Archiv für November 2013

Der „Rocket Man“ ist in Bad Kissingen gelandet

Andreas Kümmert begeisterte vergangene Woche in der Discothek „Look mellowclub“


Andreas Kümmert ist bereits seit gut sieben Jahren als Künstler unterwegs. Seiner Leidenschaft tut das keinen Abbruch. (Foto: RE ON TOUR)

Spätestens seit seiner Blind Audition in der TV-Castingshow „The Voice of Germany“ ist der Gemündener Andreas Kümmert in aller Munde. Ob seine Stimme live ebenso klingt, wie im Fernsehen, davon konnten sich gut 200 Gäste vergangene Woche in der Bad Kissinger Discothek „Look mellowclub“ überzeugen. Der 27-jährige Musiker setzte auf eine mitreißende Mixtur eigener und weltbekannter Coversongs. Sein Können verzauberte am Ende des Abends nicht nur die Gewinnerinnen des „Meet & Greets“ der Saale Zeitung.

So romantisch ausgeleuchtet hatten regelmäßige Besucher der Discothek „Look mellowclub“ diese wahrscheinlich noch nie gesehen. Mit eindrucksvollen Kandelabern bestückt, erinnerte die Szenerie eher an die bekannten MTV Unplugged-Sessions, denn an einen Ort, in dem sonst ausgelassen getanzt wird. Die ruhige und zurückgenommene Inszenierung von Jürgen Wehner, von Top Eventservice, tat dem Vorhaben ausgesprochen gut. Voll und ganz konnte sich das Publikum auf Andreas Kümmert und seine Begleiter Tobias Niederhausen an der Leadguitar sowie Schlagzeuger Stefan Schön am Cajón konzentrieren.


Bei „The Voice of Germany“ hatte Andreas Kümmert darauf gehofft, dass sich „wenigstens einer umdreht“. In Bad Kissingen waren gleich 200 begeisterte Augenpaare auf ihn gerichtet. (Foto: RE ON TOUR)

Zu Gehör brachte der schüchterne und an diesem Abend sichtlich angeschlagene Kümmert ein buntes Repertoire, das mal zurückgenommen, mal temporeich einen schlüssigen Bogen über insgesamt fast zwei Stunden zu spannen wusste. „Ein Konzept gibt es in meinen Sets sehr selten. Das passiert eher spontan“, erklärt Andreas Kümmert seine intuitive Herangehensweise. Und so kamen die Bad Kissinger Zuhörer nicht nur in den Genuss von Stücken aus seiner eigenen Feder und Hits von Bob Dylan, Eric Clapton oder den Commodores, sondern wurden auch Zeugen eines „echten Experiments“. James Browns „It’s a Man’s Man’s Man’s World“ werde von der Truppe, immer „live geprobt“, so der Singer- und Songwriter. Das Wagnis glückte auch diesmal. Das Publikum quittierte nicht nur diese Nummer mit tosendem Applaus.


Jung und Alt ließen sich an diesem Abend gemeinsam von Andreas Kümmerts musikalischem Talent verzaubern.

Andreas Kümmert: „Ich verstelle mich nicht“

Bei „The Voice of Germany“ tritt Andreas Kümmert allein an. Je nach Veranstaltung wird der Profi jedoch seit langem mal von zwei, mal vier oder gar fünf Musikern begleitet. An seinem Auftrittsvolumen habe sich seit der ersten Sendung am 17. Oktober aber nicht viel verändert. Schon zuvor sei er in ganz Deutschland unterwegs gewesen. Vier Shows die Woche seien die Regel. Eine Sache ist dann aber doch anders: „Jetzt sind es keine Kneipen und 30 Mann mehr, sondern im Schnitt zwischen 150 und 300 Leute.“ An diesem Umstand habe er sich in der Tat erst gewöhnen müssen. Groß war die Sorge, ob das Publikum vielleicht nicht etwas ganz anderes von ihm erwarte. Schließlich hätten ihn viele nur mit Elton Johns „Rocket Man“ in Verbindung gebracht. Umso schöner, dass sein übriges Repertoire, das war auch in Bad Kissingen zu beobachten, anzukommen scheint. Und das Generationen übergreifend.


„Ich bin niemand, der ins Gesellschaftsbild passt“, glaubt Andreas Kümmert. Doch genau das schätzen seine Fans. (Foto: RE ON TOUR)

Verändert habe er seine Performance trotz der neu gewonnenen Bekanntheit übrigens nicht. „Ich verstelle mich nicht“, sagt Andreas Kümmert. Nichtsdestotrotz: Mitnehmen konnte er aus dem TV-Format bisher einiges. Er sei aufgeschlossener geworden. Eigentlich sei er ein ziemlich introvertierter Mensch. Lob findet er auch für seinen TV-Coach: „Durch Max Herre habe ich gelernt, dass es auch erfolgreiche Musiker gibt, die vollkommen auf dem Boden geblieben sind und auf Augenhöhe kommunizieren.“


Ausgelassene Runde vor dem Konzert: Die Damen wollten von Andreas Kümmert alles über „The Voice of Germany“ wissen. (Foto: RE ON TOUR)

Lob der Fans: „Andreas ist keine Kopie“

Kommunikation lautete auch das Stichwort während eines „Meet & Greets“ vor der eigentlichen Show. Geladen war hierzu eine quirlige Schar junger Frauen, die den Künstler bereits anlässlich der Hochzeitsmesse in Stangenroth vor einigen Tagen kennen lernen konnten. Dazu gesellten sich Petra und Caroline Bauer aus Reiterswiesen. Mutter und Tochter hatten beim Online-Gewinnspiel der Saale Zeitung mitgemacht und durften Andreas Kümmert nun persönlich treffen. Vor „The Voice of Germany“ kannten die beiden Damen den Künstler nicht, zeigten sich nun aber umso begeisterter. „Wir haben ihn gehört und dann war er uns sofort im Ohr“, schwärmt Caroline Bauer. „Seine Stimme ist richtig ins Herz gegangen. Man merkt, er ist ein Vollblutmusiker“, meint auch Mutter Petra. Sie sind sich einig: „Seine Liebe zur Musik strahlt er auch aus. Er singt besser als Joe Cocker!“


Petra und Caroline Bauer freuten sich über das herzliche Treffen mit Andreas Kümmert. (Foto: RE ON TOUR)

Seit Mitte Oktober verfolgen die beiden das Fortkommen des Gemündeners. Sie hoffen, dass Andreas im Rahmen der Sendung auch Gelegenheit bekommt, seine eigenen, wunderbaren Stücke präsentieren zu können. Denn: „Andreas ist keine Kopie von irgendjemandem. Er macht sein eigenes Ding.“ Dass er sehr weit kommen wird, steht für die Frauen außer Frage. „Wir hoffen, dass er weiterhin so bodenständig und authentisch bleibt.“ Auch die übrigen Damen gaben Andreas ordentlich Unterstützung mit auf den Weg: „Wir glauben an Dich!“, riefen einige von ihnen im Chor.


