Archiv für November 2014

10 Jahre Wasserhaus: „Das ist der Hort meiner Jugend“

Die Musikinitiative Hammelburg e. V. feierte am Samstag nicht nur eine Dekade im neuen Domizil, sondern auch die musikalische Vielfalt in der Region


Nicht nur das Wasserhaus, auch „My New Zoo“ haben sich weiterentwickelt. Jüngste Neuerung: Das kommende Album ist komplett auf Deutsch. (Foto: Musikini)

Zum runden Jubiläum des Wasserhauses hatte die Musikini ein Programm zusammengestellt, wie es wohl nicht besser zum Vereinszweck passen könnte. Spannende Mixturen sind auf der Bühne des kleinen Clubs seit jeher Programm. Neben den hauseigenen „Illustrators“ hatten sich die ehrenamtlichen Organisatoren deshalb nun ihre langjährigen Freunde „My New Zoo“ aus Nürnberg sowie die Wasserhaus-Debütanten „Hazel The Nut“ aus Würzburg eingeladen. Als besonderes Bonbon sorgte das Wasserhaus-Urgestein DJ „nix disco“ für eine lange Partynacht.


Das zehnjährige Jubiläum sprach nicht nur ein buntes Publikum, sondern vor allem unterschiedliche musikalische Geschmäcker an. (Foto: Musikini)

Viele wunderbare Erinnerungen, fröhliche Runden und dazu noch mehr gute Musik – dieses Bild bot sich den Wasserhaus-Gästen am vergangenen Samstagabend. Mit einer ansehnlichen Zuschauerschar konnten die Musikini-Verantwortlichen nun auf zehn Jahre in ihrem liebevoll gehegten Haus vor den Toren der Stadt zurückblicken. Viel hatten diese „heiligen Hallen“ schon gesehen: Größen wie „Jupiter Jones“ standen noch vor ihrem nationalen Durchbruch auf der Hammelburger Bühne. Der Gemündener Andreas Kümmert, der vor noch nicht allzu langer Zeit mit Hilfe eines bekannten TV-Formats für deutschlandweites Aufsehen sorgte, war bereits mehrmals zu Gast. Echo-Preisträger Mellow Mark ist dem Haus innig verbunden. Der umtriebige Singer-Songwriter Spacemann Spiff alias Hannes Wittmer ist ein Vollblutmusiker-Gewächs, dessen erste zarten Sprossen vor vielen Jahren im Wasserhaus zu keimen begannen. Und sogar Gäste aus Israel in Form der Band „Eatlitz“ haben die Hammelburger bereits begrüßen dürfen. Die Liste ist lang und ließe sich wahrscheinlich noch seitenweise fortsetzen.


„Hazel The Nut“ haben dem Wasserhaus ihr 2013 erschienenes Album „Welcome To Hazeltown“ mitgebracht. (Foto: Musikini)

„Durch das Wasserhaus bin ich zur Musik gekommen.“

Mittlerweile ist die nächste Musiker-Generation in die Probenräume eingezogen. Auch die „Illustrators“, die derzeit mit ihrem „Vertretungs“-Drummer Christoph Stapper unterwegs sind, gehören dazu. „Ich bin schon zehn Jahre dabei“, erinnert sich Maximilian Fuß. Für den jungen Mann war die damalige Eröffnungsfeier sein persönlicher Startschuss. Das Wasserhaus hat er also „von Grund auf“ miterlebt. „Dieser Ort war so etwas wie der Hort meiner Jugend.“ Auch Lukas Fuß ist dem Wasserhaus bereits seit rund acht Jahren verbunden. Musikini-Kult-Bands wie die „Taschenrocker“ und „Gung Fu“ hat er noch in sehr guter Erinnerung. Seine Jugend, da pflichtet er seinem Bandkollegen bei, habe dieser Ort besonders geprägt. „Durch das Wasserhaus bin ich zur Musik gekommen. Es ist ein Ort, der mich auch jetzt öfter noch heim bringt“, so der Student.


„Wir wünschen uns noch mindestens zehn weitere Jahre Musik und Spaß in Hammelburg“, so die „Illustrators“ zum runden Geburtstag. (Foto: Musikini)

Institutionen wie das Wasserhaus und die Musikini halten die beiden Kreativen nach wie vor für äußerst wichtig. Es gelte, der elektronischen Musik „Paroli“ zu bieten und musikalische Aktivitäten gerade in ländlichen Gegenden wie Hammelburg weiterhin zu fördern – auch, wenn es als ehrenamtlich geführte und vor allem nicht-kommerzielle Einrichtung manchmal schwierig sei. Der Verein und sein Domizil sind für sie definitiv wie ein „Fels in der Brandung“. „Es gibt viele Bands und viele, die das wollen“, sind sich die beiden einig. Wichtig sei es, auch künftig, „die Jugend abzuholen“. Die Musikini sei kein geschlossener Kreis. Ihr Appell an junge Bands und Menschen, die daran teilhaben und Einblicke gewinnen wollen, fällt entsprechend aus: Kommt vorbei, bündelt euch hier! Die Infrastruktur sei da, man müsse sie nur nutzen. In Zukunft wünschen sie sich deshalb nicht nur viele weitere „Knaller-Bands“ auf der Wasserhaus-Bühne, sondern auch den ein oder anderen Workshop. Bei den „Illustrators“ selbst geht es jedenfalls voran: Die Fans können sich ab sofort über Merchandise freuen. Im Frühjahr ist obendrein eine kleine Deutschland-Tour geplant.


Das Quartett entwickelt sich mit Riesenschritten. Erst am Wochenende zuvor konnten die „Illustrators“ vor rund 200 Gästen in Neustadt überzeugen. (Foto: Musikini)

„Wer Interesse hat, kann sich hier verwirklichen“

Gedanken zum Zehnjährigen machte sich natürlich auch Martin Haun alias Wasserhaus-DJ „nix disco“. Den Ingenieur hat es beruflich inzwischen in den Süden Deutschlands verschlagen. Er ist seit dem ersten „Tanz in den Mai“ des Wasserhauses aktiv. Damals, kurz nach dem Abitur, sei das „ganz aufregend“ gewesen. Endlich, so erinnert er sich zurück, habe es ein völlig anderes Angebot zu den sonst üblichen Partys in den einzelnen Ortschaften gegeben. „Wer Interesse hat, kann sich hier verwirklichen“, ist er nach wie vor überzeugt. Die Möglichkeiten seien vielfältig: musikalisch, organisatorisch, gastronomisch, technisch. Das Wasserhaus, das wird im Gespräch mit ihm schnell deutlich, ist eine gute Schule, um eigene Talente auszutesten. „Die Erfahrungen, die man im Verein gewinnt, kann man sehr gut nutzen.“ Auch er selbst, habe das in seinem jetzigen Beruf bereits festgestellt. Für die nächste Dekade wünscht er dem Wasserhaus, dass seine Mannschaft am „Zeitgeist“ bleibt und keine Genres ausschließt.

