Archiv für Juni 2013

Local Heroes Bayern 2013: Die Top 6 der Musikini stellen sich vor

Eine Fachjury hatte die Qual der Wahl: Sie musste die bayerischen Landesfinalisten ermitteln


(Foto: Tending to Huey @ Landesfinale 2012 im Wasserhaus Hammelburg by RE ON TOUR)

Seit Beginn des Jahres war das „local heroes“-Team der Musikinitiative Hammelburg e.V. auf intensiver Erkundungstour. Wie schon bei der Premiere im Jahr 2012, wurden auch diesmal ausgesuchte Nominatoren aus dem gesamten Freistaat gebeten, ihre drei Favoriten für eine Teilnahme am „local heroes“-Landesfinale Bayern zu übermitteln. Nach einer Vorauswahl innerhalb der Vorstandschaft war nun die Fachjury gefragt. Es galt, aus nunmehr 15 Kandidaten die Top 6 zu küren.

„Die musikalische Vielfalt, die der bayerische Nachwuchs an den Tag legt, ist absolut beeindruckend“, so das „local heroes“-Team der Musikinitiative Hammelburg e.V. Nachdem sich bereits im Herbst 2012 kurz nach der Landesfinal-Premiere die ersten Interessenten in Hammelburg gemeldet hatten, rief das Team seit Januar erneut Jugendzentren, Musikinitiativen und viele mehr in ganz Bayern auf, ihre drei Favoriten für den diesjährigen Wettbewerb zu nominieren. Mitte Mai dann der erste Paukenschlag: Die TOP 15 standen fest. Nach einer Vorauswahl durch die Vorstandschaft lag es jetzt abermals an einer Fachjury, noch einmal die Spreu vom Weizen zu trennen.

Landesfinalisten 2013: Ein bunter Querschnitt aus Nord- und Südbayern

Einfach hatten es die Damen und Herren, allesamt erfahrene Fachleute aus der Musikbranche, nicht. „Die Genre-Verteilung gestaltete sich ebenso querbeet wie der Auftritt der jungen Leute und letztlich auch ihr handwerklicher Fortschritt“, fassen die Musikini-Organisatoren zusammen, wie schwierig sich die Aufgabe gestaltete. Nach gut zweieinhalb Wochen zittern und bangen stand das Ergebnis fest. Für folgende Top 6 aus 15 haben sie sich entschieden: Raw Idol aus Bad Kissingen, Drown in Grace aus Coburg, Shaky Foundation aus Würzburg, Rustinal aus München, The Governors aus Aschaffenburg sowie Ace the second service aus Straubing-Bogen sind die „local heores“-Landesfinalisten 2013.


(Foto: Raw Idol by RE ON TOUR)

Raw Idol, die am 31. August mit ihrer bezaubernden Frontfrau Julia im Wasserhaus an den Start gehen, haben sich in der Region bereits einen Namen als durchschlagende Vertreter in Sachen Rock und Alternative machen können. Auch im Landesfinale wollen sie mit ihrer „eingespielten Groovefraktion, den hämmernden Gitarrenriffs“ und entsprechenden „Lyrics, mal kritisch hinterfragend, mal direkt ins Gesicht“ punkten. Drown in Grace hingegen wollen Publikum und Jury mit Alternametal überzeugen. Benjamin Bátyi, Maximilian Knauer, Benjamin Maisel und Florian Bátyi machen bereits seit 2009 gemeinsam Musik. Ihr Credo seither: „Wir sind vier Jungs aus Coburg, die sich von allen musikalischen Trends los reißen und einfach ihr Ding durchziehen.“ Was dabei herauskommt ist am Ende alles, von „kompromisslos aggressiven Riffs“ bis hin zu „sanften, melodiösen Klängen“. Ihr ganz eigenes Ding machen auch Shaky Foundation. „Musik ist auch ein bisschen eine Parallelwelt für uns“, erklären die drei jungen Männer, was ihr Hobby für sie bedeutet. Gerade mal 18 Jahre jung, haben die Drei in ihrer Heimat und auch abseits der fränkischen Gefilde mit ihrem Indie-Pop schon für ordentlich Aufmerksamkeit gesorgt. Ihr spannendes Ziel seit Anfang 2012: „Musik, die organisch, authentisch und flüchtig bleiben soll und so bei jedem Konzert neu entsteht.“