Silke Bieber überreichte Andreas Kümmert einen kleinen Gruß ihrer neunjährigen Tochter Katharina.

Andreas Kümmert: Das Gegenstück zur „Musik aus der Dose“

Ihre „Vorschusslorbeeren“ zahlten sich am Ende des Konzertes vollends aus. Nachdem der Künstler die Bühne nach einer energiegeladenen Zugabe mit zufriedenem Lächeln verließ, hallte seine Stimme bei den Fans noch lange nach. „Ich habe immer noch Gänsehaut am ganzen Körper“, freut sich Caroline Bauer. „Es war richtig rührend. Hoffentlich bleibt er so.“


(Foto: RE ON TOUR)

Ähnlich erging es auch Jürgen Wehner. „Das, was wir vermitteln wollten, haben wir rüber bringen können“, so der Unternehmer. Der Charakter à la MTV Unplugged sei gut angekommen. Das Publikum sei ein anderes als sonst in diesem Haus gewesen: Geschätzte 50 Prozent der Gäste hätten den „Look mellowclub“ das erste Mal besucht. Sie hätten gesehen, dass in einer Discothek auch etwas anderes stattfinden könne, als „Musik aus der Dose“. Mit Andreas Kümmert hat Wehner tatsächlich das Gegenstück par excellence eingesetzt. Gute, handgemachte Musik, ganz ohne Schnörkel, das ist sein Metier. „Er ist wie er ist. Er lässt sich nicht verbiegen.“

Text: Nicole Oppelt

Links zu Andreas:
www.facebook.com/A.Kuemmert
www.andreas-kuemmert.de

„local heroes Bundesfinale 2013“: Die Bayern bringen Salzwedel zum Tanzen!

Die Musikinitiative Hammelburg e.V. ist am Wochenende gleich mit einer ganzen Crew nach Norddeutschland gereist


The Governors (Foto by Malte Schmidt)

Seit dem „local heroes Landesfinale Bayern, am 31. August, haben die Musikini als auch die Aschaffenburger Formation „The Governors“ nur eines im Sinn: Das „local heroes Bundesfinale 2013“. Am vergangenen Samstag, den 9. November, war es endlich soweit. Mit Hammelburger Unterstützung feierte das unterfränkische Quartett einen wunderbaren Abend voll grandioser Musik. Bis aufs „Treppchen“ haben es die Vier leider nicht geschafft. Hängen geblieben ist für sie als auch sämtliche Mitreisenden jedoch einiges!

Musikini, Lutzi & Shaky Foundation on Tour (Foto by Musikini)

Samstagmorgen, 8.30 Uhr: Als ein Bus des Kreisjugendrings Bad Kissingen vor einem Wohnhaus in Oberthulba Halt macht, um dort Unmengen an Gepäck und Band-Equipment zu verstauen, wurde es wahrscheinlich auch dem Letzten klar. Die Musikini und ihre Gefährten von „… und ab geht die Lutzi!“ haben an diesem Wochenende viel vor. Nicht nur die bayerischen Landessieger „The Governors“, die schon tags zuvor gen Salzwedel aufgebrochen waren, sollten während des Bundesfinales im Kulturhaus von Salzwedel unterstützt werden. Auch „Shaky Foundation“ aus Würzburg, ebenfalls Landesfinalisten für Bayern, und Sänger Andreas Kümmert galt es, für ihre Auftritte auf der Unplugged-Bühne mächtig die Daumen zu drücken.

Perfekte Mischung aus Show und qualitativ angemessener Performance

Dass der fast siebenstündige Konzert-Marathon am Ende nicht nur aufgrund vieler fröhlich tanzender Zuschauer in Erinnerung bleiben sollte, war der Reisegruppe zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht bewusst. Doch von vorne: Christian Staab, 24 (Gitarre/Synthie), Steffen Zenglein, 24 (Bass/Gesang) ,Christoph Sauer, 26 (Gitarre/Gesang) und Felix Debor, 24 (Drums) reisten hoch konzentriert in die Hansestadt in Sachsen-Anhalt. Schon im Vorfeld hatten sie sich eingehend Gedanken über den Wettbewerb und die dazugehörigen Anforderungen gemacht: „Eine Band, die es schafft, mit ihren eigenen Songs und Texten sowohl ein Live-Publikum als auch eine Fachjury in ihren Bann zu ziehen und zu begeistern“, das sind für sie echte „local heroes“. Es müsse eine Formation sein, die den Spaß, den sie beim Musik machen habe, auch an die Zuschauer weitergeben könne und das gewisse Etwas habe.


The Governors (Foto by Carmen Lenk)

„local heroes“, das stellten sie ohne zu zögern fest, hätten sie bisher als äußerst angenehm empfunden: Den ideellen und nicht kommerziellen Charakter schätzen sie sehr. „Es ist echt angenehm an einem Bandcontest mit Juryentscheid bis zum Landesfinale teilzunehmen“, so die Aschaffenburger Indie-Rocker, die seit September 2010 gemeinsam unterwegs sind und bereits als Support für „Juli“ und „Jupiter Jones“ gespielt haben. Ihr Vorsatz für das Bundesfinale lautete entsprechend: Man sollte eine perfekte Mischung aus Show und einer qualitativ angemessenen Performance finden. Ein Alleinstellungsmerkmal hätten sie ebenfalls parat. Immerhin würde ihre Band gleich zwei Einflüsse vereinen. „Ein Teil der Band kommt eher aus der amerikanischen Schiene mit Einflüssen von Bands wie Blink 182, Angels and Airwaves. Der andere Teil aus der britischen Richtung, mit Bands wie The Kooks, Mando Diao, The Wombats.“


The Governors (Foto by Malte Schmidt)

„Wir sind froh, dass wir hier spielen durften!“

Akribisch hatten sich die jungen Leute auf den Wettbewerb vorbereitet und waren im Probenraum noch einmal tief in sich gegangen. Mit Erfolg: Die Band hatte es trotz der immensen Distanz Salzwedel-Aschaffenburg geschafft, einige Fans zu mobilisieren, die ebenfalls den weiten Weg auf sich genommen haben. Das aber nur am Rande: Denn viel wichtiger: Kaum auf der Bühne, schien es, als hätten diese Herren nicht nur einige Anhänger, sondern gleich einen ganzen Fanbus dabei. Mit Songs wie „Let’s go, „I‘m free“ oder „Monsters“ hatten sie die Zuschauer sofort tanzend, singend und vor allem lautstark applaudierend auf ihrer Seite. Die Freude, die sie auf der Bühne empfanden, war mir nichts dir nichts ins Publikum übergesprungen. „Wir hatten auf jeden Fall extrem viel Spaß auf der Bühne. Wir sind froh, dass wir hier spielen durften“, fasst Steffen den Abend spät in der Nacht zusammen. Vor allem die Bühne habe ihnen sehr gut gefallen. Im Verlauf der Veranstaltung hätten sie sogar erste Kontakte knüpfen können. Und das nicht nur unter den Musikern. Definitiv habe „local heroes“ für sie einen nachhaltigen Effekt. In Zukunft wollen sie sich darauf konzentrieren neue Songs zu schreiben und das „Songwriting immer weiter auf ein neues Level zu pushen, um noch mehr Governors zu sein“. Nächsten Sommer, so stellen sie in Aussicht, soll dann eine EP erscheinen, auf der es dann „Governors pur“ zu hören gebe.

