Archiv für Juni 2014

Lutzi 2014 – Aftermovie


(Foto: Nicole Dieterich, Music Event Reports)

„Verweile Augenblick, denn Du bist so schön!“… Gut, auf Goethes Faust wären wohl die wenigsten Gäste auf Anhieb gekommen, als sie Mitte Juni das Gelände des FCE Rottershausen verlassen haben. Vielmehr hatten die meisten Besucher sicherlich noch die Klänge der diesjährigen „Lutzi“-Headliner „Emil Bulls“ im Ohr. Was für ein grandioses Festival!

Der fünfte Geburtstag von „… und ab geht die Lutzi“ wird auf lange Zeit als DIE Geburtstagsparty schlechthin ins kollektive Gedächtnis von ganz Rottershausen und allen Gästen der erstmals zweitätigen Veranstaltung eingehen. Geschriebene Worte und Tausende Bilder – die habt Ihr in den vergangenen Tagen bereits gesehen.

Nun wird es Zeit, für ein weiteres, ultimatives Geburtstagsgeschenk. Das „Lutzi Festival Aftermovie 2014″. VIEL SPASS!!! P.S. Faust hatte wohl doch Recht ;-)

Chapeau, Greenfreakstudios!

Lutzi Festival Aftermovie 2014 from uagdl on Vimeo.

„local heroes“ Bayern 2014: Musikini & Lutzi nominieren ihre TOP 15!

Von Indie über HipHop bis Punk ist alles dabei

Aller guten Dinge sind drei! Für die Musikinitiative Hammelburg e.V. Ist das mehr als eine abgedroschene Redewendung. Bereits zweimal haben die Franken beim “local heroes”-Bundesfinale in Salzwedel für ordentlich Eindruck gesorgt. Für ihren dritten Jahrgang haben sich die Organisatoren vorgenommen: JETZT gilt’s! Wir holen den Gesamtsieg! Dafür ins Boot geholt haben sie sich kompetente Unterstützung. Seit 2014 sucht das Team gemeinsam mit der Crew von “… und ab geht die Lutzi!”.


Mit The Governors aus Aschaffenburg hat die Musikini 2013 mächtig Eindruck schinden können. Und die Band bleibt am Ball. Mittlerweile ist die neue EP „Go Go Dancing“ erschienen. (Foto: Carmen Lenk)

Seit Anfang dieses Jahres sind die fleißigen Geister bereits erneut auf der Suche nach den vielversprechendsten Talenten des Freistaats. Um noch mehr Vielfalt und vor allem Potential in den Landeswettbewerb zu legen, haben die Verantwortlichen diesmal die Schleusen geöffnet: Neben der Möglichkeit der Nominierung durch einschlägige Institutionen, konnten die jungen Künstler diesmal von Anfang an auch selbst aktiv werden.



„Von der Resonanz waren wir wirklich überrascht”, so das Organisations-Team von „local heroes”-Bayern. Deutlich hatte sich etwa das Interesse in der Sparte HipHop gesteigert. Zudem wurde der Nachwuchs auch durch das mittlerweile eng gestrickte Netzwerk an Szene-Fachleuten animiert, an Deutschlands größtem und ältesten non-profit Band-Wettbewerb teilzunehmen. „Das zeigt uns, dass das Konzept absolut stichhaltig ist”, freuen sich Musikini und “Lutzi” über derlei Empfehlungen. Erst vor einigen Wochen erhielt das Team obendrein die Bestätigung durch die Stuttgarter Band „Schmutzki”. Diese hatte das Bundesfinale 2013 gewonnen und schaute im Frühjahr auch auf eine Stippviste in Hammelburg vorbei (hier geht’s zum Interview!).



Doch zurück zum aktuellen Landes-Wettbewerb. Aus der bunten Auswahl hat die Vorstandschaft der Musikini gemeinsam mit den “Lutzi”-Verantwortlichen nun ihre Top 15 auserkoren. „Auch im dritten Jahr haben uns die Zusendungen absolut überzeugt“, lautete zu Wochenbeginn das Fazit aus dem Organisationsbüro der „local heroes“-Bayern Crew.