Glam-Rock trifft auf verträumte Indie-Rocker

Die ausgemachten „Paradiesvögel“ des diesjährigen Landesfinales sind jedoch ganz sicher Rustinal. Schon mit ihrem Bandfoto, das das Quintett in wildem Animalprint und bewusst schräg präsentiert, sorgten sie für Aufsehen. Erst vor kurzem gaben die Glam-Rocker aus Süddeutschland dem Berliner Publikum auf der Jugendmesse YOU einen Eindruck von ihrem Können. Und dass da jede Menge drin steckt, davon zeugt bereits ein erster Blick in die Liste ihrer Einflüsse: Van Halen, Extreme, Mötley Crüe und und und ist da zu lesen. Dass das nichts für zarte Gemüter ist, versteht sich da natürlich von selbst. Ganz anders kommen dagegen The Governors daher. Die Indie-Rocker aus dem Landkreis Aschaffenburg wollen aber ebenfalls alles andere als gewöhnlich sein. Über diverse Umwege vereint, sind die vier Studenten mal verträumt, mal realistisch, doch stets mit offenem Blick durch die Welt unterwegs. Was dabei entsteht, sind Zeilen zwischen „Hope and Disillusion“, die dann aber doch versöhnlich stimmen. Denn auch für sie ist am Ende einer jeden Nacht klar: „The sun comes in and you know you’re alive!“ Last, but not least gesellen sich Ace the second service in die wohl durchmischte Runde. Ihre Ankündigung klingt schon jetzt vielversprechend: „Wenn die Vier auf die Bühne kommen sind Jung wie Alt vom ersten Moment an in ihren Bann gezogen. Zu ihren Pop-Rock Klängen kann man ausgelassen tanzen, zu den breiten Gitarrenwänden Headbangen oder sich bei den leisen Tönen gegenseitig in die Arme fallen.“ Unterhaltsam, ausgelassen, mitreißend und emotional soll die musikalische Reise mit den charmanten Niederbayern werden.

Die Neuzugänge in der Fachjury: Jan Reinelt, Benjamin Freibott und Jan Simon Wolff

Ob diese jungen Acts halten, was sie im Vorfeld versprechen? Die Fachjury traut ihnen das definitiv zu. Erneut haben sich acht Experten aus der regionalen und nationalen Musikbranche Zeit genommen, um die Musikini bei ihrer Suche nach ihren „local heroes“-Bayern 2013 zu unterstützen. Gewissenhaft und über mehrere Wochen hinweg haben sie sich mit den jungen Talenten auseinandergesetzt, um am Ende die vielversprechendsten Kandidaten für Bayern ins Rennen zu schicken.


(Foto: Jury & Veranstalter Landesfinale 2012 by RE ON TOUR)

Mit im Boot sind diesmal übrigens gleich drei Jury-Neuzugänge. „Besonders freuen wir uns, dass wir den Würzburger Keyboarder, Arrangeur und Composer Jan Reinelt sowie den Spitzen-Gitarristen und Sänger Benjamin Freibott für unser Vorhaben gewinnen konnten. Ganz besonders herzlich begrüßen wir daneben Jan Simon Wolff vom Stuttgarter Independent-Label Chimperator“, so das Orgateam. Treu zur Seite standen ihnen darüber hinaus Steffi Groß von der MainPop Geschäftsstelle, Joachim Schulz von inConerts/tunefish entertainment Würzburg, Christian Stahl von „… und ab geht die Lutzi!“, Michael Teilkemeier, Projektleiter des PopCamps – Meisterkurs des Deutschen Musikrats sowie Jürgen Daßing vom Tonstudio Würzburg. „Wir freuen uns sehr, dass diese Runde nun auch die zweite Ausgabe von ‚local heroes‘ Bayern mit uns bestreiten will. Allesamt sind sie vielbeschäftigte Akteure der Musikszene. Dass sie sich dennoch die Zeit genommen haben, spricht nicht nur für sie als Menschen, sondern auch für den Nachwuchswettbewerb“, stellt die Musikini noch einmal heraus, dass ein solches Engagement alles andere als selbstverständlich ist.