Shaky Foundation erleben entspannten Abend außer Konkurrenz

Die ebenfalls mitgereisten „Shaky Foundation“ kennen „The Governors“ bereits seit dem Landesfinale in Hammelburg. Mittlerweile, das sieht man ihnen an, hat sich daraus eine echte Verbindung entwickelt, die jetzt auch in einem weiteren gemeinsamen Konzert im Aschaffenburger Raum münden soll. Wann und wo es genau soweit sein wird, das versprachen allesamt rechtzeitig bekannt zu geben. Auch das Trio aus Würzburg hatte einen wunderbaren Abend. „Wir hatten einen sehr relaxten Tag, da wir außer Konkurrenz hier waren“, erzählt Sänger Max Seeger in den frühen Sonntagmorgenstunden. Die Drei hätten sich umsehen können, ganz ohne Wettbewerbsdruck. Besonders hatten sie dabei natürlich ihre Kumpanen aus Franken im Blick: „Wir fanden es ziemlich krass, wie die Governors die ganze Menge zum Tanzen gebracht haben“, loben sie ihre Kollegen. Dazwischen waren sie selbst zwei Mal auf der Unplugged-Bühne im Foyer des Kulturhauses zu hören. Ihr ruhiges Set, das sah man den Zuschauern an, ging vielen mitten ins Herz. Gänsehaut-Faktor garantiert.


Shaky Foundation (Foto by Malte Schmidt)

Für eine Extraportion „Emotion“ sorgte dann auch Andreas Kümmert, der ebenfalls zwei Sets auf der Unplugged-Bühne und einen kurzen Auftritt auf der Mainstage absolvierte. Das Erscheinen des schüchternen Gemündeners versetzte das Kulturhaus mächtig in Aufruhr. Dicht gedrängt versammelte sich das Publikum vor Andreas. Es galt, dem frischgebackenen TV-Star möglichst nahe zu kommen. Die Fotoapparate blitzten, unzählige Handys wurden gezückt, um den „The Voice of Germany“-Star auch wirklich einzufangen. Dass dieser Trubel für Andreas noch ziemlich neu ist, sah man ihm an. Dennoch hatte er für jeden Fan ein offenes Ohr und gab fleißig Autogramme.


Andreas Kümmert wirkte auf die Besucher wie ein Magnet (Foto by Malte Schmidt)

Auch für seine Nachwuchsmusiker-Kollegen hatte er einen gut gemeinten Rat im Gepäck: „Auf jeden Fall immer dran bleiben und niemals aufgeben. Auch, wenn es hart wird!“ Man müsse sich irgendwann schon entscheiden, ob man Musik als Hobby betreiben oder wirklich etwas erreichen wolle. Er selbst hatte den nötigen Biss und spielt seit vielen Jahren Konzert um Konzert. „Im Moment geht es mir eigentlich ganz gut.“ Gerade sei er ein bisschen krank, was das Ganze etwas stressig mache. Nachdem seine Blind Audition ausgestrahlt wurde, habe er zwei Nächte nicht geschlafen. Ständig habe das Telefon geklingelt. Tausende von Mails seien zu beantworten gewesen. Mittlerweile würden ihm dabei aber vier Leute zur Seite stehen. Am Anfang hatte er in der Tat etwas „Bauchschmerzen“ damit, zu einer Castingshow zu gehen. Wenn man es aber realistisch betrachte, erreiche man nur so diese „Publicity“. Heute vertritt er die Ansicht, dass es als Künstler durchaus in Ordnung ist, eine solche Plattform zu nutzen, um seine Musik ein bisschen bekannter zu machen. Das sei das Fundament, auf das man nun bauen könne.

Eine Meinung, die übrigens auch David Pfeffer vertritt. Der Singer und Songwriter gewann 2011 die Castingshow „X-Factor“. In Salzwedel war er ebenfalls auf der Unplugged-Bühne und als Jurymitglied zugange. „Es ist nichts falsch daran, sich jede Möglichkeit, die man geboten bekommt, als Band auch zu packen. Wenn man Bock hat, einen Bandwettbewerb mit zu machen, dann sollte man das auch“, so David. Man solle Musik allerdings nie als „Competition“ sehen. Letztlich sei es egal, wer gewinnt. Es gehe darum, dass man als Band oder als Künstler generell Präsentationsmöglichkeiten habe.


David Pfeffer und Andreas Kümmert sind sich einig: Junge Musiker sollten Plattformen wie „local heroes“ nutzen, um sich einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. (Foto: Carmen Lenk)

„local heroes“-Gewinner „Schmutzki“ sind 2014 im Wasserhaus


Fränkische Fans hatten die „local heroes“-Sieger 2013 schon vor dem Bundesfinale. Neben dem Team von „…und ab geht die Lutzi“ können „Schmutzki“ jetzt auch auf die Musikini in ihrer Anhängerschar zählen. (Fotos by Malte Schmidt und Carmen Lenk)

Auch Daniel Wolf, erster Vorstand der Musikinitiative Hammelburg e.V., zog am Ende des langen Konzertabends ein durchwegs positives Resümee. Ähnlich wie im Wasserhaus, seien die Zuschauer in Salzwedel ebenfalls mit fortschreitender Zeit zunehmend aufgetaut und hätten die Party schließlich richtig steigen lassen. Auf die bayerischen Landessieger sind Wolf und seine Begleiter richtig stolz. „Sie haben uns würdig vertreten. Hammelburg hat seinen Job gut gemacht!“ Besonderen Wert legt er jedoch auf den Umstand, dass es ausgerechnet die Musikini sei, die seit 2012 ein solches Projekt mit auf die Beine stelle. „Aus der Kleinstadt heraus, bringen wir hier wirklich Großes“, so Wolf, der den Abend auch für das Knüpfen weiterer Kontakte nutzte. Denn die Musikfreunde der Region dürfen sich im kommenden Jahr auf ein weiteres musikalisches Highlight im Wasserhaus freuen. Schon jetzt stellt Wolf nämlich einen Auftritt den „local heroes“-Sieger 2013 „Schmutzi“ aus Baden-Württemberg in Aussicht.