In großer Runde ging es Ende 2013 zum Bundesfinale nach Salzwedel. Mit im Gepäck: Die Lutzi-Crew und die zweitplatzierten Landesfinalisten Shaky Foundation die beim Bundesfinale auf der Unpluggedbühne spielen durften. (Foto: Musikini)

Bis zum 11. Mai hatten sie in allen bayerischen Landkreisen Nominatoren und Newcomer-Bands aufgerufen, ihre Favoriten bzw. sich selbst für das Landesfinale 2013 zu empfehlen. Von München bis Kitzingen, von Hof über Regen bis Würzburg reichten die Wortmeldungen, die im Musikini-Postfach für ordentlich musikalische Vielfalt sorgten. „Aus der Aufwärmphase sind wir in diesem Jahr definitiv heraus“, so das Fazit. Mittlerweile spreche sich Hammelburg als Austragungsort für das bayerische Landesfinale herum. Die jungen Leute würden zunehmend die Scheu verlieren, sich dem Wettbewerb zu stellen. „Zu verdanken ist dieser Umstand mitunter der guten Kommunikationsarbeit über die Medien, aber auch in unzähligen direkten Gesprächen”, fassen die Organisatoren zusammen. Nicht müde würden sie werden zu betonen, dass „local heroes” alles andere als eine pay-to-play-Veranstaltung sei. In Hammelburg wie auf Deutschland- und auf Europa-Ebene gehe es um Nachhaltigkeit. 


Ihr Eindruck aus dem vergangenen Jahr setzt sich derzeit erneut fort. „Die Kandidaten aus dem ersten Jahrgang halten untereinander Kontakt, supporten sich gegenseitig und sogar Folge-Konzerte wurden organisiert“, erläuterten die Organisatoren die Bande, die sich seit der Premiere 2012 entwickelt haben und zuletzt eben zu besagtem „Schmutzi”-Konzert im Wasserhaus führten.


Auch 2013 entstanden wieder wunderbare Bandfreundschaften: The Governors tauschen sich im fernen Salzwedel mit ihren bayerischen Wettbewerbskollegen Shaky Foundation aus und halten auch weiterhin guten Kontakt. (Foto: Musikini)

Doch nicht nur untereinander funktioniere die Kommunikation weiterhin mehr als gut. Auch der Kontakt zu erfahrenen Branchenfachleuten, die etwa als Jury während des ersten beiden Landesfinales mitgewirkt hätten, sei bestehen geblieben. Auch diese Verbindungen hätten bereits wunderbare Konzerte sogar vor „namhaften Acts“ zur Folge gehabt. 



Bis Anfang Juli müssen die sechs Landesfinal-Teilnehmer stehen: Bevor es am 20. September mit sechs Landesfinalisten im Wasserhaus wieder ordentlich zur Sache geht, werden die Top 15 nun aber in die vertrauensvollen Hände der Fachjury übergeben werden. Die Experten aus der Musik- und Medienbranche, die vor und hinter den Kulissen mit sämtlichen „Tonarten“ zu tun haben, erhalten ab sofort bis zum 5. Juli Zeit, sich für ihre sechs Favoriten zu entscheiden. „Leicht wird das auch in diesem Jahr nicht“, freut sich das „local heroes“-Team auf eine spannende Zeit. Denn die Qual der Wahl hat die Fachrunde in den kommenden zwei Wochen zwischen derart unterschiedlichen Genres, das wohl nur 100 Prozent objektive Kriterien helfen, die bestmögliche Entscheidung zu treffen.



Ein Zwischenfazit sei allerdings auch in diesem Jahr erlaubt: Den langweiligen musikalischen Einheitsbrei haben die Musikini und die “Lutzi” in Bayern immer noch nicht gefunden…

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Hier gibt’s die TOP 15 im Überblick
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„Lutzi, du siehst gut aus!“

Mehr als 3000 Musikfreunde feierten über zwei Tage eine rauschende Geburtstagsparty in Rottershausen




(Foto: Nicole Dieterich, Music Event Reports)

Das halbrunde Jubiläum von „… und ab geht die Lutzi!“ war ein Erfolg auf ganzer Linie. Nicht nur der Wettergott hatte die Festgesellschaft am vergangenen Wochenende mit ordentlich Sonnenschein bedacht. Auch die Maschinerie vor und hinter den Kulissen lief durchwegs wie geschmiert. Für so viel Einsatz gab es tonnenweise Lob – von den Profis, wie von den Gästen. Schon jetzt ist klar: Die Messlatte für 2015 liegt immens hoch.