Umso mehr freut sich das Team nun über die abgeschlossene Vorauswahl. „Das Abstimmungsergebnis ist wirklich gelungen. Bayern wird erneut in seiner ganzen musikalischen Bandbreite vertreten. Besser hätte man es nicht machen können.“

Das Landesfinale steigt am 31. August im Wasserhaus. Los geht’s um 19 Uhr.


(Foto: chPUNKTstürmer – Moderation Landesfinale 2012 by RE ON TOUR)

Hier die bayerischen Landesfinal-Kandidaten 2013 noch einmal im Überblick:
Raw Idol (Rock/Alternative aus Bad Kissingen)
Drown in Grace (Alternametal aus Coburg)
Shaky Foundation (Indie-Pop aus Würzburg)
Rustinal (Sleaze/Glam-Rock aus München)
The Governors (Indie Rock/Pop, Alternative aus Aschaffenburg)
Ace the second service (Pop/Rock aus Straubing-Bogen)

HIER werden die Sechs noch einmal auf Facebook vorgestellt!

Text: Nicole Oppelt

Lutzi-Festival 2013: „Ihr habt alles richtig gemacht!“


Die Mischung macht’s! Itchy Poopzkid begeisterten das Publikum mit einer Set altbekannter und brandaktueller Lieder vom neuen Album „Ports & Chords“. (Foto: Christian Stahl)

Nicht nur ein gnädiger Wettergott ließ die Herzen in Rottershausen am vergangenen Samstag höher schlagen

Männer in Frauenkleidern, surfende Gitarristen und eine Maschinerie hinter den Kulissen, die präzise wie ein Uhrwerk arbeitete: Die vierte Ausgabe des Kult-Festivals „… und ab geht die Lutzi!“ im kleinen Rottershausen konnte sich sehen lassen. Veranstalter, Gäste und Künstler freuten sich daher nicht nur über einen wohlwollenden Petrus, sondern vor allem über ein Fest mitten in der fränkischen Provinz, das Jahr für Jahr professioneller wird.


Die Pollywogs kündigten an „komplett nackt“ auf die Bühne zu steigen. Erfüllt wurde diese kühne Prophezeiung zwar nicht. Dafür verzauberte Sänger Bryan Kessler in einem schrillen Blumenkleid. (Foto: RE ON TOUR)

Bei gleich vier Bühnen und mehr als 20 Künstlern gab es am vergangenen Samstag eigentlich nur zwei Methoden, das „… und ab geht die Lutzi!“-Festival 2013 anzugehen: Entweder, die Gäste entschieden sich für Variante A und schmiedeten bereits im Vorfeld der Veranstaltung ihren ganz persönlichen „Laufplan“, um bloß keines der vielen Highlights zu versäumen. Oder aber sie wählten Variante B und ließen sich je nach Lust und Laune von einer Location zur anderen treiben. Ganz gleich, wie sie sich auch entschieden, dank einer ausgeklügelten Spielzeiten-Organisation kamen alle auf ihre Kosten. Das von langer Hand geplante Konzept, welches Rockstage, Hip Hop Area, E-Box und neuerdings die Musikini-Bühne in harmonischen Einklang brachte, ging dank der rund 100 ehrenamtlichen Helfer hinter den Kulissen vollends auf. Pünktlich auf die Minute bestiegen die diversen Acts ihre Positionen. Wer sich da nicht entscheiden und schon mal etwa zwischen Headliner Itchy Poopzkid, Bengio oder auch Manche mögen Tofu Tigers „switchen“ wollte – nichts leichter als das.