„Das Wasserhaus und My New Zoo verbindet eine gemeinsame Geschichte“

Erinnerungen an vergangene Gigs bei der Musikini und obendrein ein musikalisches Geschenk hatten die Mittelfranken von „My New Zoo“ am Samstagabend im Gepäck. Bereits seit sechs Jahren kennt die Band Teile der Musikini-Crew. „Das Wasserhaus und My New Zoo verbindet eine gemeinsame Geschichte“, schmunzelt Sänger Danijel Bubic. Unvergessen sind Auftritte, die etwa unter „erschwerten Bedingungen“ in einer kühnen Zwei-Mann-Besetzung absolviert wurden. Nun hat das Quartett neuen Stoff mitgebracht und stellte dem Hammelburg Publikum live Auszüge aus dem im Februar erscheinenden neuen Album vor.


„My New Zoo“ sind in Hammelburg immer wieder für eine Überraschung gut. Diesmal gab es den gewohnten Sound mit vielen deutschen Texten. (Foto: Musikini)

Auf Institutionen wie das Wasserhaus und die Musikini zu verzichten, erscheint den erfahrenen Musikern unvorstellbar. „Es gibt sonst keine Einstiegsmöglichkeiten mehr für eine ganz normale Band, ganz gleich, ob jung oder schon etwas älter“, so Bubic. Gäbe es solche Häuser in Deutschland nicht, läge diese Hürde sofort bei Häusern mit 15, 20 oder mehr Euro Eintritt. Die Bühnen, auf denen man dann auftreten könnte, wären dünn gesät. Entsprechend sei es nach Ansicht der Truppe nach auch wichtig, Trends bzw. Strömungen nicht an sich vorbeiziehen zu lassen, sondern „mitzunehmen“. Auch auf diesem Wege würden neue Leute die Location für sich entdecken. „Wir wünschen Euch, dass Eure Gemeinde die Augen aufmacht und sieht, was hier auf freiwilliger Basis geschultert wird. Disco ist schön und gut, aber sie ist kein Ort zum Kommunizieren.“


Getanzt und gefeiert wurde am Wochenende bis in die frühen Morgenstunden. Gerne hätten es die Verantwortlichen gesehen, wenn sich ein paar mehr Gäste eingefunden hätten. (Foto: Musikini)

„Wichtig ist, dass einen die Leute hören“

Zu guter Letzt fanden sich „Hazel The Nut“ in die Reihe der Geburtstagsgäste ein. Zwar gaben sie anlässlich des Jubiläums ihr erstes Surf-Punk-Konzert im Wasserhaus. Neulinge auf dem musikalischen Parkett ist die 2012 gegründete Formation allerdings nicht. Bereits vor dem Zusammenschluss waren die Mitglieder in Sachen Musik aktiv und feiern nächstes Jahr ebenfalls ihr Zehnjähriges. „Wichtig ist, dass einen die Leute hören“, sind sie sich sicher. Im Fall von „Hazel The Nut“ funktioniert das auch ziemlich gut. Die jungen „WüRG“-Mitglieder ziehen ein Generationen übergreifendes Publikum an. Sie schätzen an Institutionen wie dem Wasserhaus vor allem die Möglichkeit des Austausches und der gegenseitigen Unterstützung – etwa bei Auftritten. Sie selbst würden von solchen Effekten innerhalb der Würzburger Rockgemeinschaft e.V. ebenfalls profitieren. Ihrer Ansicht nach müssten die Vereine in Zukunft noch früher ansetzen, Kinder zum spielen eines Instruments animieren, mit Schulen zusammenarbeiten oder zum Beispiel auch Bandtage organisieren, um sich vorzustellen.


„Hazel The Nut“ fühlten sich bei ihrem Wasserhaus-Debüt sichtlich wohl. (Foto: Musikini)

Die Musikini selbst empfiehlt sich bereits am 12. Dezember mit der Winter-Rock-Tanzparty des „Kulturbunt e.V.“. Am 20. Dezember steht dann bereits „Doomsday’s Eve – Die Weihnachtsrevue Part III“ an.

Text: Nicole Oppelt

10 Jahre Wasserhaus – die Geburtstagsparty

Die Musikinitiative Hammelburg e.V. feiert am 22. November 10-jähriges Jubiläum ihres Vereinsheimes


„My New Zoo“ verstehen ihr Handwerk. Sie begeistern vom Balkan bis Bayern. (Foto: Pressematerial)

Am kommenden Samstag geht es im Vereinsheim der Musikini hoch her. Exakt zehn Jahre ist das Anwesen mittlerweile in Betrieb. Noch allzu gut können sich die etwas älteren Mitglieder an viele schweißtreibende Stunden erinnern, die das Gebäude letztlich zu dem gemacht haben, was es heute ist. Gefeiert werden soll das nun mit ganz besonderen Gästen, „My New Zoo“ aus Nürnberg, zwei heimischen Bands und DJ „nix disco“.

„Ein rundes Jubiläum erfordert ganz besondere Maßnahmen. Eine Torte, ein Ständchen und ein paar Geschenke – das kann jeder“, so die einhellige Meinung innerhalb der Musikini-Vorstandschaft. Nach einer ersten Geburtstagsrunde mit der Fuldaer Combo „Mighty Vibez“ zum traditionellen „Tanz in den Mai“, starten sie nun zum zweiten Teil der musikalischen Jubiläums-Feierlichkeiten. Diesmal belassen es die Organisatoren allerdings nicht nur bei einem Highlight. Gleich drei Bands samt dem allseits bekannten Wasserhaus-DJ „nix disco“ sorgen für eine lange Partynacht.


Premieren sind bei der Musikini immer herzlich willkommen. Mit Spannung erwarten die Gastgeber, was „Hazel The Nut“ zu bieten haben. (Foto: Pressematerial)

In den vergangenen Wochen ging es für die ehrenamtlichen Mitglieder ordentlich rund. Erst am 8. November stand das „local heroes Bundesfinale“ in Salzwedel auf dem Programm. Zeitgleich lockte „Metalloween Part 3“ vor die Tore Hammelburgs. „Doom Them All“ und „Yolocore“ rundeten das Paket für Freunde der etwas härteren Klänge ab. Mit ihren langjährigen, „tierischen Freunden“ aus Nürnberg holt sich die Musikini jetzt wieder klassischen Pop-Rock ins Haus, der in der Vergangenheit bereits in verschiedensten Formationen ein echtes Garant für ausgelassene Partystimmung darstellte. „My New Zoo“ haben sich 2006 formiert und sind dem Hammelburger Verein bereits fast genauso lange innig verbunden. Dass ihre Show jedoch stets für die ein oder andere Überraschung gut ist, haben sie bis dato noch bei jedem Auftritt im Unterfränkischen bewiesen.

Kroatische Songs in Hammelburg?