Das Festival-Team feiert mit der „Lutzi“ höchstpersönlich eine rundum gelungene Party. (Foto: RE ON TOUR) 



Es gibt Begebenheiten, die keiner so schnell vergisst. Auch den fünften Geburtstag von „… und ab geht die Lutzi!“ werden die Verantwortlich und ihre Gäste noch lange im Gedächtnis behalten. Das scheint bereits sicher. Für eine junge Truppe wird aber vor allem der späte Abend des 14. Juni zu einem festen Meilenstein in ihrer Bandgeschichte. Denn: Die Nachwuchskünstler aus der Region erhielten den „Ritterschlag“ der ganz Großen. 



„Das war absolut cool“, freuten sich „Royal Flush“ bereits nach ihrer Festival-Eröffnung auf der großen Rockstage. (Foto: Nicole Dieterich, Music Event Reports)


Über das zweite „Lutzi-Wildcard-Battle“ hatten sich „Royal Flush“ aus Schweinfurt erst im April dieses Jahres auf die Festivalbühne in Rotterhausen gespielt. Sarah, Tobi, Jonas, Sammy und Tim bewiesen schon im Jugend- und Kulturzentrum Bad Kissingen (JuKuZ), dass sie das Zeug haben, die „Lutzi“ gebührend zu eröffnen. Doch dabei sollte es nicht bleiben: Nun heimste ihr im Wettbewerb vorgetragenes „Emil Bulls“-Cover von „I Don‘t Belong Here“ nicht nur die Anerkennung durch die „Originale“ ein. Am Ende des Festivals stand die zarte Frontfrau der seit Sommer 2012 bestehenden Truppe plötzlich neben Christoph „Christ“ von Freydorf und seinen Bandkollegen mitten auf der Rockstage. Eine spontane Aktion der Profis, die die Herzen der Newcomer sicherlich für mehr als nur ein paar Minuten in dreifacher Geschwindigkeit schlagen ließ.



Emil Bulls feat. Sarah – Ein besonderer Moment auf der Lutzi 2014 (Foto: Nicole Dieterich, Music Event Reports)


Partystimmung schon am Freitag



Der ungewöhnliche Auftritt zum Abschluss der erstmals zweitägigen Veranstaltung mit insgesamt sechs DJs und 16 Bands war unbestritten das krönende Finale einer ganzen Reihe exzellenter Gigs, ungewöhnlicher Begegnungen und musikalischer Highlights. Frei nach dem bekannten „Bakkushan“-Titel „Baby, du siehst gut aus. Ich will dich tanzen sehn!“, war schon am Freitag zu den Klängen von „Raw Idol“ und „Dead Energy“ Partystimmung pur angesagt. Am Samstag ging es dann Schlag auf Schlag. Mit Sonnenbrillen, Blumen in den Haaren, leuchtenden Outfits und durchwegs guter Laune feierte sich die Menge auf dem Sportgelände des FCE Rottershausen in einen regelrechten Rausch.


Auch Freitags schon perfekte Stimmung bei Dead Energy. (Foto: RE ON TOUR)


„Ich finde die Aufteilung des Geländes einfach super“, lobt etwa die 23-jährige Vroni aus Bad Kissingen die in unzähligen Stunden schweißtreibender Arbeit geschaffenen Möglichkeiten am Ortsrand der kleinen Gemeinde. Eine große Bühne, ein HipHop-Zelt und schließlich die in diesem Jahr völlig neu aufgebaute E-Box ließen keine Wünsche offen. „Der ganze Ort und der ganze Verein stehen hinter diesem Festival, das ist lebenswichtig für so ein Vorhaben“, fasst sie die immense Leistung aller Beteiligten zusammen. Der 50-jährige Michael aus Schweinfurt kann sich hier nur anschließen. „Das ist wirklich geil“, bringt er kurz vor dem Schlussakkord des Festivals das zusammen, was am Ende über 3000 Gäste zur diesjährigen „Lutzi“ gelockt hat. Besonders gefreut hat sich der Familienvater über die bunte Mischung auf der Festwiese. Das Ganze sei in der Tat eine Generationen übergreifende Veranstaltung vor, wie auch hinter den Kulissen.


