Archiv für November 2016

Van Holzen beim Local Heroes Bundesfinale 2016

„Van Holzen“ haben sicherlich den ein oder anderen Fan gewonnen: „Das ist ein echtes Brett!“, war nicht nur einmal aus den Reihen vor der Bühne zu vernehmen. (Foto: Christoph Eisenmenger / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Für Florian, Jonas und Daniel wurde es mit der Startnummer zwölf ernst. Sie waren die jüngste Band des Jahrgangs 2016. „Sie fassen im Musikbusiness gerade unfassbar Fuß“, stellte auch „local heroes“-Chefin Julia Wartmann anerkennend fest.

Die „Play Live“-Gewinner aus Baden-Württemberg sind erst seit März 2015 unter dem Namen „Van Holzen“ unterwegs. Kennen gelernt haben sich die Drei aber bereits 2009 und machen seither auch gemeinsam Musik. „Wir machen laute, handgemachte Rockmusik mit deutschen Texten“, kündigten sie kurz vor ihrem Gig in Salzwedel an. „Wir legen besonderen Wert darauf, dass alles was wir auf Platte machen auch live umsetzbar ist.“ Und das funktionierte am Ende des Tages ganz hervorragend. „Tightness, Energie, Ausdruck, Bühnenbild. Wenn wir selbst eine Band live sehen die diese Kriterien erfüllt, sind wir Fans“, erklärten sie ihre Kriterien, die sie Publikum und Jury selbst in Perfektion vorführten.

Interview mit pop10. (Foto: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Zum Bundesfinale waren die jungen Herren, anders als die meisten Teilnehmer, erst am Samstag angereist. Schon am frühen Abend stand ihr persönliches Urteil: „Hier ist es sehr sehr schön! Es herrscht gute Laune. Es gibt ein gutes Team.“ Aufgrund der großen Distanz waren Van Holzen leider ohne Fans gekommen. Das tut der Sache aber keinen Abbruch. „Neue Fans muss man gewinnen“, sind sie überzeugt. Wie? Ganz einfach! „Wir haben unsere Lieblingssongs rausgesucht“, erklären sie ihr Set für den großen Abend. Und dieses schlug offenbar ein wie eine Bombe. „Das ist ein echtes Brett!“, war nicht nur einmal aus den Reihen vor der Bühne zu vernehmen. „Die fegen einfach alles weg! Niemals sind diese Jungs erst 16 Jahre alt.“

(Foto: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Am Ende wurde Drummer Daniel zum besten Instrumentalisten des Wettbewerbes gekürt. Und in Zukunft? Ihre Pläne sind weitreichend, formuliert klingen sie aber doch recht kurz und knackig: „Wir spielen Konzerte, machen unser Album fertig und nebenher noch kurz unser Abitur.“

The Pinpricks beim Local Heroes Bundesfinale 2016

Getrieben von einer kernigen Frauenstimme, die mit viel Druck und einer deftigen Portion Wildheit daher kam, boten „The Prinpricks“ temporeichen Rock at its best. (Foto: Christoph Eisenmenger / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Das Los hat entschieden: Startnummer eins für Ronja, Palle und Nils von „The Pinpricks“. Die jungen Musiker aus Hamburg bereiteten sich intensiv auf das Bundesfinale in Salzwedel vor. „So viel wie möglich proben, würden wir allerdings auch ohne das Finale ;) , einen Fanbus organisieren, Werbung bei FB“, standen wenige Wochen vor dem großen Event auf ihrer To-Do-Liste.

In Salzwedel überzeugten sie das Publikum und die Fachjury mit ihrer abwechslungsreichen Mischung aus Alternative Rock, Blues Rock und Grunge, die sich offenbar immer wieder verändert. Denn schon im Vorfeld erklärte die Drei: „Wir verändern immer wieder auch alte Songs, um sie immer interessanter zu machen. Ein Song ist eigentlich nie richtig fertig!“

Unplugged auf der pop10-Bühne im Foyer. (Foto: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Schon kurz nach 18 Uhr am Samstagabend stand fest: local heroes 2016 hätte keinen besseren Opener haben können. Getrieben von einer kernigen Frauenstimme, die mit viel Druck und einer deftigen Portion Wildheit daher kam, boten diesen Drei temporeichen Rock at its best! Der Lohn für diese „Hausnummer“ – fulminanter Applaus ab Minute eins! Und das konnten die Drei selbst kaum fassen. „Es war richtig cool, dass die Leute schon von Anfang an voll dabei waren“, freute sich Ronja. „Das war totales Adrenalin.“ Das würden sie so nicht kennen, wenn man eine derart frühe Spielzeit habe. „Das war supergeil!“ Gekommen waren die Drei übrigens „nur“ mit ihren Eltern als Unterstützung.