Bengio gehörte zu den heimlichen Stars der Hip Hop Area: Der junge Mann aus Fulda, der erst im März sein Debüt-Album in Eigenregie veröffentlicht hat, bestritt in Rottershausen sein erstes Festival dieser Art. (Foto: RE ON TOUR)

„Es wird immer besser und es werden immer mehr Leute“



Lob gab es dafür vor allem von den zahlreich erschienenen Gästen. Ganz gleich, ob aus dem Kreis Bad Kissingen, Schweinfurt, Würzburg oder gar aus Bamberg, kein Weg schien zu weit, um die bunte Mischung ausgiebig und in nicht wenigen Fällen bis tief in die Nacht zu erkunden. „Ich find’s cool, weil man sich überall das herauspicken kann, was man hören möchte. Es gibt sehr viele verschiedene Sachen. Wenn einem das eine nicht gefällt, geht man einfach zur anderen Bühne. Es ist immer irgendwo etwas dabei“, so Marry aus Würzburg, die das Festival vor allem genutzt hat, um Bekannte aus der „alten Heimat“ wieder zu treffen. Die Organisation der Veranstaltung lobt die junge Frau als äußerst durchdacht. Von der Getränke- und Speisensituation bis hin zur Securitypräsenz habe alles Hand und Fuß. Erzieher Patrick, der ebenfalls aus der Region stammt, sieht das genauso. Im Gegensatz zu Marry, die das Fest zum ersten Mal besuchte, war er schon zum vierten Mal mit dabei. „Es wird immer besser und es werden immer mehr Leute“, lautet sein Fazit. „Ich bin echt beeindruckt, was hier auf die Beine gestellt wird“, freut er sich mit den jungen Leuten von der Vereinsgemeinschaft Rottershausen e. V., die es erneut geschafft hätten ganze Generationen auf dem Sportgelände am Rande des Dorfes zu vereinen.


„Die Besucherzahlen übertrafen alle unsere Erwartungen“, freut sich die Organisationsspitze Klaus Schmitt und Christian Stahl über das gelungene Festival. (Foto: RE ON TOUR)

Nette Leute, viel gute Musik – und alles völlig professionell

Auch die absoluten Profis konnten den Eindrücken der Gäste nur beipflichten. Mit über 700 gespielten Konzerten in 16 verschiedenen Ländern hatte das Trio Itchy Poopzkid aus Eislingen wohl die meiste Erfahrung vorzuweisen. Panzer, Max und Sibbi sind bereits seit zwölf Jahren gemeinsam unterwegs. „… und ab geht die Lutzi!“ war nach einer ausgedehnten Clubtour und einem ersten Festival in Österreich nun ihr ganz persönlicher Saisonstart in Deutschland. Vom Gesamteindruck, den Rottershausen hinterlassen hat, zeigte sich die Punkrock-Band begeistert. „Ich hatte heute einen ganz großartigen Tag“, fasst Panzer alias Daniel Friedl zu später Stunde das Erlebte zusammen. Sowohl die Vorbereitungen als auch das Konzert selbst hätten „total viel Spaß gemacht“. Seit vielen Jahren würden er und seine Bandkollegen bereits große und kleine Festivals bespielen. „So etwas wie hier, ist wirklich richtig gut“, meint der Sänger und Gitarrist rückblickend. Aufbau, gleich vier professionelle Bühnen samt entsprechendem Equipment, nette Leute, Betreuer, Helfer, musikalische Vielfalt und schließlich jede Menge Gäste: Der Profi und sein Team hatten rein gar nichts auszusetzen. Ihr Fazit: „Ihr habt alles richtig gemacht!“


Die Lutzi höchstpersönlich besuchte Itchy Poopzkid auf der Bühne. (Foto: RE ON TOUR)