Im Publikum herrschte Einigkeit: Unfassbar sei die Entwicklung, die die Veranstaltung in den vergangenen Jahren genommen habe. (Foto: Nicole Dieterich, Music Event Reports)

Kart-Spaß mit „Emil Bulls“



Und wie stand es mit den beteiligten Künstlern? Auch die hatten jede Menge Spaß. Und das nicht erst auf der Bühne. So begonnen etwa die Headliner ihren Tag in Rottershausen erst einmal mit einem kleinen Wettstreit. „Schlag die Jungs von Emil Bulls“, lautete für insgesamt vier Verlosungs-Gewinner das Credo des Nachmittags. Im „Kart Center Oberwerrn“ ging es sportlich zur Sache. „Das war sehr turbulent“, schmunzelt Sänger Christoph nach dem Wettstreit. Seit geschätzten 20 Jahren habe er das nicht mehr gemacht. Am Ende sei er zwar „Band-Schnellster“ geworden, doch die „Lutzi“-Vertreter hätten sie „in Grund und Boden“ gefahren. „Das war wirklich eine Top-Abwechslung.“ Derart motiviert ging es gegen 23.15 Uhr mit dem sprichwörtlichen „durchgedrückten Gaspedal“ auch auf die „Lutzi“-Bühne.


Not Called Jinx (Foto: Nicole Dieterich, Music Event Reports)



Nicht wenige Fans hatten sicherlich gehofft, drei Jahre nach der letzten Scheibe, Einblicke in das jüngste „Baby“ von „Emil Bulls“ zu erhaschen. Immerhin, so Christoph im Vorfeld, erhalte diese „mehr Bulls denn je“ und sei obendrein „noch einen Ticken härter“. Eben „ein Brett, das voll auf die Fresse geht“ und die Band sicherlich voranbringen werde. Einen Vorgeschmack auf ihr am 8. August erscheinendes neues Album „Sacrifice To Venus“ gab es auf der „Lutzi“ dann zwar doch noch nicht. Doch das Quartett aus München kann auf immerhin 19 Jahre Bandgeschichte zurückgreifen. Genug Material also, um den Franken alles abzuverlangen.



„Wir laufen jetzt erst richtig heiß!“, so „Emil Bulls“. Bei ihrem Auftritt brachen im Publikum alle Dämme. (Foto: Nicole Dieterich, Music Event Reports)


„… und ab geht die Lutzi“ war Christoph und seinen Kollegen im Vorfeld übrigens gar kein Begriff. Doch die Skepsis ob des skurrilen Namens wich schließlich dem baffen Erstaunen, welch wunderbare Geschichte sich hinter dem Festival verbirgt. Entsprechend herzlich fielen dann auch die Geburtstagswünsche aus: „Happy Birthday zum 5-Jährigen! Es ist alles top!“


UFC feat. Lutzi (Foto: Nicole Dieterich, Music Event Reports)

Eine Band zum Geburtstag – die „Bambägga“ brennen das HipHop-Zelt ab



Feierlaune war auch bei „Bakkushan“ angesagt. Nicht wenigen Fans war der Auftritt der Mannheimer beim „Castle Rock“ der Musikinitiative Hammelburg e.V. im Jahr 2011 noch in bester Erinnerung. Seither haben Sänger Daniel Schmidt und seine Crew der Region die Treue gehalten. Und es hat sich einiges getan. Die Band hat mittlerweile ein zweites Album auf den Markt gebracht und auch die Besetzung hat sich Anfang 2013 verändert.


Songtitel wie „Springwut“ oder „Böse Mädchen feiern besser“ sind bei „Bakkushan“ Programm. (Foto: Nicole Dieterich, Music Event Reports)

Gemeinsam mit seinem angestammten Bandkollegen Christian Kalle sowie den neuen Mitgliedern Benny und Flip zündete Daniel auf der „Lutzi“ ein regelrechtes „Best of“ der bisherigen Band-Historie. Dem übrigens auch die oberfränkische Crew „Bambägga“ in nichts nach stand. Bereits vor drei Jahren beehrten Jonas und Cony MC das „… und ab geht die Lutzi!“. Zum fünften Geburtstag hatte das sympathische Duo nun nicht nur ihr aktuelles Album „Mit Laib und Seele“, sondern gleich eine ganze Band mitgebracht. „Wir wollten mehr gutaussehendes Potential auf der Bühne“, scherzen Jonas und Cony in Anbetracht des beträchtlichen Zuwachses. Gelohnt hat sich die neue „Manpower“ auf ganzer Linie. Viele bereits bestens bekannte Songs der Truppe wurden in Rottershausen neu interpretiert. Dank der neuen Konstellation gab es nun frische Sounds, die vom Publikum mal mit fliegenden Händen, mal mit funkelnden Wunderkerzen und vor allem lautstarken Jubelrufen quittiert wurden.