Übrigens: Obschon es für die „Governors“ leider nicht bis aufs Siegertreppchen reichte, wurde ihre Leistung allemal gewürdigt. Nicht nur das Publikum feierte das Quartett lautstark. Auch die Fachleute fanden Anerkennung. „Die Bands sind stilistisch sehr unterschiedlich. Aber bewegen sich alle auf einem Level, so dass man auch einmal Mindeststandards vergleichen und so mit den Bands darüber ins Gespräch kommen kann, wie sie das, was sie jetzt schon liefern, buchstäblich auf die Spitze treiben können “, fasst Bandtrainer Wolfgang Schwericke die Darbietungen des Abends zusammen. Er war während des gesamten Bundesfinales mit seinem Kollegen Eugen de Ryck, der im vergangenen Jahr in der „local heroes Bayern“-Jury vertreten war, zugegen. Die jungen Leuten kamen so unmittelbar nach ihrem Auftritt in den Genuss, ein erstes konstruktives Feedback zu erhalten.

Mit viel neuem Input im Gepäck ging es am frühen Sonntagnachmittag schließlich zurück ins Fränkische. Die Truppe ist sich sicher: Das war nicht der letzte Besuch in Salzwedel und schon gar nicht das letzte Zusammentreffen mit diesen grandiosen Talenten.

Text: Nicole Oppelt

Hier gibts schon erste Videoschnipsel vom local heroes Bundesfinale 2013:

Die Teilnehmer im Überblick sowie die Preisträger gibt es hier:
http://reontourblog.blogsport.de/2013/11/11/local-heroes-bundesfinale-2013-musikalische-kraefte-werden-endlich-eins-2/

Die ersten Bilder findet Ihr hier:

Galerie Malte Schmidt Photography (www.facebook.com/MaltePhoto)
www.facebook.com/media/set/?set=a.627959723934875.1073741828.130611450336374&type=1

Galerie Christoph „Titus“ Eisenmenger (Basslord Pictures)
(www.facebook.com/basslordpictures)
www.facebook.com/media/set/?set=a.627979467266234.1073741829.130611450336374&type=1

„local heroes Bundesfinale 2013“: Musikalische Kräfte werden endlich eins!

Am 9. November stand das Kulturhaus in Salzwedel ganz im Zeichen der deutschen Newcomerszene.


Foto: Enemy Jack (by Christoph Eisenmenger)

Ob mit großen Reisebussen oder per Autokolonne: Am Samstagabend strömte die Republik gen Salzwedel. Vor dem Kulturhaus der Hansestadt waren Kennzeichen aus dem tiefsten Süden und dem höchsten Norden anzutreffen. Etwa 1000 Zuschauer waren gekommen, um das 23. „local heroes Bundesfinale“ gebührend zu feiern. Der organisierende Verein Aktion Musik/local heroes e.V. hatte geladen, um erneut die Essenz des musikalischen Nachwuchses in Augenschein zu nehmen. Ein letztes Mal traten nun die 13 Bundesfinalisten gegeneinander an. Das Ergebnis konnte sich sehen und vor allem hören lassen.


Foto: Schmutzki (by Malte Schmidt)

„Musik ist ein Vehikel für Traurigkeit – aber auch für Freude. Und wenn es gelingt, beide Extreme zusammenzubringen, entsteht Magie“, hat Ex-Beatle Paul McCartney einmal gesagt. Bei dem 23. „local heroes Bundesfinale“ in Salzwedel war die Musiklegende aus Großbritannien zwar nicht zugegen. Getroffen hat er das, was in der vergangenen Samstagnacht im Kulturhaus in Salzwedel vor sich ging, jedoch wie kein anderer. Aus allen Teilen Deutschlands waren die insgesamt 13 Landesfinal-Sieger angereist, um vor rund 1000 Zuschauern ihr Können noch einmal unter Beweis zu stellen. Ein gutes Stück des Weges hatten sie am 9. November bereits hinter sich. Über teils mehrstufige Wettbewerbe mit insgesamt gut 1500 jungen Bands haben sie sich auf 150 Bühnen vor fast 100.000 Zuschauern bis ganz nach vorne gespielt. Sieger waren sie für „local heroes“-Projektleiter Dieter Herker und sein Team damit schon jetzt. Doch die Krönung nach einem Jahr voller musikalischer Highlights sollte noch kommen.


Foto: Flash Forward (by Malte Schmidt)

Preise im Gesamtwert von mehr als 15.000 Euro

Als es gegen zwei Uhr morgens endlich zur lang ersehnten Siegerehrung ging, waren den Teilnehmern nicht nur die Anstrengungen des Abends, sondern vor allem die Aufregung ins Gesicht geschrieben. In dieser Nacht waren ihre musikalischen Kräfte, die bisher über ganz Deutschland verstreut waren, endlich eins geworden. Und diesen Gedanken, den erlebte das Publikum und Jury während jedes einzelnen Auftrittes hautnah.


Foto: Faakmarwin (by Carmen Lenk)

Jetzt galt es also: Wer stach für das Publikum, wer für die Jury besonders heraus? Und: Welcher Einzelkünstler konnte am meisten begeistern? Moderator Howie Yagaloo vom gleichnamigen Musikmagazin verstand es, das Knistern der Nacht noch ein wenig hinaus zu zögern. Immerhin ging es um nicht weniger als Preise im Gesamtwert von mehr als 15.000 Euro.

Und dann ging es los:

Know No Bounds aus Berlin konnten den zweiten Publikumspreis abstauben. Die Deutsche Rockmusikstiftung überlässt ihnen für ein Wochenende einen Tourbus. Darüber hinaus erhalten sie von Clubplaner ein Digitales professionelles Bookingbüro.


Foto: Know No Bounds (by Carmen Lenk)

Enemy Jack aus Niedersachen lagen ganz oben in der Gunst des Publikums. Sie können sich über ein komplettes Bandsetup von der Firma Roland freuen.


Foto: Enemy Jack (by Christoph Eisenmenger)

Lia aus Hamburg fiel im Verlauf der vergangenen sieben Stunden durch ihre außergewöhnliche Stimme auf und wurde nun als beste Sängerin ausgezeichnet. Sie darf ein Funkmikrofon von Sennheiser mit nach Hause nehmen.


Foto: Lia (by Carmen Lenk)

Beeindruckt zeigte sich die Expertenrunde auch von Tino Wilczewski, Schlagzeuger bei Flash Forward aus Nordrhein-Westfalen. Ihm gebührt der Titel „bester Instrumentalist“. Verbunden ist der Preis mit einem Gutschein aus dem Musikhaus Thomann über 500 Euro.


Foto: Tino Wilczewski von Flash Forward (by Malte Schmidt)

Den zweiten Jurypreis durften an diesem Abend Faakmarwin aus Bremen mit nach Hause nehmen. Belohnt wird ihre Leistung unter anderem Mit einem SET-Stipendium im Wert von 3500 Euro.