Eine ihrer jüngsten Aktionen lässt zumindest vermuten, dass das Publikum auch in Hammelburg neue und vielleicht ungewohnte Klänge zu hören bekommt. Denn Danijel, Robert, Christian und Wolfram waren erst vor wenigen Wochen am „ Prijatelji – Freunde Festival“ beteiligt. Neun Bands aus Südosteuropa und Nürnberg gaben sich am 17. Oktober im MUZ Club die Klinke in die Hand. Zum ersten Mal war das Quartett hier mit Songs auf Kroatisch zu hören. Ein Konzept, das den Musikern in Kroatien selbst übrigens bereits einige Hits beschert hat.


Am vergangenen Wochenende überzeugten die Hammelburger „Illustrators“ beim RockCheck in Bad Neustadt vor gut 200 Gästen. Jetzt wird wieder das Wasserhaus unsicher gemacht. (Foto: Pressematerial)

Zur Seite stehen den smarten Herren zu diesem besonderen Ereignis die Zweitplatzierten des diesjährigen „local heroes Bayern“-Landesfinales, die Musikini-Band „Illustrators“ sowie „Hazel The Nut“. Letztere möchten die Wasserhaus-Gemeinde bei dieser Gelegenheit erstmals mit ihrem Pop-Punk begeistern. Obschon erst seit 2012 aktiv, können sich die jungen Leute bereits gehörig empfehlen. So machten sie schon Station beim Radiosender BigFM als Newcomer des Monats, oder auch beim größten Bandwettbewerb der Welt – „Emergenza“ – als Sieger des Hessenfinales. Mit im Gepäck haben sie zudem ihr erstes eigenes Album „Welcome To Hazeltown“. Abgerundet wird die Sause zu „Zehn Jahre Wasserhaus“ standesgemäß. Die treuen Wasserhaus-DJs greifen zu den Reglern und lassen sich mit den Wasserhaus-Gästen in eine wunderbar lange, musikalische Nacht treiben.

Los geht’s am 22. November, um 20.30 Uhr.
Mehr unter: musikini.de

Text: Nicole Oppelt

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MY NEW ZOO (Wave n´ Roll aus Nürnberg)
www.mynewzoo.com

weitere Videos:
www.youtube.com/watch?v=oLNXnetnxPA
www.youtube.com/watch?v=3k4E39YWmw4
www.youtube.com/watch?v=93evUFsCFj4
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Hazel The Nut (Pop-Punk aus Würzburg)
www.hazelthenut.de


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Illustrators (Indie-Elektro aus Hammelburg)
www.facebook.com/illustrators.music

„Junk DNA“ feiern den „Mega Abriss“ beim „local heroes“ Bundesfinale in Salzwedel

Die bayerischen Landesfinalisten haben ihr Bundesland am vergangenen Samstag mehr als würdig vertreten


Damit hatten „Junk DNA“ sicher nicht gerechnet: Kaum waren ihre letzten Klänge verhallt, rief das Publikum auch schon lautstark „Zugabe!“ (Junk DNA // Fotograf: Nils Nedel)

Es ist ein bisschen wie eine Prüfung in der Schule: Man kann noch so gut vorbereitet sein, am Ende ist man kurz vor dem großen Ereignis doch unendlich nervös. Ähnlich erging es am 8. November auch „Junk DNA“. Akribisch hatten sie sich auf das „local heroes“-Bundesfinale 2014 vorbereitet. Beim Anblick der großen Bühne im Kulturhaus von Salzwedel wurde es allen dann aber doch ein bisschen mulmig. Am späten Abend zeigte sich jedoch: Hier bestand gar kein Grund zur Panik. Selbst die hochkarätige Fachjury war voll des Lobes.

Acht Stunden Show, acht Stunden volle Konzentration auf 14 Nachwuchsbands aus der gesamten Bundesrepublik. Am Wochenende ging es in der Hansestadt ordentlich rund. Die Künstler zündeten eine musikalische Bombe der Extraklasse. Mit dabei waren auch die „local heroes“-Bayernsieger „Junk DNA“. Für das Quintett hatte es am Ende leider nicht ganz aufs Siegertreppchen gereicht. Einen fulminanten Eindruck haben die Dingolfinger aber dennoch hinterlassen.

„Leute! Was sollen wir noch sagen?!? Mega Abriss in Salzwedel! Brutal geiles Wochenende! Das Feedback was wir von der Jury bekommen haben ist mehr als krass! Wir sind auch sehr stolz das wir Bayern in diesem grandiosen Finale vertreten durften!!!“, lautete am Sonntag ihr erstes Fazit kurz nach dem Auftritt. Jan Eberl (E-Bass, 19), Ferdinand Klinger (Rhythmusgitarre , 19), Johannes Hadlich (Leadgitarre, 21), Tobias Sichart (Schlagzeug, 17) und Maximilian Hofmann (Vocals, 20) sind auch nach dem großen Finale der ganze Stolz der bayerischen Landesveranstalter. Erst Ende September setzten sich die jungen Leute gegen fünf Mitstreiter aus dem gesamten Freistaat durch. Ihr Stil, den sie selbst als „schnell, rhythmisch, eindringlich und rustikal“ beschreiben, hatten Publikum und Jury nun auch weitab der bayerischen Heimat überzeugt. „Besser hätte es nicht laufen können. Unsere Jungs haben alles gegeben. Mit ihrem Auftritt haben sie das Publikum mitgerissen, selbst in den hintersten Reihen war die Begeisterung zu spüren“, freut sich das „local heroes“-Bayern-Team.


Das „local heroes“-Bayern-Team wollte natürlich auch von der Jury wissen, wie sich „Junk DNA“ geschlagen haben. Nachgefragt wurde deshalb noch an Ort und Stelle bei „Emil Bulls“-Manager Niko Tsagarakis. (Foto: RE ON TOUR)

„Menschlich ein absolutes Plus für local heroes“

Seit 2011 machen die Jungs gemeinsam Musik. Zu den bisher größten Herausforderungen der Alternative Rockband gehörten in der Tat das „Bayernfinale Emergenza“ sowie das „local heroes Landesfinale“ bei der Musikinitiative Hammelburg e.V. „Wir organisieren für jeden Contest, den wir spielen, Busse und versuchen unseren Fans und Freunden einen perfekten Abend zu bieten das ist manchmal organisatorisch sehr kräftezehrend, machen wir aber gerne!“, so das Quintett. Lob hatte dieses auch für die ehrenamtlichen Organisatoren hinter den Kulissen der veranstaltenden Musikini. „Menschlich ein absolutes Plus für local heroes, es wird sich um die Bands gekümmert und es ist alles gut organisiert. Wir haben uns aber auf beiden Contests sehr wohl gefühlt.“

Vor dem großen Bundesfinale legten sich die jungen Musiker noch einmal ordentlich ins Zeug. „Wir proben zweimal die Woche, arbeiten an unserer Bühnenpräsenz und versuchen unsere eigenen bisherigen Leistungen zu toppen“, fassten sie ihre Bemühungen im Vorfeld zusammen. Selbstverständlich hatten sie wie zum Landesfinale auch zum Groß-Event in der fernen Hansestadt einen eigenen Fan-Bus gechartert.