Ähnliches war auch aus anderen musikalischen „Ecken“ zu vernehmen. Hannes Naumann und Maik Biermann alias Captain Capa stammen ebenfalls vom Land. Die Bad Frankenhausener, die beim Hamburger Independent-Label Audiolith unter Vertrag sind und den Abend auf der Rockstage beschlossen, wissen nur zu gut um die Leistung der „Lutzi-Crew“. Obschon sie erst recht spät auf das Gelände kamen, nutzten sie die Gelegenheit, um sich den musikalischen Nachwuchs, etwa auf der Musikini-Bühne näher anzusehen. „Man kann Musik jeder Art machen, egal woher man kommt. Und man kann Musik jeder Art überall präsentieren“, so ihr Credo, das auch zur „Lutzi“ wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge passt. Ob hier auf dem Land oder in einem Club in Berlin sei, so die zwei jungen Männer, die gerade an ihrem neuen Album arbeiten, völlig gleich.


Die Musikinitiative Hammelburg präsentierte erstmals ihre eigene Bühne auf dem Festival. (Foto: RE ON TOUR)

Win-Win-Situation: Musikini und „… und ab geht die Lutzi!“ arbeiten zusammen

Der Musik verschrieben hat sich auch die Musikinitiative Hammelburg e.V. seit vielen Jahren. Der Hammelburger Verein, der die Lutzi-Crew von Anfang an mit seinem Knowhow unterstützt hat und wiederum auch von den jungen Leuten aus Rottershausen zum Beispiel beim Bandwettbewerb „local heroes“ supportet wird, war 2013 erstmals mit einer eigenen Bühne vertreten. „Ich finde es wunderbar, dass das zustande gekommen ist“, freut sich der erste Vorstand, Daniel Wolf, über die Präsenz seiner Musikini-Bands im Rahmen des Festivals. Gleich zwei „Debütanten“ konnte er an diesem Abend „ins Rennen“ schicken: Die Poor Devils aus Untererthal sowie die Illustrators, die am vergangenen Samstag erst ihren zweiten Auftritt überhaupt absolvierten. Beide, so Wolf, würden nun das musikalische Portfolio des Vereins, der sich in dieser Saison vor allem der Nachwuchsarbeit verschrieben hat, deutlich erweitern und mit ihren jeweiligen Genres absolut den Nerv der Zeit treffen. Schon jetzt kündigte er zudem an, dass auch die Zusammenarbeit zwischen Rottershausen und Hammelburg selbstverständlich weitergehe.


„Gerade auf dem Land ist es wichtig, musikalische Aufbauarbeit zu betreiben“, meinen die Illustrators. Mit ihrer gut tanzbaren Mischung aus Gitarrenmusik und elektronischen Elementen lockten sie in das Musikini-Zelt. (Foto: RE ON TOUR)

Nächster Halt: 14. Juni 2014

Doch bevor es auf zu neuen Taten geht, ziehen auch die „Lutzi“-Organisatoren erst einmal Bilanz. „Gerade die Bandauswahl, angefangen von Itchy Poopzkid oder Pollywogs auf der Rockstage, über Umse, Bengio oder auch Mundwerk Crew in der Hip Hop Area, bis hin zu Robin Sukroso in der E-Box, hat die der vorherigen Jahre weit übertroffen“, sind sich Klaus Schmitt und Christian Stahl einig.


Der Berliner Robin Sukroso folgte dem Ruf der „Lutzi“ ganz ohne Navi von Berlin bis nach Rottershausen. Und dieser muss lautstark gewesen sein. Quasi unmittelbar nach seiner „Punktlandung“ begeisterte der Meister der Acpad-Gitarre auch schon in der E-Box. (Foto: RE ON TOUR)

