Publikum einen ganzen Abend lang wunderbar dem hektischen Alltag entrücken. Sie sind sich sicher, auch am kommenden Samstag das hohe musikalische Niveau bieten zu können, welches Publikum und Jury bereits im Zuge des „local heroes“-Landesfinale begeisterte. Einige Teilnehmer, so das damalige Urteil der Fachleute, seien bereits so stark, dass nur noch der richtige Song fehle, um durchzustarten. Eine vielversprechende Prognose, die sicher auch für den kommenden Abend und gilt. Gedacht wird hinter den Musikini-Kulissen übrigens schon weiter. Am 31. August wagt man hier erneut das Abenteuer „local heroes“-Landesfinale. „Die Nominierungen laufen. Der Rücklauf verspricht schon jetzt ziemlich bunt zu werden“, heißt es hierzu aus dem Organisationsbüro. Hammelburg darf also gespannt sein.

Los geht’s ab 20.30 Uhr

OAKFIELD – Killing me

CHINESE SILK AND VIDEOTAPE – Almost Over

TENDING TO HUEY – Transformer

Mehr unter:
www.facebook.com/oakfieldband
www.chinesesilkandvideotape.com
www.facebook.com/chinesesilkandvideotape
www.tendingtohuey.de
www.facebook.com/huey666

Text: Nicole Oppelt