Und dieser machte ordentlich Lärm. Schon vor der Show hallten die Sprechchöre lautstark durch den Saal. Zu Recht stellte Moderator Howie Yagaloo deshalb fest: „Die Bayern sind da!“


Echte Freunde kann nichts und niemand trennen – auch mehrere Hundert Kilometer nicht. Zum großen Tag in Salzwedel waren hartgesottene „Junk DNA“-Fans mitgereist. (Foto: RE ON TOUR)

„Junk DNA“ peitschen nach vorne

Spätestens im Bundesfinale machten sich nun die mehr als 100 absolvierten Gigs bezahlt. Mit „Are you fuckin‘ ready to rock!“ begrüßten Maxi und Co. die Menge. Was dann folgte, war eine waschechte Sound-Explosion. Von der ersten Minute an gaben die Bayern Vollgas. Vor und auf der Bühne tobte das pralle Leben. Song um Song peitschten sich die Fünf weiter nach oben, bis das Publikum schließlich sogar auf den Knien landete, um anschließend in wilden Tanz zu verfallen. Ein Umstand, der „Bloodhound Gang“- Drummer Adam Perry derart im Gedächtnis haften blieb, dass es hinter den Kulissen für diesen temporeichen Auftritt noch einmal ordentlich Anerkennung vom erfahrenen Profi an die Band gab.


„Emil Bulls“-Manager Niko Tsagarakis nahm sich „Junk DNA“ im Einzelgespräch vor. Von ihm gab es konstruktive und vor allem ehrliche Kritik, die den Nachwuchskünstlern definitiv weiterhelfen. (Foto: RE ON TOUR)

Doch nicht nur der britische Superstar zeigte sich beeindruckt. Auch „Emil Bulls“-Manager Niko Tsagarakis war sichtlich zufrieden mit der Leistung der Bayern. „Da ich ja selbst einer aus der härteren Fraktion bin, muss ich erst einmal schimpfen. Das, was ihr macht, ist kein Rock Alternative, das ist auf jeden Fall Rockmusik!“, so der Profi im Gespräch mit den Nachwuchsmusikern. „Ich fand den Auftritt sehr gut. Ihr habt im Gegensatz zu einigen anderen gut zusammengespielt.“ Gerade die beiden Gitarristen hätten ihm „sehr gut“ gefallen, so Tsagarakis, der sich als Manager bayerischer Bands natürlich solidarisch mit den bayerischen „local heroes“-Vertretern zeigte. Bandtrainer Wolfgang Schwericke, der „Junk DNA“ unmittelbar nach ihrem Auftritt betreut hatte, freute sich ebenfalls über die Darbietung von Maxi und seinen Bandkollegen. „Das, was sie da machen, kann man eigentlich nur noch im Detail verbessern und in der Art, wie sie es verkaufen“, so der Fachmann. Sein Rat: Sorgt für ein originelles Bandfoto, eine einzigartige Bandinfo und schraubt an den Gitarren.


Die Profis, wie unter anderem Bandtrainer Wolfgang Schwericke, sind sich sicher: Das Gesamtpaket „Junk DNA“ stimmt bereits. Hier geht es nur noch im Details. (Foto: RE ON TOUR)

„Perfect Day“, lautete einer ihrer Songs. Für „Junk DNA“ war er das definitiv. „Das war mega fett! Der absolute Abriss!“, so ihr Fazit des Abends. „Unser Plan hat funktioniert und obendrauf gab’s sogar noch eine Live-Premiere der neuen Single.“

Text: Nicole Oppelt

local heroes 2014: Dieser Jahrgang hat eine Bombe gezündet!

Am 8. November lieferten sich im Kulturhaus von Salzwedel 14 Bands aus ganz Deutschland einen heißen musikalischen Wettkampf


„Konvoy“ zündete eine Rakete, deren Treibstoff für das gesamte „loca heroes“-Bundesfinale 2014 reichte. Chapeau! (Konvoy // Fotograf: Aktion Musik/local heroes e.V.)

Ein ganzes Jahr lang hat das Team von „Aktion Musik/local heroes e.V.“ auf diesen Termin hingearbeitet. Am vergangenen Samstag konnten rund 1000 Zuschauer die Quintessenz dieses unermüdlichen Einsatzes bestaunen. Die besten Nachwuchs-Bands des Landes traten in einem mehrstündigen Wettbewerb gegeneinander an und zeigten, warum sie auf der großen Bühne des Kulturhauses völlig richtig waren. Die jungen Leute schenkten sich nichts. Das letzte Wort hatten jedoch abermals eine hochkarätig besetzte Fachjury und das Publikum. Den Titel „Beste Nachwuchs-Band 2014“ räumten am Ende „Konvoy” aus „Baden-Württemberg ab.


Diese Fans sind „Fans mit Leib und Seele“. Es wurde getanzt, gesungen und so manch akrobatische Aktion aufs Parkett des Kulturhauses gelegt. (Fotograf: Malte Schmidt)

Rund acht Stunden hat es gedauert, dann standen die Besten der Besten endlich fest. Als Moderator Howie Yagaloo, Chefredakteur des gleichnamigen Musikmagazins, in den frühen Sonntagmorgenstunden die Gewinner des diesjährigen deutschlandweiten „local heroes“-Contests verkündete, gab es kein Halten mehr. Die aufgestauten Emotionen der vergangenen zwölf Monate und natürlich vor allem dieses großen Bundesfinales entluden sich in lautstarken Jubelschreien. Verwundert haben diese niemanden. Immerhin hatten diese jungen Leute Deutschlands größten Non-Profit-Nachwuchs-Wettbwerb für sich entschieden.


„Phaenotypen“ haben ordentlich die Werbetrommel gerührt. Die jungen Leute hatten gleich zwei Fanbusse im Gepäck. („Phaenotypen“ // Fotograf: Aktion Musik/local heroes e.V.)

„Konvoy”: Jurypreis und bester Instrumentalist

Konvoy” aus Baden-Württemberg gingen als erste Band des Bundesfinales an den Start und überzeugten am Ende auf ganzer Linie. Die Jury war sich einig: Diese Drei sind in ihren Augen der beste Act des Wettbewerbs 2014. Besondere Ehre wurde zudem Schlagzeuger Joe Styppa zuteil. Der 23-Jährige wurde zum besten Instrumentalisten dieses Jahrgangs auserkoren. Der Publikumspreis ging diesmal an „Phaenotypen” aus Niedersachsen. Bester Sänger des Wettbewerbs wurde Graeme Salt von „Berlin Syndrome” aus Sachsen-Anhalt, der von der Wahl der Jury sichtlich überrascht wurde.


„Die Energie kann hier ungehindert fließen“, lobte Jury-Mitglied Mellow Mark das Gebaren von „Beastless“. (Beastless // Fotograf: Aktion Musik/local heroes e.V.)