2015 feiern die „Bambägga“ zehn Jahre Bandgeschichte. Von ersten Müdigkeitserscheinungen findet sich aber absolut keine Spur. Hier dreht sich alles um „Rap-Funk-Comedy-Kabarett“. (Foto: Nicole Dieterich, Music Event Reports)



Doch zurück zu „Royal Flush“. Für die Nachwuchsband war die „Lutzi“ ihre bisher „größte Nummer“. Mit gesunder Anspannung waren die jungen Leute die ganze Sache angegangen. Intensiv hatten sich die Freunde noch einmal in den Probenraum verkrochen, um auf der „Lutzi“ den bestmöglichen Eindruck zu hinterlassen. Gelungen ist ihnen das allemal. Der Ansporn, jetzt als Band weiter voranzukommen ist hoch, ebenso wie für die ehrenamtliche „Lutzi“-Mannschaft. Bereits zum fünften Mal hat diese nun bewiesen, was ein kleines Dorf im Landkreis Bad Kissingen mit vereinter Kraft auf die Beine stellen kann. „So gut wie jeder in dieser Ortschaft hatte eine Aufgabe“, bilanziert Christian Stahl, der gemeinsam mit Klaus Schmitt an der Spitze des Teams steht. Im Laufe der vergangenen Jahre sei das Event immer professioneller und damit besser geworden. Dabei sei die familiäre Atmosphäre vor und hinter den Kulissen jedoch nie verloren gegangen.


Tobi Wan Sinn war der würdige Ersatz für die krank gewordenen Hey Frank! (Foto: Nicole Dieterich, Music Event Reports)


Dass man sich mittlerweile überregional einen Namen bei den Fans und den Künstlern gemacht habe, sei nun das schönste Geschenk, das ein Team zum fünften Geburtstag bekommen könnte. „Die vergangenen zwei Tage sind schon jetzt Motivation genug, um im kommenden Jahr noch einmal einen oben drauf zu setzen“, so Stahl.


Die Krönung im HipHop-Zelt: Texta aus Linz feuerten den fränkischen Zuhörern oberösterreichischen Dialekt um die Ohren. (Foto: Nicole Dieterich, Music Event Reports)

Vormerken können sich die „Lutzi“-Freunde bereits den voraussichtlichen Termin: Die sechste Ausgabe von „… und ab geht die Lutzi!“ steigt am 12. und 13. Juni 2015. 



Text: Nicole Oppelt

Und hier gibts schon die ersten Bilder:
www.facebook.com/MusicEventReports

„… und ab geht die Lutzi“: Schön, skurril und abwechslungsreich!

Das „Lutzi Festival“ steigt diesmal am 13. und 14. Juni


Emil Bulls gilt als Garant für eine schweißtreibende und fesselnde Show. Die Vorfreude in Rottershausen ist riesig! (Foto: Pressematerial)

Drei Bühnen, 16 Bands und sechs DJs: Mit derart geballter Musikpower wollen die jungen Leute aus Rottershausen in diesem Jahr das Publikum an den Rand ihrer sonst so beschaulichen Gemeinde locken. Zum fünften Mal verwandeln sie das Sportgelände des FCE in eine rauschende Partymeile, deren Ruf mittlerweile weit in die Republik hinein hallt. Ihr Erfolgsrezept gibt ihnen Recht: Erstmals wird das Festival nun auf zwei Tage ausgeweitet.