(Foto: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Am Ende reichte es für das 2015 gegründete Trio leider nicht für einen Platz auf dem Treppchen. Doch kaum wieder zuhause, dürfte es für sie schon mit dem kreativen Schaffen weitergehen. Denn: „Das Video haben wir gerade rausgebracht, der nächste Schritt ist dann Bewerbungen für sämtliche Festivals und ab nächstem Jahr dann ein Album.“

Save Love And Peace beim Local Heroes Bundesfinale 2016

Elegant, farbenfroh und vor allem derart schillernd, dass sie definitiv im Gedächtnis haften bleiben werden, präsentierten sich „SLAP“ vor dem begeisterten Publikum. (Foto: Christoph Eisenmenger / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Für Carmine, Sava, Daran und Harry wurde es mit der Startnummer vier ernst. Das erst seit November 2014 bestehende Quartett ist schon jetzt weit gereist. Bis nach Belgrad haben sie ihren Crossover-Sound getragen. Red Hot Chili Peppers, Rage against the Machine, Jimi Hendrix, Queens of the Stone Age und viele mehr zählen die jungen Leute zu ihren Vorbildern. Entsprechend klingt auch ihr Anspruch, den sie im Vorfeld wie folgt formuliert haben: „Das unsere Songs Ohrwurmpotenzial haben, gut grooven und das sie musikalisch anspruchsvoll sind, damit sie nicht langweilig werden und unser Sound die Leute anzieht.“

Entsprechend intensiv gestalteten sich auch die Vorbereitungen: „Eine Setlist erstellen, Showeffekte und Songübergange besprechen und planen, Aufnahmen und Merchandise zum verkaufen bereit machen, und dann Salzwedel zum Tanzen bringen“, so ihre Zusammenfassung der vergangenen Wochen. In Salzwedel setzten sie das mit Bravour um.

Unplugged auf der pop10-Bühne im Foyer. (Foto: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Elegant, farbenfroh und vor allem derart schillernd, dass sie definitiv im Gedächtnis haften bleiben werden, präsentierten sie sich vor dem begeisterten Publikum. Dazu Musik, die sich bissig, cool, frech und auch ein bisschen herausfordernd von Anfang bis Ende durchzog.

(Foto: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Am Ende reichte es für die Musiker aus Berlin leider nicht für einen Platz auf dem Treppchen. Doch sie hatten eine wunderbare Zeit und treue Fans, die den weiten Weg von Berlin bis nach Salzwedel gekommen sind. Und das war schon eine ziemlich lautstarke Truppe. Kein Wunder, dass ihnen denn auch der erste Dank nach ihrem „fucking awesome“ Auftritt gehörte. Gemeinsam auf der Bühne zu stehen, dass sei für sie nach wie vor eine Ehre, ebenso wie der Umstand, derart tolle Menschen um sie herum zu haben. Der Weg ins Bundesfinale sei für sie nicht leicht gewesen. Zu viele tolle Bands hätten sie auf diesem Weg begleitet.

Pay Pandora beim Local Heroes Bundesfinale 2016

Beim Bundesfinale kam „Pay Pandoras“ Mixtur, die sich „irgendwo zwischen Alternative Rock und Hardrock“ bewegte, „ aber auch Metal Einflüsse oder Pop“ enthielt, richtig gut an. (Foto: Christoph Eisenmenger / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Den Startplatz auswählen durften sich auch Chiara, Thies, Marek und Tom-Ole von „Pay Pandora“. Sie entschieden sich für die Startnummer sieben. „Wir bestehen seit Sommer 2014 und haben uns eher zufällig gegründet“, erzählten sie wenige Wochen vor dem Bundesfinale. Umso ernster nehmen die jungen Leute ihr Musikerdasein. „Die größten Herausforderungen sind alle Gigs, jedes Publikum ist anders, genau wie die Tagesform.“ Auf Salzwedel hat sich die Band aus Heide deshalb auch ganz besonders vorbereitet. „Wir (…) versuchen möglichst viele Leute zum mitkommen zu animieren. Wir haben extra unseren Proberaum aufgeräumt und dekoriert und proben jetzt täglich unser Set durch. Nach dem Auftritt fahren wir mit unseren Fans wieder in die Heimat um zu feiern“, kündigten sie an.

Beim Bundesfinale kam ihre Mixtur, die sich „irgendwo zwischen Alternative Rock und Hardrock“ bewegte, „ aber auch Metal Einflüsse oder Pop“ enthielt, richtig gut an – Und das nicht nur bei der mitfiebernden Fangemeinde. Vor allem die Dame am Mikro wusste mit durchschlagender Stimmgewalt zu beeindrucken.