„Konvoy” zeigte sich kurz nach der Preisverleihung völlig aus dem Häuschen. „Das ist mega krass”, so ihre erste Reaktion. Als Opener an den Start zu gehen, sei eine spontane Entscheidung gewesen, habe aber tierischen Spaß gemacht, sind sie sich fast neun Stunden später einig. Der komplette Soundcheck, den die erste Band des Abends bekam, das „gestanden” sie frei heraus, sei natürlich wunderbar gewesen. Als nächstes stünde nun erst einmal die Fertigstellung eines Projektes an. Mehr wollen die jungen Leute hierzu allerdings nicht verraten. Sie seien jedoch gerade sehr produktiv. Joe Styppa hat den Preis als bester Instrumentalist sicherlich auch seiner Mutter zu verdanken, wie er im Gespräch mit dem Team verriet. Sie brachte ihn als kleinen Jungen erstmals mit einem dreiteiligen Schlagzeug in Berührung. „Das war das Größte”, so der junge Mann heute. Was darauf folgte war eine intensive und vor allem professionelle Auseinandersetzung, etwa am „drummer’s focus” in Stuttgart, aber auch an der Popakademie Baden-Württemberg. „Ohne die Motivation, es zu tun, funktioniert’s nicht. Ich glaube, ich hatte diese Motivation.”


Nicht zuletzt dank Graemes samtiger Stimme bleiben „Berlin Syndrome“ definitiv im Gedächtnis. (Berlin Syndrome // Fotograf: Aktion Musik/local heroes e.V.)

Teilnehmer werden mit Preisen im Wert von über 10.000 Euro belohnt

Das gesamte Teilnehmerfeld durfte sich über Preise im Gesamtwert von mehr als 10.000 Euro freuen. Gestiftet wurden diese vom Kultusministerium Sachsen-Anhalt, der Firma Roland Germany GmbH, der Deutschen Rockmusikstiftung, dem Musikhaus Thomann, Recordjet, von der Firma Sennheiser und von SET School of Entertainment & Technology GmbH. Einen Sonderpreis, in Form eines Zuschusses für die Videoproduktion der Gewinner, hatte auch Salzwedels Oberbürgermeister Sabine Danicke dabei. Sie eröffnete gemeinsam mit Jutta Peissig, vom Altmarkkreis Salzwedel, das „local heroes“-Bundesfinale.


„Rabajah“ waren eine echte Zäsur im „local heroes“-Programm, optisch wie stilistisch. (Rabajah // Fotograf: Aktion Musik/local heroes e.V.)

Im Einzelnen nehmen die Top-Platzierten Folgendes mit nach Hause. Die “Beste Newcomerband 2014” erhielt einen Einkaufsgutschein vom Musikhaus Thomann im Wert von 500,00 Euro, einen Showcase-Slot auf der YOU-Dortmund am 28. November, einen Videoclip des Finales, gestiftet von der Karin-Witte-Stiftung-Salzwedel, einen Remix bzw. Promo, gestiftet vom Kultusministerium sowie Leistungen von der digitalen und physischen Distribution eines Releases bis hin zu einem speziellen Promotionpaket, gestiftet von der Firma recordJet, Dienstleister für Musiker und Labels. Das Unternehmen bedenkt zudem die Zweitplatzierten in der Jurywertung, „Berlin Syndrome”, mit diesem Preis. Auf Platz drei landeten hier „Rabajah” aus Berlin und „Beastless” aus Nordrhein-Westfalen.


Damit hatten „Junk DNA“ sicher nicht gerechnet: Kaum waren ihre letzten Klänge verhallt, rief das Publikum auch schon lautstark „Zugabe!“ (Junk DNA // Fotograf: RE ON TOUR)

Die beste Newcomerband des Jahres aus Sicht des Publikums erhielt einen Einkaufsgutschein vom Musikhaus Thomann im Wert von 300,00 Euro, ein Tourbuswochenende, gestiftet von der Deutschen-Rockmusik-Stiftung und ein Roland HS-5 von Roland. Der beste Instrumentalist des Jahrgangs darf sich ebenfalls über einen 200-Euro-Thomann-Gutschein freuen. Der beste Sänger erhält ein SennheiserMikro, EW 100-935 G3 / 1G8. Die ZweitstimmenSieger, „Rabajah” nehmen den SET-Preis mit nach Hause, einen Bildungsgutschein für einen Online-Zertifikatskurs im Wert von 549,00 Euro im Bereich Musik und Medien. Sie räumten außerdem den zweiten Platz in der Publikumswertung ab.


Folk aus Koblenz: Das Genre der Rheinland-Pfälzer Truppe kam auch in der fernen Hansestadt sehr gut an. (Corona in the Pipebag // Fotograf: Aktion Musik/local heroes e.V.)

Spielen auf höchsten Niveau: Sieger setzen sich aus 1500 Bands durch

Verdient haben sie sich diese teils weitreichende und vor allem nachhaltige Unterstützung allemal. In nur 20 Minuten Spielzeit haben sie ihr Können auf den Punkt gebracht und so Jury, wie Publikum von ihren Leistungen überzeugt. Dem „local heroes“-Bundesfinale voraus ging ein nicht minder hartes Prozedere. Über teils mehrstufige Wettbewerbe mit insgesamt rund 1.500 Bands haben sich die jungen Leute auf 150 Bühnen vor fast 100.000 Zuschauern bis ganz nach oben ins Bundesfinale gespielt. Ein ganzes Jahr lang liefen die spannenden und abwechslungreichen Konzerte an den unterschiedlichsten Austragungsorten. Große Bühnen, kleine Clubs, intime Runden und mehrere Hundert jubelnde Fans: Ganz gleich, ob im tiefsten Bayern oder im hohen Norden, überall fieberten die Landesveranstalter und die hiesigen Fans von Anfang bis Ende mit viel Herzblut mit.


Zum Dank für einen wundervollen Gig gab es von „Elvis Dies Tomorrow“ in dieser Nacht auch eine Live-Premiere ihres jüngstens Stücks „Bed in Flames“. (Elvis Dies Tomorrow // Fotograf: Aktion Musik/local heroes e.V.)