Besonders gefreut hat sich die Organisationsspitze des Festivals über das frühe Eintreffen der Gäste. Schon pünktlich zum Einlass um 17 Uhr strömten diese auf den Platz. Auch heuer wurden die mitunter obersten Ziele der Veranstaltung erreicht: Erneut bestach das Festival durch ein besonders gemischtes Publikum, aber auch durch unterschiedlichste Musikrichtungen, die für alle Rottershausener und ihre Gäste das Passende bereit hielten. „Das Organisationsteam, das die Lutzi schon die vergangenen vier Jahre auf die Beine gestellt hat, hat es auch in diesem Jahr wieder geschafft, ein erfolgreiches Festival zu stemmen“, freuen sich Schmitt und Stahl nach getaner Arbeit. Nur durch das perfekte Zusammenspiel professioneller Techniker und jeder Menge ehrenamtlicher Helfer aus Rottershausen habe dieses Mammutprojekt so „durchgezogen“ werden können. Doch auch für das Duo und seine Mannschaft heißt es nun „nach dem Festival ist vor dem Festival. Schon jetzt können sich die „Lutzi“-Fans den 14. Juni 2014 vormerken. Mit welchen Acts Rottershausen dann überraschen wird, das wollen die beiden allerdings noch nicht verraten.

Text: Nicole Oppelt

„… und ab geht die Lutzi“: Der Nachwuchs bekommt einen besonderen Platz!


Wie im Flug verging die Zeit: Nach viel Sonne und cooler Musik im Jahr 2012, hoffen die Organisatoren nun auch für 2013 auf jede Menge Gunst vom Wettergott. (Foto: RE ON TOUR)

Bereits zum vierten Mal lädt Rottershausen am 8. Juni zum Musikspektakel – diesmal gibt’s auch gleich vier Bühnen

An Ideen mangelt es der engagierten Truppe rund um das Organisations-Duo Christian Stahl und Klaus Schmitt nicht. Das mittlerweile Kult gewordene Festival „… und ab geht die Lutzi“ auf dem Sportgelände des FCE Rottershausen leistet sich 2013 keine Schlappen. Das Lineup ist hochkarätig und ideenreich. Nun geht’s in die heiße Phase. Nur noch wenige Tage, dann laden diesmal gleich vier Bühnen zum Rundum-Musikgenuss.


„Kreative Rhymes, positiver Flow, deepe Lines und einprägsame Hooks.“ – Bengio aus Fulda veröffentlichte erst Anfang März 2013 sein Debüt-Album „B.E.N.G.I.O“ (Foto: Pressematerial)

Auch, wenn das Festivalgelände in Rottershausen eigentlich recht übersichtlich erscheint: In diesem Jahr sollten sich die Freunde gepflegter Musikkultur ruhig schon vorab einen kleinen „Laufplan“ erstellen, um ihre persönlichen Favoriten bloß nicht zu verpassen. Die „… und ab geht die Lutzi!“-Mannschaft hat für ihre vierte Ausgabe ordentlich aufgetrumpft. Von Hip Hop bis Punk ist alles vertreten. Ein echtes Highlight in diesem Jahr: Niemand geringes als die deutsche Punkrock-Größe „Itchy Poopzkid“ werden das Festival beehren.


Krachende Punkrocksongs treffen auf große Melodien. Die Headliner der diesjährigen Lutzi muß man wohl niemandem mehr groß vorstellen. Itchy Poopzkid ist eine der erfolgreichsten deutschen Punkrock-Bands der letzten Jahre. (Foto: Pressematerial)

Doch die Headliner auf der Rockstage sind nicht die einzigen, die einen Gang in die Gemeinde Oerlenbach lohnend machen. Zu den wohl ungewöhnlichsten Acts gehört sicherlich der Berliner Robin Sukroso in der E-Box, aber auch Rapper Umse, Captain Capa oder die Mundwerk Crew können sich nicht nur hören, sondern auch sehen lassen.


Captain Capa aus dem Hause Audiolith bringen mit großen Melodien und knackigen Beats die Lutzi auf der Rockstage zum Tanzen! (Foto: Pressematerial)

Erstmals Musikini-Bühne auf der Lutzi

Pünktlich um 17 Uhr startet die vierte Lutzi-Ausgabe auf der Rockstage. Im Jugend- und Kulturzentrum Bad Kissingen haben sich „Taste of Affinity“ im vergangenen Frühjahr ihre Wildcard für das Event gegen eine starke lokale Konkurrenz erspielt. Jetzt eröffnen die jungen Leute aus Münnerstadt den bunten Konzertreigen. Nach und nach klinken sich im Verlauf der nächsten Stunden die anderen „Areas“ mit ein.