Foto: Faakmarwin (by Christoph Eisenmenger)

Den ersten Jurypreis und damit „Local Heroes 2013“ sind Schmutzi aus Baden-Württemberg. Sie stauben nicht nur eine Songproduktion gefördert vom Kultusministerium Sachsen-Anhalt sowie der Hansestadt Salzwedel ab, sondern auch einen 500 Euro-Gutschein aus dem Hause Thomann sowie einen „First-Class-Deal“ der Firma Recordjet. „Mit diesem Sieg haben wir wirklich nicht gerechnet“, sagt der 27-jährige „Schmutzki“-Sänger Beat Schmutz kurz nach der Preisverleihung. „Wir hatten auch nicht die Intention. Für uns zählt der olympische Geist: Dabei sein ist alles.“ Für die Truppe war es der erste Besuch in Salzwedel überhaupt. Genossen haben die Musiker ihn in vollen Zügen. Doch schon bald steht wieder „Arbeit“ ins Haus: Im kommenden Frühjahr soll bereits eine EP erscheinen.


Foto: Schmutzki (by Christoph Eisenmenger)

Spielen unter Druck: In 20 Minuten muss alles sitzen!

Geschenkt wurde dem musikalischen Nachwuchs übrigens nichts. Ganz im Gegenteil ging es, wie bei „local heroes“ üblich, unter verschärften Bedingungen ans Werk. Absolute Präsenz von der ersten Sekunde war gefragt. Denn: In nur 20 Minuten musste es ihnen gelingen, den sprichwörtlichen Funken auf das Publikum überspringen zu lassen. Ein langsames Hineinfinden in den Gig, lange Erklärungen zwischen einzelnen Songs, Ausfälle, die das Stammpublikum gerne verzeiht? Fehlanzeige! Unterstützt werden sie zwar von einer aufwendig und vor allem professionell eingerichteten Bühnenmaschinerie inklusive Videowänden und einer riesigen Licht- und Tonanlage, den Hauptanteil der Arbeit mussten die Nachwuchskünstler jedoch selbst leisten.


Foto: Know No Bounds (by Malte Schmidt)

Dass es hier auf alles ankommt, dessen waren sich die Teilnehmer im Vorfeld übrigens sehr wohl bewusst. Ihnen ging es nicht einzig darum, möglichst viele Anhänger zu mobilisieren, um eine riesige Party steigen zu lassen. Auch wenn es natürlich auch in diese Richtung zahlreiche Anstrengungen gab. Die Mehrheit der jungen Talente wollte vor allem handwerklich überzeugen. Intensiv hatten sich viele von ihnen in den Wochen zuvor noch einmal in den Probenraum zurückgezogen. Welches Set sollte es sein? Welche Show kann in 20 Minuten alle von den Socken hauen? Muss an dem ein oder anderen Titel noch einmal geschraubt werden? Nicht wenige zogen Freunde, Familie und Fans zu Rate oder spielten zusätzliche Konzerte, um für den großen Abend ordentlich gewappnet zu sein. Diese gewissenhafte Vorbereitung hat sich gelohnt.


Foto: Lia (by Christoph Eisenmenger)

„Die musikalische Qualität ist relativ hoch“, lobt der Singer und Songwriter David Pfeffer am Ende des Abends. „Man sieht einen Querschnitt von dem, was an Bands aktuell nach kommt. Da waren extrem gute Sachen dabei“, so der „X-Factor“-Gewinner von 2011. Wenn das der Spiegel von dem sei, was da draußen musikalisch passiere, dann gehe es Deutschland doch ganz gut. Einige seien ihm als besonders charakterstark herausgestochen und hätten einen schönen Gesamteindruck hinterlassen. „Ich habe hohe Erwartungen gehabt“, so David ganz unumwunden. „Aber die haben sich erfüllt.“ Das „local heroes“-Finale war für ihn eine echte Herausforderung. 13 Bands an einem Abend, dazu nur wenig Zeit, sich richtig hinein zu hören und die Bands richtig kennen zu lernen.


Foto: The Governors (by Malte Schmidt)

Das habe er allerdings als etwas schade empfunden. David Pfeffer kannte „local heroes“, war aber in der Vergangenheit kein Freund von Bandwettbewerben. „Es ist nichts falsch daran, sich jede Möglichkeit, die man geboten bekommt, sich als Band auch zu packen. Wenn man Bock hat, einen Bandwettbewerb mit zu machen, dann sollte man das auch“, so David heute. Man solle Musik allerdings nie als „Competition“ sehen. Letztlich sei es egal, wer gewinnt. Es gehe darum, dass man als Band oder als Künstler generell Präsentationsmöglichkeiten habe. Er selbst habe mit 14 die erste Band gegründet und versucht, sich nach oben zu spielen. Aus eigener Erfahrung weiß er, wie schwer es ist, sich über eine regionale Ebene hinaus zu spielen. Das liege mitunter an der Club-Kultur hierzulande. Auf Wettbewerben könnten die jungen Leute Erfahrungen sammeln und sich einem breiteren Publikum präsentieren. Doch egal, was man tue, am Ende sollte man dahinter stehen können.


Foto: Still Trees (by Christoph Eisenmenger)

„Es ist schon bei vielen Bands viel Schönes dabei!“

„Die Bands sind stilistisch sehr unterschiedlich. Aber bewegen sich alle auf einem Level, so dass man auch einmal Mindeststandards vergleichen und so mit den Bands darüber ins Gespräch kommen kann, wie sie das, was sie jetzt schon liefern, buchstäblich auf die Spitze treiben können “, resümiert Bandtrainer Wolfgang Schwericke, der während des gesamten Bundesfinales mit seinem Bandcoaching-Kollegen Eugen de Ryck zugegen war und den jungen Leuten unmittelbar nach ihrem Auftritt ein erstes konstruktives Feedback geben konnte. Die Details seien dann natürlich sehr individuell. Genre übergreifend seien es allerdings immer wieder die gleichen Aspekte, die angesprochen würden. Hier gehe es um Standards, wie etwa das Tempo oder den Sound. Es gehe um Dinge, die noch fehlen, um dem Mindeststandard in ihrer Stilrichtung zu entsprechen. „Die Songs sind durch die Bank toll. Wenn man sie jetzt auch noch mit aller Inbrunst spielen würde. Es ist schon bei vielen Bands viel Schönes dabei!“ Aber: Es nütze nichts, wenn hier und da etwas Schönes sei. Gerade hier müssten sie es schaffen, in 20 Minuten die Dynamik, den Druck und die Atmosphäre auch zu halten. Seine Botschaft lautet daher auch: „Mehr Selbstreflexion!“


Foto: Sun Of A Gun (by Christoph Eisenmenger)