Insgesamt fünf große Reisebusse gehörten zur Partygesellschaft

Gleiches galt übrigens auch für das Bundesfinale: Ein Auftakt mit Konfettiregen und Tanzeinlagen im Publikum – besser hätten „Konvoy“ den Abend nicht eröffnen können. Die pure Lebenslust der Baden-Württemberger setzte sich auch über die noch kommenden Stunden fort. „Dieser Jahrgang hat eine Bombe gezündet“, meint eine junge Frau im Publikum. Gemeinsam mit ihren mitgereisten Freunden fieberte sie an diesem Abend zwar für eine ganz bestimmte Truppe. Der Begeisterung für alle 14 Teilnehmer tat das allerdings keinen Abbruch. Überhaupt zeigten sich die Fans auch bei diesem „local heroes“-Bundesfinale äußerst aufgeschlossen gegenüber der Konkurrenz, die eigentlich gar keine ist, und vor allem fair, was die finalen Entscheidungen anging. Schon am frühen Nachmittag trudelte der erste Fanbus vor dem Kulturhaus ein. Weitere vier große Reisebusse sollten folgen. Ab 18 Uhr verfolgten Jung und Alt gebannt, welche musikalischen Leckerbissen die jeweils anderen Bundesländer für die Hansestadt bereithielten. Gewürdigt wurden die Darbietungen mit viel Applaus und anerkennendem Raunen. Die ein oder andere Formation, das war leicht aus den Gesichtern abzulesen, sorgte bei den Anwesenden für echte Überraschungsmomente.


Mit Songs wie „Torrero“ hatten „Kids Plastique“ nicht nur ihre mitgebrachten Fans voll auf ihrer Seite. (Kids Plastique // Fotograf: Aktion Musik/local heroes e.V.)

Der erfahrene Bandtrainer Wolfgang Schwericke, der schon eine ganze Reihe an „local heroes“-Jahrgängen betreut hat, zeigte sich äußerst zufrieden mit dieser Runde. Er bewertete die Teilnehmer nicht nur im Rahmen der aufwendig und vor allem fachkundig eingerichteten Bühnenmaschinerie mit Projektion und einer riesigen Licht- und Tonanlage. Er suchte auch in diesem Jahr das persönliche Gespräch mit den Bands. „Es gibt tatsächlich, mehr als sonst, Nachwuchskünstler in dieser Runde. Es waren wirklich ganz spannende Geschichte dabei”, so sein Fazit. Diesmal habe es sogar Acts gegeben, bei dem ihm keine Notizen eingefallen wären, die er hätte aufschreiben können – Außer dass er seiner Begeisterung Ausdruck verleihen wollte. Zunächst, denn auch hier greift der Nachhaltigkeitsgedanke des Wettbewerbs. Schwerickes Arbeit wird sich fortsetzen. In persönlichen Gesprächen, Skype-Konferenzen und vielen weiteren Möglichkeiten. „Da bleiben wir am Ball und schauen, was wir aus diesem Potential formen können, was am Ende auch echten Wiedererkennungswert hat.” Schon jetzt bescheinigt er den Teilnehmern: „Sie sind originell!”


Erfahren, kompetent und ausgesprochen vielseitig präsentierte sich der „local heroes“-Jury-Jahrgang des Jahres 2014. (Jury Fotograf: Aktion Musik/local heroes e.V.)

Ebenfalls keine leichte Aufgabe hatte die Fachjury dieses Jahrgangs zu bewältigen. Die Mischung war so bunt wie nie. Für jeden Geschmack schien etwas dabei. Der Herausforderung stellten sich „Bloodhound Gang“- Drummer Adam Perry, Dominique Christ, Roland Artist Relation Manager, Echo-Preisträger Mellow Mark, der österreichische Musiker und Produzent Hannes Jaeckl, der DJ und Veranstalter Alex Ninow, Jorin Zschiesche von Recordjet, der Booker und Produzent Sebastian Schwebke, der Musikjournalist Fred Roberts, Michél Kroll von den einstigen „local heroes“-Siegern 2010, „The Love Bülow“, sowie „Emil Bulls“-Manager Niko Tsagarakis. In der Bewertung waren die Fachleute auch in diesem Jahr frei. Dennoch kristallisierten sich einige Kriterien heraus, die nicht wenige von ihnen zum Einsatz brachten. Wichtig war der Runde, etwa der Sound, aber auch die Kommunikation herunter von der Bühne, das Songwriting, das Handwerk, aber auch Optik und Choreographie. Sie hinterfragten das Gesehene und freuten sich umso mehr, wenn sich ein Act tatsächlich Gedanken über sich und seine Wirkung gemacht hatte.


Sowohl Band als auch die freudestrahlenden Fans hätten durchaus noch die ein oder andere Zugabe vertragen. (Campaign like Clockwork // Fotograf: Aktion Musik/local heroes e.V.)

„local heroes” ist ein „echtes Prädikat”

Für Michél Kroll war das Bundesfinale 2014 gleich doppelt spannend, schließlich blickte er diesmal hinter die Kulissen. Der Sieg der eigenen Band habe damals auf jeden Fall geholfen, blickt er heute zurück. Es lese sich gut in der Vita, auch für Veranstalter sei die renommierte Auszeichnung ein „echtes Prädikat”. Obendrein habe es viel gute, kostenlose Promo vor dem Bundesfinale gegeben. Das sei für Bands bares Geld wert und schaffe zusätzliche Fans. „Es war ein guter Schritt auf dem Weg”, so sein Resümee. Darauf ausruhen dürfe man sich aber nicht. Ergo, gewinnen an sich, sei eigentlich gar nicht wichtig. Der Gesamteindruck zähle. Man müsse die Leute, die da seien, nachhaltig erreichen. Das sei übrigens auch in der Presse so. Geschrieben werde stets über die, die am spektakulärsten seien. Positiv sei ihm in diesem Jahrgang das „sehr hohe Niveau” aufgefallen. Das hat mich wirklich überrascht. Er hätte sich allerdings etwas mehr „optische Abgrenzung” gewünscht. Insgesamt würde der Wettbewerb mit den Jahren immer stärker werden, so Kroll. Das gelte auch für die Jury, die 2014 „unheimlich gut” sei. Diese Herren, die wüssten, wovon sie sprächen. Vernetzung könne hier auf zwei Ebenen stattfinden, Fachleute und Bands. Sein Appell an die Teilnehmer: „Sprecht uns an!”


Am großen Abend selbst war bei „Studio 21“ ausgesprochene Partylaune satt angesagt. (Studio21 // Fotograf: Aktion Musik/local heroes e.V.)

„Emil Bulls“-Manager Niko Tsagarakis hingegen war erstmals in Salzwedel mit dabei. Er trat die Reise nach Salzwedel an, ohne sich vorher einen Überblick verschafft zu haben – und das ganz bewusst. „Ich wurde gleich mit der ersten Band komplett überrascht”, freut sich der Fachmann am Ende eines langen Abends. Durchaus gelte das aber auch für den Rest des Teilnehmerfelds. Anders sei das etwa bei Landesfinals gewesen, die er in der Vergangenheit besucht habe. „Die Bands hier im Finale sind tatsächlich sehr sehr weit.” Kriterien für eine Bewertung legte er sich im Vorfeld ebenfalls nicht zurecht und ließ den Bauch entscheiden. „Die Band muss mich überzeugen. Ich bin ein Freund von Besonderheiten”, so seine Maxime. Er empfiehlt den jungen Leuten, stärker für sich selbst die Werbetrommel zu rühren. Auch am Songwriting gelte es zu feilen. „Ich finde es super, dass es local heroes gibt und die Bands überhaupt eine Basis bekommen, sich präsentieren und ihre Leute mitbringen können”, so sein Fazit. Ganz gleich, welche Platzierung die Bands erreichten, nach dem Wettbewerb gelte es, an sich selbst weiter zu arbeiten und sich nicht darauf zu verlassen, dass jetzt etwas von außen passieren müsse. Auch er selbst nehme etwas mit – die perfekte Organisation.