Erwin & Edwin ist ein junges Kollektiv von Musikern aus verschiedenen Ecken Österreichs. Überzeugt Euch von ihrem Können in der brandneuen E-Box. (Foto: Pressematerial)

Szenen, wie die Folgende, können mittlerweile als typisch für das Organisations-Team von „… und ab geht die Lutzi!“ gelten: Da gibt es eine Band, die unbedingt das Festival beehren soll. Eigentlich ist die dafür vorhergesehene Lokalität aber viel zu klein. Kurzerhand wird die Sache „passend gemacht“ und mal eben eine Bühne errichtet, die dem gewünschten Act gerecht wird. So geschehen im Fall von „Erwin & Edwin“. Das Musiker-Kollektiv aus Österreich sorgte für einen vollständigen Abriss der angestammten „E-Box“ inklusive großzügigerem Neuaufbau. Die Anekdote zeigt: In Rottershausen wird erstens nicht lange gefackelt. Zweitens stets der Wille des Publikums gehört und drittens gern auch mal unkonventionell agiert.

2014 wird doppelt gefeiert – ein Abend geht viel zu schnell vorbei

Dass das Team rund um Christian Stahl und Klaus Schmitt mit diesen Maximen goldrichtig liegt, steht zum halbrunden Jubiläum außer Frage. Das Event ist zu einer der größten Open Air Veranstaltungen der Region avanciert – mit Potential auf Mehr. Denn in diesem Jahr versuchen sich die Organisatoren erstmals an einer zweitägigen Ausgabe. Die Gründe dafür liegen für Christian Stahl und seinen Kompagnon Klaus Schmitt auf der Hand: „Die Lutzi hat sich in eine Größenordnung entwickelt, die sehr viel mehr Aufwand und Vorbereitungen als in den ersten Jahren bedeutet. Daher macht es Sinn nicht nur an einem einzigen Abend zu feiern, sondern das Ganze gleich ein Wochenende lang durchzuziehen ohne viel Mehraufwand zu erzeugen. Im Idealfall mit dem Zelt auf der Campingwiese.“ Außerdem sei doch ein Abend auch viel zu schnell vorbei.
Für viele Helfer bestehe so übrigens auch die Möglichkeit, einen Abend hinter der Theke zu stehen und am anderen das „Lutzi“-Festival als Gast zu genießen.


Endlich auf der Lutzi: Was wäre die hiesige Musikszene ohne die Ghost Rockets aus SWC. (Foto: Pressematerial)

Genuss auf vielen Ebenen, lautet also das Stichwort. Und ihr bisher erarbeiteter Ruf auf diesem Gebiet verpflichtet: Schön, skurril und abwechslungsreich. Das zeichnete das „… und ab geht die Lutzi!“-Festival in den vergangenen Jahren aus. Entsprechend kommen die Musikfreunde nach Höhepunkten wie „Itchy Poopzkid“, „Sondaschule“ oder „Supershirt“ auch 2014 voll auf ihre Kosten. Mit dabei sind national bekannte Festival-Größen wie „Emil Bulls“, die nicht minder bekannten deutschen Indie-Rocker „Bakkushan“ oder die österreichische Hip Hop-Legende „Texta“, die gekonnt mit regionalen Größen wie die „Bambägga“ oder auch Newcomern wie „Royal Flush“, die das diesjährige „Lutzi-Wildcard-Battle“ im JuKuZ Bad Kissingen gewonnen haben, kombiniert werden.


Bakkushan wurde schon 2011 von den Musikfreunden der Region in ihr Herz geschlossen. Drei Jahre nach dem Musikini-Open-Air kehren sie nun zurück. (Foto: Georg Roske)

„Was gefällt kommt auf die Bühne!“

Stil-Mix, das scheint tatsächlich eine Rottershäuser Spezialität zu sein. Freuen können sich die Gäste nämlich abermals auf sämtliche Spielarten von Rock, Punk, Pop und Ska über Hip Hop, Rap und Funk, bis hin zu elektronischen Beats. Das Ziel lautet erneut: Jung und Alt – überhaupt Menschen jeglicher Couleur sollen sich auf dem Festival in Rottershausen wiederfinden und nachhaltig begeistert werden. Festgefahrenen Richtlinien folgen Stahl und Schmitt dabei aber nicht. Das Team lässt den „Bauch“ entscheiden. „Es gibt keine klar definierten Kriterien oder Grenzen“, erklären sie ihre Vorgehensweise, die eigentlich gar keine mehr ist. Denn aktiv suchen müssten sie mittlerweile nicht mehr. „Wir sind in dem Bereich für fast alles offen. Viele der Bands hat man mal auf irgend einem Konzert oder Festival gesehen. Aktuell kommen natürlich auch viele Bewerbungen zu uns. Hier ist dann auch immer wieder Interessantes dabei, was wir dazu holen. Was gefällt kommt auf die Bühne!“