Fachjury musste ganz genau hinsehen und noch besser zuhören

Eines stand am Ende des Abends fest: Einen leichten Stand hatten die Fachleute auch während der 23. Ausgabe des „local heroes Bundesfinales“ nicht. Nicht nur David Pfeffer und Veranstalter Alex Ninow mussten ganz genau hinhören und natürlich auch hinsehen, um sich ein angemessenes Urteil in einer solch kurzen Zeit bilden zu können. Dieser Herausforderung stellten sich mit ihnen Kristina Rosenbusch von Sparta Booking sowie Jorin Zschiesche, Gründer von recordJet. In ihrem anspruchsvollen Vorhaben unterstützt wurden sie von Horst Haubrich, Akademieleiter von SET School of entertainment and technology, Clubplaner Jurij Klauss, Karim Allalou, Marketing Manager, ROLAND Germany GmbH und Festivalbooker Jonas Seetge. Beides galt es im Blick zu haben, die Atmosphäre im Saal als auch das Treiben auf der Bühne, das abwechselnd mit deutschem Indie-Rock, dann wieder völlig konträr mit Hip Hop oder Britpop aufwartete, um schließlich einen weiten und nicht minder spannenden Bogen von Punkrock bis hin zu Blues, Funk, Rap zu schlagen.


Foto: Maudite (by Carmen Lenk)

David Pfeffer und Andreas Kümmert begeistern unplugged

Bei so viel Soundgewalt müssen die Sinne natürlich auch zur Ruhe kommen. Die eigens eingerichtete Unplugged-Bühne hat sich in den vergangenen Jahren bewährt. In Sachen Attraktivität stand sie ihrem „großen Bruder“, der Mainstage, allerdings in nichts nach. Ganz im Gegenteil: David Pfeffer gab sich auch hier, neben seinem Juryjob, die Ehre und eröffnete das Finale.


Foto: David Pfeffer (by Carmen Lenk)

Er lieferte allerdings nicht das einzige Highlight im Foyer. Zu ihm gesellte sich ein echtes „Original“. Andreas Kümmert, der derzeit wie kaum ein anderer Kandidat von „The Voice of Germany“ in der landesweiten Presse präsent ist. Er war eigens aus dem Unterfränkischen angereist, um Salzwedel live und in Farbe von seiner außergewöhnlichen Stimmgewalt zu überzeugen. Und das klappte mit Bravour. Dicht gedrängt harrten die Zuschauer vor der Unplugged-Bühne aus, um dem Sänger ganz nah zu sein. Seine beeindruckende Sangesleistung quittierten sie mit lautstarkem Applaus und unzähligen Autogrammwünschen.


Foto: Andreas Kümmert (by Carmen Lenk)

Sein Rat an die vielen jungen Talente des Abends viel einfach, aber vielsagend aus: „Auf jeden Fall immer dran bleiben und niemals aufgeben. Auch, wenn es hart wird!“ Man müsse sich irgendwann schon entscheiden, ob man Musik als Hobby betreiben oder wirklich etwas erreichen wolle. Er selbst hatte den nötigen Biss und spielt seit vielen Jahren Konzert um Konzert. Gerade erreicht er durch „The Voice of Germany“ nationale Bekanntheit: „Im Moment geht es mir eigentlich ganz gut.“ Gerade sei er ein bisschen krank, was das Ganze etwas stressig mache. Nachdem seine Blind Audition ausgestrahlt wurde, habe er zwei Nächte nicht geschlafen. Ständig habe das Telefon geklingelt. Tausende von Mails seien zu beantworten gewesen. Mittlerweile würden ihm dabei aber vier Leute zur Seite stehen. Auch er hatte am Anfang etwas „Bauchschmerzen“ damit, zu einer Castingshow zu gehen. Wenn man es aber realistisch betrachte, erreiche man nur so diese „Publicity“. Er vertritt mittlerweile die Ansicht, dass es Künstler durchaus in Ordnung ist, eine solche Plattform zu nutzen, um seine Musik ein bisschen bekannter zu machen. Das sei das Fundament, auf das man nun bauen könne. In Zukunft wolle er auf jeden Fall noch viele, viele Alben machen und auch größere Shows spielen. Ob das alles wirklich passieren werde, wisse natürlich keiner.


Foto: Shaky Foundation (by Malte Schmidt)

Ebenfalls aus fränkischen Gefilden zog es auch die Indie-Pop-Formation „Shaky Foundation“ bis in den hohen Norden. Das Trio glänzte Ende August bereits im Landesfinale von „local heroes Bayern“ und konnte auch in Salzwedel Soundakzente setzen, die die Herzen der Zuhörer im Innersten berührten. Ihnen zur Seite gesellten sich äußerst „local heroes“-erfahrene Herren. Erst Ende Oktober erspielten sich „Denmantau“ in Magdeburg den „local heroes europa award“. Die Straßenmusiker vermochten das Foyer des Kulturhauses zu später Stunde in eine waschechte schweißtreibende Party zu verwandeln, die das Warten auf die Final-Ergebnisse sichtlich versüßte.


Foto: Moon To Ocean (by Carmen Lenk)

Freuen konnte sich Dieter Herker übrigens auch über ein ganz besonderes Präsent von Salzwedels Oberbürgermeisterin Sabine Danicke. Sie ließ es sich nicht nehmen und eröffnete auch in diesem Jahr das musikalische Spektakel. „local heroes ist bundesweit im Gespräch“, so das Stadtoberhaupt. „Hier ist immer eine gute Stimmung.“ Nicht nur deshalb beließ sie es nicht nur bei einem Lob für die Veranstaltung. Sie überreichte auch einen Scheck in Höhe von 200 Euro und lud die Anwesenden schon jetzt zum Bundesfinale 2014 ein.


Foto: Der Wieland (by Christoph Eisenmenger)

Es gibt noch viel zu entdecken

Erst in den frühen Sonntagmorgenstunden hieß es für die Verantwortlichen, „local heroes 2013“ ist Geschichte. Doch obschon sich die Häupter todmüde in die Kissen betteten, ist schon jetzt für alle klar: Die Nachwuchsarbeit, die seit fast einem Vierteljahrhundert ganz Deutschland vereint und mittlerweile nicht nur in Österreich, sondern auch in Ungarn, der Schweiz, in Rumänien und sogar auf Europaebene betrieben wird, muss unbedingt weiter gehen. Dass ihnen eines Tages die Talente ausgehen werden, ist nach derzeitigem Erfahrungsstand ganz sicher nicht zu befürchten. Ganz im Gegenteil gibt es noch unzählige hervorragende junge Künstler zu entdecken. Und so heißt es auch im kommenden Jahr wieder: „Ihr spielt die Musik!“


Foto: Hippie Langstrumpf (by Christoph Eisenmenger)

Die Teilnehmer 2013 im Überblick:

1. Enemy Jack, Niedersachsen
2. Lia, Hamburg
3. Still Trees, Sachsen
4. Faakmarwin, Bremen
5. The Governors, Bayern
6. Schmutzki, Baden-Württemberg
7. Know No Bounds, Berlin
8. Hippie Langstrumpf, Brandenburg
9. Maudite, Schleswig-Holstein
10. Sun of a Gun, Mecklenburg-Vorpommern
11. Der Wieland, Rheinland-Pfalz
12. Moon to Ocean, Sachsen-Anhalt
13. Flash Forward, Nordrhein-Westfalen

„local heroes Bundesfinale 2013“: Die Musikini rockt Salzwedel!