Auch für die E-Box haben sich die Organisatoren der Lutzi etwas Besonderes ausgedacht. Schlagzeug, Orchesterklänge, verschiedenste elektronische Instrumente mit virtuosem Gitarrenspiel treffen hier auf tanzbare Beats… Nein, es handelt sich nicht um eine achtköpfige Band. Hier steht nur ein Mann auf der Bühne: Robin Sukroso. (Foto: Pressematerial)

Schlag auf Schlag versorgen dann nicht nur die Rockstage, sondern auch Hip Hop Area, E-Box und erstmals auch die Musikini-Bühne der Musikinitiative Hammelburg e.V. die Besucher mit harten und natürlich auch etwas ruhigeren Sounds. „Wir haben eine vierte Bühne installiert, um in diesem Jahr noch mehr lokalen Bands die Möglichkeit zu geben, im Rahmen der Lutzi aufzutreten“, erläutert Christian Stahl das erweiterte Konzept, das in der nicht weit entfernten Weinstadt begeistert angenommen wurde. Immerhin: Lutzi und Musikini arbeiten bereits seit der ersten Stunde auf verschiedenen Ebenen vor und hinter den Kulissen eng zusammen.


Dreckig und laut, und irgendwie ganz schön wild: Das sind Schmutzki. Und die sind genau richtig für die Lutzi-Fans in Rottershausen. Da geht was! (Foto: Pressematerial)



Das Fazit nach einem virtuellen Gang durch den kürzlich veröffentlichten Spielplan: Gewohnt bunt gemischt, und gespickt mit echten Entdeckungen der Musikszene, ist die Zusammenstellung der jungen Leute. Und diese legen sich für ihre Veranstalter auch schon mal ordentlich ins Zeug: „Dort werden wir nackt auf der Bühne erscheinen“, locken etwa die Pollywogs aus Köln ihre Fans bewusst provokant über Facebook ins Fränkische. Als Vorband für „The Hives“ oder „Polarkreis 18“ haben sie sich bereits ihre Sporen im „Business“ verdingt. Doch jetzt wollen sie nur eines: „Bewegt eure Knackpopos dahin!“


The Pollywogs teilten sich bereits mit Indie-Größen wie The Hives oder Dúne die Bühne. Und an der Lutzi wollen sie, passend zu ihrer „aufmüpfigen Musik“ …Zitat „…nackt auf der Bühne erscheinen“. (Foto: Pressematerial)



„Nachtschichten sind schon fest eingeplant“

In Rottershausen ist die Freude über so viel Einsatz natürlich groß. Denn dort geht es derweil in die heiße Phase. „Aktuell werden die letzten Details geklärt“, gibt Christian Stahl einen kleinen Einblick. Bereits seit dem vergangenen Wochenende tummeln sich die fleißigen Helfer auf dem Sportgelände des FCE Rottershausen, um die gesamte Infrastruktur für das Festival aufzubauen. „Nachtschichten sind quasi schon fest eingeplant“, so der Mitorganisator mit vielsagendem Blick. Denn: Nur wenigen, außerhalb der Planungsmannschaft, die etwa aus 25 Personen besteht, sowie dem gut 100 Mann starken Team am Festivalabend, ist bewusst, wie viel Arbeit tatsächlich mit dieser Veranstaltung verbunden ist.


Kein Straßendrama mit Handschusswaffen, kein Hipsterrap, keine Dubstepremixe, keine Sandys und Mandys für den Chorus. Stattdessen besinnt sich Umse auf das, was ihm einfach so liegt: Nice Rhymes auf ’nen Beat. (Foto: Pressematerial)


Übrigens, wer nach der ausgedehnten Tour über das Gelände tatsächlich noch nicht genug haben sollte, dem sei die Aftershowparty in den Zelten empfohlen. Und wer weiß, vielleicht werden hier sogar schon wieder neue Pläne für die Lutzi 2014 geschmiedet.