Unplugged auf der pop10-Bühne im Foyer. (Foto: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

„Mega, mega geil!“, lautete denn auch ihr Fazit kurz nachdem alle Auftritte absolviert waren. „Es ist einfach das Tollste, auf so einer Bühne zu stehen, vor allem mit so vielen Leuten, die extra mit uns aus Schleswig-Holstein gekommen sind. Das hatten wir so noch nie.“ 64 Fans hatten die jungen Leute im Gepäck – alles organisiert über Facebook. „Das war einfach eine geile Scheiße, dass die alle Bock hatten“, so ihr Fazit zu einer Fanbase, die sich in Salzwedel nur mangels Platz derart beschränken musste. Das werde daheim definitiv noch einmal gefeiert.

„Wir haben niemals damit gerechnet, dass es wirklich so gut organisiert ist“, loben sie das Team hinter den Kulissen. „Hier fühlt man sich gleich aufgenommen wie in einer Familie. Auch die Bands sind ganz anders drauf. Man kann sich mit allen unterhalten, es sind alle füreinander da. Das haben wir nicht erwartet.“ Schon jetzt hätten sie mit zwei anderen Bands Nummern ausgetauscht.

(Foto: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Am Ende landeten die Musiker an der Spitze in der Gunst des Publikums. Sie sind Publikumssieger 2016 und Chiara wurde außerdem zur besten Sängerin des Wettbewerbes gekürt. Ihr Fazit fällt derweil rundweg positiv aus: „Der Local Heroes ist der fairste Bandcontest den wir bisher erleben durften. Kein Online Voting, kein reiner Publikumsentscheid. Hier wird darauf geachtet was die Bands musikalisch drauf haben und welche Bands ein Publikum für sich gewinnen können.“

Mind Trap gewinnen Local Heroes Bundesfinale 2016

„Mind Trap“ entpuppten sich als die Entdeckung der Nacht: Songzeilen wie „under my skin, under my skin“ gingen sprichwörtlich tief unter die Haut. (Foto: Christoph Eisenmenger / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Augustin, Alexander und Martin sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Das Trio mit der Startnummer drei kennt sich seit ihrer frühen Jugendzeit: „Wir waren alle auf der gleichen Schule. Ab dem Abitur haben wir durch die Musik einen festen Draht zueinander gefunden. Das ist jetzt über 5 Jahre her“, blickt Alexander zurück. „Die größte Herausforderung ist es, uns selbst immer wieder neu zu begegnen“, ergänzt Bandkollege Augustin. Menschlich und musikalisch, so die Freunde, entwickle man sich stetig weiter. Das unter einen Hut zu bekommen, sei nicht immer leicht. Auch ihre musikalischen Geschmäcker seien alles andere als eng. „Wir denken, unsere Verbindung liegt in der Art des Musizierens: Ehrlich und mutig. Das ist auch unsere musikalische Zukunft. Wer das erleben möchte, hört sich die ersten Alben von Kings of Leon an. Pure Energie. Ehrlich und mutig.“ Davon konnten sich auch Publikum und Jury in Salzwedel überzeugen. Und das, obschon die Drei nur relativ wenig Zeit für die Vorbereitung hatten.

Erst am 22. Oktober erhielten sie das „Go“ fürs Bundesfinale. „Natürlich ist es eine neue Herausforderung, die wir so noch nie hatten. Aber ich denke wir werden uns nicht verrückt machen. Wir bereiten uns darauf vor, einen geilen Gig zu spielen. So wie immer“, so Alexander kurz vor dem großen Auftritt.

Unplugged auf der pop10-Bühne im Foyer. (Foto: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Gesagt, getan: Songzeilen wie „under my skin, under my skin“ gingen sprichwörtlich tief unter die Haut. Entsprechend warm war auch der Empfang, der diesem Gespann in Salzwedel bereitet wurde. Mit einem Lächeln hatten sie die Menge schon kurz nach dem Besteigen der Bühne im Griff. So viel Bühnenpräsenz, gepaart mit derart durchdringender Stimmgewalt, das bedarf keiner weiteren Erklärung. Das Fazit der jungen Künstler fiel entsprechend aus. Ihren Auftritt empfanden sie als „richtig schön“. Es habe wirklich viel Spaß gemacht. Obendrein sei auch noch alles glatt gelaufen. Obwohl die Zeit der Vorbereitung denkbar knapp war. Nach ihrem Auftritt auf der Unplugged-Bühne gab es für sie nur noch eins: Genießen und sich mit den anderen Bands austauschen.

(Foto: Malte Schmidt / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Am Ende landeten die Musiker aus Bad Kreuznach auf der Spitze des Siegertreppchens. Sie sind die LOCAL HEROES 2016. Für die Drei geht es danach fokussiert weiter. „Wir nehmen gerade unserer 2. Album auf. Es wird noch ehrlicher und mutiger. Das bringen wir nächstes Jahr hoffentlich zahlreich an den Mann“, so Alexander.