Die 23. Auflage des bundesweiten Nachwuchswettbewerbs steigt am 9. November im Kulturhaus der Hansestadt Salzwedel und die Musikinitiative Hammelburg e.V. ist mit dabei


Noch ist die Bühne in Salzwedel verwaist. Doch nicht mehr lange und hier steppt für ganze acht Stunden der Bär. (Foto: Bernd Zahn)

Etwas mehr als zwei Monate sind seit dem „local heroes Landesfinale Bayern“ vergangen. An diesem Samstag ist es nun soweit: Die Musikinitiative Hammelburg e.V. bricht auf in den hohen Norden, um dort gemeinsam mit „The Governors“ das Bundesfinale ordentlich aufzumischen. Mit im Gepäck haben die Organisatoren allerdings nicht nur ihre Aschaffenburger Landessieger, sondern unter anderem auch „The Voice of Germany“-Star Andreas Kümmert.

Der Trupp, der sich am kommenden Samstagmorgen in Bewegung setzt, kann sich sehen lassen. Nicht nur Musikini-Vorstand Daniel Wolf haben die beiden Pressedamen der Musikini, Dani Straßner und Nicole Oppelt, in ihrem Bus verstaut. Ebenfalls dazu gesellen sich „Shaky Foundation“ aus Würzburg. Auch dieses junge Trio konnte im Zuge des bayerischen Landesfinales am 31. August im Wasserhaus glänzen. In Salzwedel geht es für sie zwar nicht auf die große Mainstage. Doch auf der Unplugged-Bühne sind sie neben Stars wie dem „X-Factor“-Preisträger David Pfeffer sicherlich sehr gut aufgehoben. „Hier können sie ganz sicher unter Beweis stellen, welche Perlen in der unterfränkischen Musikszene tatsächlich zu finden sind“, freuen sich die Hammelburger über ihr musikalisches „Mitbringsel“ für die Kollegen in Salzwedel.


Shaky Foundation überzeugten im „local heroes“-Landesfinale mit sanften Klängen. Die Musikini war gleich überzeugt, auch das Publikum in Sachsen-Anhalt wird dieser Sound begeistern. (Foto: Musikini)

Max, Basti und Jannis sind jedoch nicht die einzigen Gäste, die im „Musikini-Tourbus“ Platz nehmen. Auch die Kooperationspartner von „… und ab geht die Lutzi“ wollen sich das Spektakel in der Hansestadt nicht entgehen lassen. Sehr gerne haben sich Christian Stahl und Klaus Schmitt, samt einer kleinen Abordnung aus Rottershausen dem „musikalischen Tross“ angeschlossen, um sich vom Konzept „local heroes“ genauso überzeugen zu lassen, wie von den vielen frischen Bands, die sie im Laufe des langen Konzertabends zu Gesicht bekommen werden. Während des gesamten Jahres halten die Organisatoren eines der aufstrebendsten Festivals der Gegend Augen und Ohren nach spannenden Talenten offen. Wer weiß, mit welchen Geheimtipps sie die Rückreise ins Fränkische am Sonntagmittag antreten werden.

Andreas Kümmert auf der „local heroes“-Unplugged-Bühne


Andreas Kümmert ist gerade in aller Munde. Der bescheidene Singer-Songwriter aus Gemünden findet sich seit einigen Wochen im medialen Blitzlichtgewitter wieder. Seiner Kunst tut das keinen Abbruch. (Foto: a2k-media & music)

Abgerundet wird die „Reisegruppe“, wenn auch mit einem separaten Fahrzeug, von niemand geringerem als dem neuen „Stern“ am TV-Himmel. Auch, wenn Andreas Kümmert aus Gemünden am Main diese Bezeichnung vielleicht mit ordentlichem Augenzwinkern kommentieren wird: Die Musikini freut sich über alle Maßen, die geballte Stimmgewalt und „local heroes“ zusammengebracht zu haben. Der „The Voice of Germany“-Star, der spätestens seit dem 17. Oktober in aller Munde ist, wird ebenfalls auf der Unplugged-Bühne des Kulturhauses brillieren und dem Publikum dort zeigen, was echten Rock tatsächlich ausmacht. „Dass dieses Arrangement zustande gekommen ist, finden wir großartig“, so die „local heroes“-Organisatoren aus Hammelburg. „Die Verbindung zwischen Andreas und Projektleiter Dieter Herker wurde schon vor der Ausstrahlung der Blind Auditions hergestellt. Dass wir nun eine echte TV-Bekanntheit dabei haben, ist natürlich ein willkommener, positiver Nebeneffekt. Wir sind seit Jahren von Andreas‘ außergewöhnlichem Talent überzeugt.“ Nun könnten das auch die Fans in Salzwedel live und in Farbe erleben. Nach seinem Gig gibt es Gelegenheit, mit Andreas an einem eigenen Stand ins Gespräch zu kommen. Zu späterer Stunde ist er dann noch einmal auf der Hauptbühne zu sehen.

Die bunt gemischte „local heroes“-Reisegruppe wird am 9. November einiges zu sehen und zu hören bekommen. Zwölf Monate wurde auf unzähligen Bühnen geackert und geschuftet. Für die insgesamt 13 Landesveranstalter galt es, die vielversprechendsten Nachwuchskünstler der Republik ausfindig zu machen. An diesem Samstag präsentiert der organisierende Verein Aktion Musik/local heroes e.V. nun die Quintessenz der intensiven Suche. Leicht dürfte die finale Auswahl am Ende des Abends dennoch nicht fallen. Sowohl die prominent besetzte Fachjury als auch das Publikum haben es mit echten Perlen der deutschen Musikkultur zu tun. Über teils mehrstufige Wettbewerbe mit insgesamt rund 1500 Teilnehmern gelang es, die musikalische Essenz des Jahres 2013 in 13 Bundesfinal-Teilnehmern zu bündeln. Und die wollen nun natürlich zeigen, was in ihnen steckt.

In 20 Minuten muss der Funke überspringen

Auf dem Spiel steht einiges: „Der Titel ‚beste Newcomerband des Jahres‘ wird sowohl vom Publikum mit einem Publikumspreis als auch von der Jury mit einem eigenen Jurypreis vergeben. Ausgezeichnet werden zudem der beste Sänger sowie der beste Instrumentalist“, erklärt Projektleiter Dieter Herker das seit Jahren bewährte Prozedere. Geschenkt wird den jungen Leuten hier nichts. In nur 20 Minuten müssen sie es schaffen, den sprichwörtlichen Funken auf das Publikum überspringen zu lassen. Unterstützt werden sie zwar von einer aufwendig und vor allem professionell eingerichteten Bühnenmaschinerie mit Videowänden und einer riesigen Licht- und Tonanlage, das Gros der Arbeit müssen die Nachwuchskünstler jedoch selbst leisten.