Mundwerk-Crew: Eine rappende, singende, scratchende, springende HipHop-Liveband aus dem Chiemgau erwartet die Besucher der Hip Hop-Area zu später Stunde in Rottershausen. (Foto: Pressematerial)



Infos: 
- Der Vorverkauf für das „… und abgeht die Lutzi!“-Festival läuft nur noch bis zum 4. Juni 2013.
- Schon am Freitag, 7. Juni, geht es im Zuge des Heimatabends rund. Hier sorgen die „Dorfrocker“ für Stimmung. 
- In diesem Jahr gibt es einen eigenen Busshuttle aus Richtung Bad Kissingen. Eine Übersicht der Haltestellen und Fahrtzeiten gibt es auf der Homepage www.dielutzi.de. Wer mag, kann auch kostenlos vor Ort campen.


Text: Nicole Oppelt

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Und zur Einstimmung hier noch ne kleine Lutzi-Playlist für Euch:

THE POLLYWOGS:

CAPTAIN CAPA:

ITCHY POOPZKID:

UMSE

ROBIN SUKROSO:

SCHMUTZKI:

BENGIO:

MUNDWERK CREW:

Musikini Fahrplan Special

Wir haben Post von der Musikini! Diesen Sommer geht es in Hammelburg um Nachwuchs, Nachwuchs und nochmal Nachwuchs. Alle, die den Verein bei seiner Arbeit unterstützen wollen, sind herzlich eingeladen. Wir tun das auch, da uns die Förderung der Newcomer Szene sehr am Herzen liegt, und das Wasserhaus seit Jahren so viele schöne Veranstaltungen bietet, die wir niemals missen möchten.

Liebe Musik- und Musikinifreunde,

seit nun mehr 26 Jahren kümmert sich unser, nicht mehr ganz so kleiner Verein um die Belange der Musikszene Hammelburgs und Umgebung. Zusammen haben wir einiges auf die Beine gestellt. Es wurden Open Airs und Konzerte organisiert, Proberäume zur Verfügung gestellt und mit dem Wasserhaus ein eigenes kleines Refugium am anderen Ende Hammelburgs geschaffen. In unserem Verein finden Musiker und Musikfreunde jedweder Couleur eine Bühne, einen Ansprechpartner und ein kleines Stück Heimat.

Die Musikinitiative ist toll, doch wäre sie ohne die aktive und passive Unterstützung ihrer Mitglieder Nichts. Leider ist es genau dieser Punkt, die Wertschätzung für die vielen ehrenamtlichen Helfer der in den letzten Jahren ein wenig ins Hintertreffen geraten ist.

Im Rahmen der diesjährigen Klausurtagung haben wir zusammengesessen und gebrütet wie diese Herausforderung angegangen werden kann. Als Konsequenz daraus wollen wir uns wieder stärker auf die Vereinsarbeit, die Nachwugsgewinnung und -förderung konzentrieren.

Ein erster Schritt ist der Fahrplan, mit dem wir den Fokus wieder auf unsere Ehrenamtlichkeit richten, unser breites Netzwerk vorstellen und euch die Pläne eures Vereins bezüglich des zweiten Kernthemas der aktuellen Vorstandsperiode, der Nachwuchsarbeit näher bringen.

In Folge der Bestrebungen dem Verein wieder ein wenig Schwung zu verleihen haben wir das Frühjahrs- und Sommerprogramm ein wenig abspecken müssen. Doch keine Sorge, so ganz ohne Konzert- und Veranstaltungshighlights müssen auch die kommenden Monate nicht auskommen.

Mehr dazu erfahrt ihr im aktuellen Fahrplan den ihr euch hier downloaden könnt:
außen: http://s14.directupload.net/images/130529/r7eehnrd.jpg
innen: http://s7.directupload.net/images/130529/4lnnqfsd.jpg