„Superheld“ setzten beim „local heroes“-Bundesfinale voll auf Atmosphäre. Frontmann Johannes und seine Kollegen begeisterten durch handwerkliches Können und präsentierten in Salzwedel wunderbaren mehrstimmigen Gesang. (Superheld // Fotograf: Aktion Musik/local heroes e.V.)

Juror Mellow Mark nimmt darüber hinaus „unglaublich viel Inspiration” mit nach Hause. Er zeigte sich fasziniert von den vielen, verschiedenen Quellen, aus denen Musik genommen und daraus gemacht werde. Die Stilvielfalt und auch das Niveau, das merkte man dem einstigen Echo-Preisträger an, begeisterten Mellow Mark, der sich die letzten Jahre ganz dem Songwriting und dazugehörigen Workshops verschrieben hat, sehr. Hier Abstufungen zu finden, empfinde er als unheimlich schwer. Es sei ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Seine Botschaft: „Das Thema Identität ist viel wichtiger, als den perfekten Song zu schreiben.”


Mellow Mark trat erstmals als Juror sowie als Künstler in Aktion. Auf der Clubbühne verzauberte er das Publikum mit seiner One-Man-Show. (Mellow Mark /Fotograf: Fotograf: Malte Schmidt)

Neben der großen Wettbewerbsbühne gab es in diesen Jahr eine zweite Bühne, die so genannte Clubbühne. Auf dieser sorgten während der Umbaupausen weitere sechs Bands für Überraschungen satt. Die unterschiedlichsten Klänge ganz ohne Wettbewerbszwänge wurden unter anderem durch Jury-Mitglied und Echo-Preisträger Mellow Mark sowie die „local heroes“-unplugged Gewinner „Marie & The Drummer“ und „In Case“ zu einem echten Erlebnis. Tief in der Nacht sorgten schließlich die Headliner „Tanga Elektra“ für musikalische „Ablenkung“ bis zur Verkündung der Entscheidung. Das Berliner Duo David und Elias Engler sorgten mit Soul, Funk, R‘n'B, HipHop und World Music noch einmal dafür, dass alle Beteiligten ihre letzten Energiereserven mobilisierten.


Tanga Elektra gaben den gebührenden Abschluss einer langen Nacht. Als „Special Guest“ versüßten sie die Wartezeit bis zur Verkündung der Ergebnisse. (Mellow Mark /Fotograf: Fotograf: Malte Schmidt)

„Der beste Wettbewerb für Bands, den es gibt!“

„Für uns hat der Wettbewerb bis jetzt schon richtig viel gebracht, neben zwei geilen Gigs konnten wir auch neue Leute kennen lernen, die uns auf unserem Weg unterstützen“, zogen „Superheld“ aus Sachsen schon vor dem Bundesfinale Bilanz. Das sei „ziemlich cool“. Johannes Prautzsch, Oliver Krämer, Steven Brendel und Nick Benjamin Dünnebier schätzten vor allem, „dass man aus seinen üblichen Muster herauskommt“. Den Gedanken des Contests haben sie jedenfalls vollends verinnerlicht: „Wir haben auch Bock die anderen Bands kennen zulernen und dann so vielleicht eine überregionale Vernetzung zu erreichen.“ Ihre Mitstreiter „Beastless“ aus Nordrhein-Westfalen sehen das ähnlich, fügen jedoch einen weiteren, entscheidenden Gedanken hinzu: „Der beste Wettbewerb für Bands, den es gibt. Man merkt, dass wir euch nicht egal sind. Das Geld steht hier nicht, wie bei vielen anderen Battles, an erster und einziger Stelle.“ Erfahrungen mit „local heroes“ haben in der Vergangenheit bereits „Campaign like Clockwork“ machen dürfen. Das Fünfergespann aus Hessen habe erlebt, wie es danach weiter gehen kann: „Das Wort Netzwerk ist an sich schon nicht unwichtig, vielleicht sogar wichtiger als ein bestimmtes Abschneiden. Und so abgedroschen es klingt – verdammt nochmal auch die echte Freude an der Sache. Sonst würden wir wohl kaum für 20 Minuten Stagetime fünf bis sechs Stunden in nach Füßen stinkenden Kleinbussen sitzen.“


„Rabaukendisko“- Dieser Name ist Programm: Das Trio machte ihm auch mit der Startnummer 14 definitiv alle Ehre. (Rabaukendisko // Fotograf: Aktion Musik/local heroes e.V.)

„local heroes 2014“, das fühlte sich für das emsige Team hinter den Kulissen abermals an, wie ein großes Familientreffen. Teils sehen sich die verschiedenen „Gewerke“ nur einmal im Jahr. Wenn es darauf ankommt, funktionieren sie jedoch wie ein perfekt laufendes Uhrwerk. Mittlerweile steuert der Wettbewerb mit Riesenschritten auf ein ganz besonderes Ereignis zu. 2016 steht das 25. Final-Jahr für „local heroes“ an. Bis dahin gilt weiterhin: „Ihr spielt die Musik!“


Noch einmal ruhige Töne zum Schluss? Warum eigentlich nicht! „The Tim Schultheiss Orchestra“ bewiesen, dass das tatsächlich funktioniert. (The Tim Schuldheiss Orchestra // Fotograf: Aktion Musik/loca heroes e.V.)

Das sind die Preisträger 2014 im Überblick:


„Konvoy“ aus Baden-Württemberg wurden von ihrem Gesamtsieg völlig überrascht. Die Gesichter strahlten, in Worte fassen konnten sie das eben Erlebte so schnell aber nicht. (Konvoy // Fotograf: Aktion Musik/local heroes e.V.)


Das war eine runde Sache, so „Phaenotypen“ kurz nach der Preisverleihung. Bis auf einige Kleinigkeiten sei alles so gelaufen, wie sie sich das vorgestellt hatten. („Phaenotypen“ // Fotograf: Aktion Musik/local heroes e.V.)


Graeme Salt stand regelrecht unter Schock, wie er kurz nach der Preisverleihung gesteht. „Dieser Preis war eine echte Überraschung! Das ist verrückt!“(„Berlin Syndrome“ //Fotograf: Aktion Musik/local heroes e.V.)


Joe Styppa von „Konvoy“ ist Drummer mit Leib und Seele. Bereits im zarten Alter von sechs Jahren kam er das erste Mal mit seinem Instrument in Berührung. (Konvoy // Fotograf: Aktion Musik/local heroes e.V.)