Noch mehr „Stoff“ aus Österreich! Mit Texta ist HipHop aus dem schönen Linz im Fränkischen zu Gast. (Foto: Pressematerial)

Besonders gefreut hätten sie sich über die Bewerbung der US-amerikanischen Band „OPM“ im vergangenen Jahr. Auch, wenn es leider nicht dazu gekommen sei, die Kalifornier tatsächlich auf die „Lutzi“ zu holen, die Tendenz zeigt steil nach oben. Insgesamt seien es 2014 noch einmal deutlich mehr Bewerbungen geworden. Auch der Anteil der interessierten Künstler aus dem Ausland sei stark angestiegen. „Kurioses ist da wirklich mehr als genug dabei“, freuen sich Stahl und Schmitt über die Auswahl-Fülle. Immer wieder stießen sie dabei auf „echt super Sachen“. Aber eben zu viele, um sie alle im Programm unterzubringen.


Die Bambägga gehören auch in Unterfranken mittlerweile zum festen Inventar der Musikszene. Mit Jonas und seiner Crew bleibt kein T-Shirt trocken. (Foto: Pressematerial)

Cocktails, Aktionen und Kulinarik satt

„Never change a running system“, das gilt ja bekanntlich bei vielen erfahrenen Konzertveranstaltern. Und eigentlich hatten sie sich auch in Rottershausen vorgenommen, in diesem Jahr „fast alles wie 2013 zu machen“, so Stahl und Schmitt. Doch bei dem Umbau der „E-Box“ blieb es dann natürlich nicht. „Die Rockstage bekommt einen kompletten Tag dazu, das Festival erhält einen neuen Haupteingang auf der Rückseite des Geländes direkt an den Parkplätzen, die Cocktail-Bar wurde weiter ausgebaut, und, und, und“, fassen die Organisatoren zusammen. „Für noch mehr Abwechslung gibt es zwischen den Bühnen wie gewohnt viel Neues zu entdecken und auszuprobieren“, kündigt das Orga-Team darüber hinaus an. Für die erwarteten rund 3500 Gäste finden sich diverse Promotion-Aktionen und Shops im erweiterten Unterhaltungsangebot. Auch kulinarisch bringt die „Lutzi-Crew“ von Burger über Pizza und Grill bis hin zu veganen Speisen alle unter einen Hut.


Not Called Jinx reisen eigens aus Berlin in die Provinz. Derartige Distanzen sind für die Rocker jedoch nicht neu. Eine Europa-Tour haben sie bereits hinter sich. (Foto: Pressematerial)

Schon im Vorfeld der Veranstaltung wird klar, die Begeisterung unter den jungen Rottershäusern für ihr Festival ist ungebrochen. Die mittlerweile fast 200 ehrenamtlichen Helfer aller Altersklassen sind, so die Verantwortlichen, „wirklich unschlagbar“. Zwar herrsche kurz vor dem Start nach wie vor Hektik und natürlich Aufregung. Aber am Ende seien eigentlich immer alle ausgelassen und begeistert. „Wie immer wünschen wir uns, dass viele Leute, vor allem auch am Freitag, zur Lutzi kommen, um dort ordentlich zu feiern. Hoffentlich bei gutem Wetter. Ziel ist es definitiv weiterhin eine große Show für kleines Geld bieten zu können!“


Dead Energy stürmen bereits am Freitag die Rockstage in Rottershausen. (Foto: Pressematerial)

Los geht’s am Freitag, den 13. Juni, um 19.00 Uhr. Am Samstag, den 14. Juni, fällt der Startschuss bereits um 17.00 Uhr.

Weitere Informationen unter: www.dielutzi.de

Text: Nicole Oppelt

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Und zur Einstimmung wie immer hier eine kleine Lutzi-Playlist für Euch:

BAKKUSHAN:

EMIL BULLS:

NOT CALLED JINX:

THE GHOST ROCKETS:

ERWIN & EDWIN:

DEAD ENERGY:

BAMBÄGGA:

TEXTA:

HEY FRANK!:

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