Die musikalische Spannbreite, die die Kandidaten abdecken, ist enorm. Angefangen von deutschem Indie-Rock, über Hip Hop und Britpop, bis hin zu Punkrock, Blues, Funk, Rap und vielem mehr, ist alles dabei, was das Musikerherz begehrt. Teils gibt es die Formationen bereits seit Jahren. Andere haben sich erst vor wenigen Monaten zusammengefunden. Die jüngsten unter ihnen sind gerade einmal 16 Jahre. Intensiv haben sich die Teilnehmer seit ihrem Erfolg bei den Landesfinals vorbereitet. Einige sind noch einmal tief in ihren Probenraum abgetaucht. Wie zum Beispiel die bayerischen Vertreter „The Governors“: „Wir werden uns zusammensetzen und besprechen, welche Songs wir spielen werden, wie wir das Set aufbauen und wie wir den Zuschauern 20 Minuten mitreißende Show bieten können. Danach werden wir die Songs nochmal einzeln durchgehen und an ihnen arbeiten“, erklären sie im Vorfeld ihr systematisches Vorgehen. Da die Zeit insgesamt sehr knapp sei, werde es eine schwierige Entscheidung, welche Lieder sie im Finale spielen würden.


Die strahlenden Sieger des „local heroes“-Landesfinales 2013: „The Governors“ lösten ihr Ticket ins Bundesfinale direkt am 31. August. (Foto: Musikini)

Preise im Wert von über 10.000 Euro

Auch in diesem Jahr ist es Dieter Herker und seinem Team gelungen, eine hochkarätig besetzte Fachjury für das Bundesfinale zu gewinnen. Allen voran der Singer und Songwriter David Pfeffer und der Veranstalter Alex Ninow. Dazu gesellen sich Kristina Rosenbusch von Sparta Booking sowie Jorin Zschiesche, Gründer von recordJet. Abgerundet wird die Expertenriege durch Horst Haubrich, Akademieleiter von SET School of entertainment and technology, Clubplaner Jurij Klauss und dem Festivalbooker Jonas Seetge. Von ihrem und dem Urteil des Publikums hängen nicht nur die begehrten Titel, sondern auch Preise im Gesamtwert von über 10.000 Euro ab. Gestiftet wurden diese vom Kultusministerium Sachsen-Anhalt, der Deutschen Rockmusikstiftung, dem Musikhaus Thomann, Recordjet, Clubplaner Artist Edition, von den Firmen Roland und Sennheiser und schließlich SET. Als besonderes „Bonbon“ ist Bandtrainer Wolfgang Schwericke mit seinem Bandcoaching-Team in Salzwedel zugegen. „Gemeinsam werden sie den Bands nach ihrer Show ein Feedback ihres Auftritts geben“, weist Herker auf die für die jungen Leute so wichtige Rückmeldung direkt nach ihrem Slot hin. Abgerundet wird die „Riege der bekannten Gesichter“ durch Howie Yagaloo, Macher des gleichnamigen Musikmagazins, der als Moderator durch den Abend führt.

Musikalischer Austausch und nachhaltige Kontakte

„Das wird eine lange Nacht voller musikalischer Höhepunkte“, freut sich auch Daniel Wolf auf sein erstes „local heroes“-Bundesfinale. Der erste Vorsitzende der Musikinitiative Hammelburg e.V. richtet im „Wasserhaus“ seit zwei Jahren das Landesfinale „local heroes Bayern“ aus. Bis zur Siegerehrung um 1.30 Uhr am Sonntagmorgen wollen er und seine Begleiter ausharren, um bloß nicht zu verpassen, wer am Ende die begehrten Preise mit nach Hause nimmt und sich schließlich „local heroes 2013“ schimpft. „Schon der Wettbewerb im Freistaat hat uns begeistert“, fasst Wolf noch einmal die Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre zusammen. So intensiv wie nie zuvor hätten er und sein Organisationsteam die musikalische Vielfalt und vor allem das hohe Niveau von Aschaffenburg bis München kennen lernen dürfen und so ganz nebenbei viele wertvolle Kontakte geknüpft. „Das Netzwerk der Musikini ist durch diesen Wettbewerb definitiv gewachsen“, so Wolf, der sich gemeinsam mit rund 370 Mitgliedern um die Nachwuchs-Musikszene in und um Frankens älteste Weinstadt kümmert. Auch die Bands untereinander würden das bereitgestellte Angebot über den Contest hinaus nutzen. Folge-Konzerte würden organisiert, Austausch-Gigs kämen zustande und sogar Auftritte auf großen Bühnen, an die sie vorher nicht einmal zu denken wagten, hätte es mittlerweile gegeben.

Diese Erfahrungen machen Dieter Herker und seine Mannen seit mehr als 22 Jahren. Seither gibt es nun schon „local heroes“. Der Nachwuchswettbewerb ist mittlerweile zum größten nicht-kommerziellen Vorhaben dieser Art in Deutschland avanciert. „local heroes ist ein fester Begriff in der Musikszene geworden“, freut sich Dieter Herker. Und das nicht ohne Grund: Man setze auf eine faire Nachwuchsförderung, die am Ende des Tages auch noch absolut nachhaltig ist. „Ich freue mich immer, wenn ich eine Band auf Festivals oder bei andern Wettbewerben sehe.“ Und Dieter Herker hat schon viele, mittlerweile erfolgreiche Bands in ihrer Anfangsphase kennen gelernt. Darunter die Musiker von „Madsen“ oder die Jungs von „Tokio Hotel“.


Einlass für das Mega-Musik-Spektakel im Kulturhaus von Salzwedel ist bereits um 17.00 Uhr. Ab 18.00 Uhr müssen dann die 13 Landesfinalisten ihr Können unter Beweis stellen.

Die Teilnehmer 2013 noch einmal im Überblick:
1. Enemy Jack, Niedersachsen
2. Lia, Hamburg

3. Still Trees, Sachsen

4. Faakmarwin, Bremen

5. The Governors, Bayern

6. Schmutzki, Baden-Württemberg

7. Know No Bounds, Berlin

8. Hippie Langstrumpf, Brandenburg

9. Maudite, Schleswig-Holstein

10. Sun of a Gun, Mecklenburg-Vorpommern

11. Der Wieland, Rheinland-Pfalz

12. Moon to Ocean, Sachsen-Anhalt

13. Flash Forward, Nordrhein-Westfalen

Text: Nicole Oppelt

Wir drücken den Governors alle Daumen!