Text: Nicole Oppelt

„Junk DNA“ goes Salzwedel: „Unsere Fans sind aufgeregter als wir!“


„Junk DNA“ wollen im Bundesfinale noch eine Schippe drauflegen. Intensiv hat das Quintett noch einmal an sich gefeilt. (Foto: Musikini)

Den bayerischen Landessiegern steht Großes bevor – am 8. November messen sie sich im „local heroes Bundesfinale“ mit den 13 besten Bands der Republik

Die Koffer sind so gut wie gepackt, die letzten Punkte der Checklisten werden abgearbeitet. Nur noch wenige Tage, dann macht sich das „local heroes Bayern“-Team auf den Weg nach Sachsen-Anhalt. Wie schon in den vergangenen Jahren, so unterstützt die Musikinitiative Hammelburg e.V. auch diesmal ihre Schützlinge vor Ort. „Junk DNA“ aus Dingolfing haben das Landesfinale Ende September im Wasserhaus für sich entschieden. Im Kulturhaus der Hansestadt steht ihnen jetzt ein richtig „fetter Gig“ ins Haus.


Mit ihrer tollen Bühnenpräsenz haben „Junk DNA“ bereits im Wasserhaus einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Funktioniert ihr Konzept nun auch auf der großen Bühne in Salzwedel? (Foto: Musikini)

„Unsere Vorbereitungen sind sehr intensiv, wir nutzen jede freie Minute, um an unserem Set zu feilen“, so „Junk DNA“-Frontmann Maxi Hoffmann kurz vor der Abfahrt nach Salzwedel. Gemeinsam mit seinen Bandkollegen Jan Eberl (Bass), Ferdinand Klinger (Leadgitarre), Johannes Hadlich (Rhythmusgitarre) und Tobias Sichart (Schlagzeug) machen sie sich bereits an diesem Freitag auf den Weg, um sich in aller Ruhe auf das Bundesfinale einzustimmen. „Wir gehen unser Set nochmal ganz ruhig durch und gönnen uns abschließend ein Bier und gehen in Salzwedel irgendwo essen. Natürlich wollen wir uns die Stadt auch ein wenig anschauen“, fasst der Sänger die Pläne der Runde zusammen.

Neue Single pünktlich zum Bundesfinale

Mit im Gepäck haben die Nachwuchskünstler jedoch jede Menge „seelisch-moralische“ Unterstützung: Immerhin 30 ihrer treuesten Fans nehmen die gut sieben Stunden Busfahrt auf sich, um hautnah mit ihren Lieben mitzufiebern. „Einige Fans sind schon aufgeregter als wir. Das ist einfach Wahnsinn, so tolle Leute, brutal“, freuen sich Maxi und Co. über den grandiosen Zuspruch aus ihrer Heimat, aber auch von Seiten der Musikini. „Ich find’s echt mega, wie ihr die Bands im Wettbewerb unterstützt, ganz große Klasse!“, schickt der Frontmann seine Botschaft in die Runde der ehrenamtlichen Organisatoren in Hammelburg.


„Junk DNA“ erfahren auf dem Bundesfinale den extra Motivationsschub. Sie sind allesamt riesige „Emil Bulls“-Fans. Umso mehr freuen sie sich, dass deren Manager diesmal in der „local heroes“-Jury vertreten ist. (Foto: Musikini)

Bereits in der Weinstadt boten die Fünf eine grandiose und vor allem mitreißende Show. Jetzt, auf nationalem Parkett, wollen sie diesen Eindruck noch einmal toppen. „Wir werden nächsten Freitag unsere neue Single ‚Perfect Day‘ veröffentlichen und den Song spielen wir natürlich gleich im Bundesfinale“, plaudert Maxi aus dem Nähkästchen. „Für uns wird das ein Mega-Erlebnis. Wir werden alles daran setzen, dass das Kulturhaus rockt und bebt!“

In nur 20 Minuten müssen „Junk DNA“ überzeugen

Ernst wird es für „Junk DNA“ am 8. November, ab 18 Uhr. Dann öffnen sich die Türen des Kulturhauses und rund 1000 Fans aus ganz Deutschland stürmen in den Saal. Diese haben mit ihren Bands schon einiges hinter sich. Immerhin: Über teils mehrstufige Wettbewerbe mit insgesamt gut und gerne 1.500 jungen Bands haben sich die aktuellen Finalisten auf 150 Bühnen vor fast 100.000 Zuschauern bis ganz nach vorne gespielt. Nun geht es abermals um viel: „Der Titel ‚beste Newcomerband des Jahres‘ wird sowohl vom Publikum mit einem Publikumspreis als auch von der Jury mit einem eigenen Jurypreis vergeben. Ausgezeichnet werden zudem der beste Sänger sowie der beste Instrumentalist“, erklärt Projektleiter Dieter Herker das Prozedere. Auf den Punkt spielen und sofort präsent sein, sind gefragt, wenn in nur 20 Minuten Spielzeit beide „Parteien“ überzeugt werden und Preise im Gesamtwert von mehr als 10.000 Euro abgeräumt werden wollen.


Der Jury-“Job“ allein reicht Mellow Mark natürlich nicht. Er ist in Salzwedel auch auf der Clubbühne zu erleben. (Foto: Sandy Haessner)

Mit von der Partie ist übrigens auch ein guter, alter Freund der Musikini. Er ist „ECHO-Preis-Gewinner, Reisender, Friedensaktivist, Soul Rebell, Schauspieler, zweifacher Vater, Labelgründer, Selbstvermarkter und vieles mehr“. Na, erkannt? Richtig! Mellow Mark ist diesmal Teil der „local heroes“-Bundesfinal-Jury und bewertet gemeinsam mit Szenegrößen wie etwa „Bloodhound Gang“-Drummer Adam Perry, Sebastian Rätzel, Musiker von „The Baseballs“, oder auch „Emil Bulls“-Manager Niko Tsagarakis das, was Deutschlands musikalischer Nachwuchs zu bieten hat. In die jungen Leute hineinversetzen kann sich Mark ausgesprochen gut. Mit seiner ersten Band nahm er bereits in den 1990ern am Finale des so genannten „Rockin Bayern Bandwettbewerb“ teil. Heute gibt er Songwritingworkshops und tourt seit einem Jahr mit seinem Programm „L.I.E.B.E. live“ als ONE MAN BAND, bei dem er unter anderem gleichzeitig Schlagzeug, Gitarre und Vocals synchronisiert.

„Wir freuen uns auf viele, liebe Bekannte und vor allem auf noch mehr neue Gesichter“, heißt es derweil aus dem Musikini-Büro. Dort ist man bereits „ready to go“. Doch von Lampenfieber keine Spur? Von wegen!

Alle Infos zur Jury hier.

Hier die 14 Finalisten aus allen Bundesländern im Überblick.


„Do or Die“ kam in Hammelburg richtig gut an. In Salzwedel haben „Junk DNA“ dann auch noch die brandneue Single „Perfect Day“ dabei.

Text: Nicole Oppelt