Archiv für Oktober 2017

local heroes 2017: Es ist Zeit für geile, neue Bands


Am 11. November versetzen Deutschlands Newcomer-Bands das Kulturhaus von Salzwedel in Ausnahmezustand. Support bekommen sie von niemand Geringerem als den GypHop-Berlinern OHRBOOTEN.

Begeisterte Fans: Die musikalische Vielfalt, die sich beim Bundesfinale bietet, findet sich sonst nur selten an einem Abend. (Foto: Christoph Eisenmenger)

„local heroes“ – das ist mehr als nur ein Bandcontest. Seit über 25 Jahren sorgt „Aktion Musik/local heroes e.V.“ dafür, dass zusammenfindet, was zusammengehört. Künstler*innen, Institutionen, Kreative und vor allem viel Rat und Tat. In den vergangenen zwölf Monaten ist die „Familie“ noch einmal um neue, junge Talente gewachsen. 13 Bundesländer haben spannende Finalisten ins Rennen geschickt, die nun im Kulturhaus in Salzwedel ihr Können unter Beweis stellen. Der Wettbewerbsgedanke steht allerdings auch im Bundesfinale nicht im Vordergrund. Austausch und das Knüpfen von Kontakten haben oberste Priorität. Und natürlich ein spannender Konzertabend mit vielen, neuen Eindrücken.

Konvoy, Schmutzki, Phaenotypen, Flash Forward, About Béliveau oder auch Mind Trap – na, kommt euch beim Lesen der ein oder andere Name bekannt vor? Bestimmt! Diese jungen Bands erobern derzeit die Festivalbühnen der Republik, bekommen grandiose Chancen, etwa im Rahmen des PopCamps – Meisterkurs des Deutschen Musikrats, oder haben ihren Weg vielleicht sogar schon in euer CD-Regal gefunden. Was sie alle eint: Sie gehören zu den Entdeckungen und Titelträgern der vergangenen local heroes-Jahrgänge. „local heroes“-Chefin Julia Wartmann und ihre Crew von „Aktion Musik/local heroes e.V.“ können wenige Tage vor dem nächsten Bundesfinale nicht ohne Stolz Bilanz ziehen. Deutschlands größter „Non-Profit-Newcomercontest“ ist beileibe keine Eintagsfliege. Über 25 Jahre Basisarbeit und „Networking“ zahlen sich aus.

Pay Pandora hatten 2016 das Publikum auf ihrer Seite und räumten den entsprechenden Titel ab. (Foto: Christoph Eisenmenger)

Wie schillernd und bunt die deutsche Newcomer-Szene ist, haben sie in der aktuellen „local heroes“-Runde 2016/2017 auf ein Neues hautnah erfahren können. Julia Wartmann und „local heroes“-Urgestein Dieter Herker teilten sich in den vergangenen Monaten auf die 13 Landesfinaltermine auf und kehrten mit ganz unterschiedlichen Einblicken zurück. „Local heroes ist vielfältig. Stilistisch habe ich in diesem Jahr eine größere Bandbreite erlebt“, so das Fazit der jungen Chefin. Nach außen werde der Contest hier und da sehr rocklastig wahrgenommen, weshalb sich viele Bands gar nicht erst bewerben würden. Aber das scheint sich zu wandeln. „Ich denke, dass wir hier gerade wieder eine Wellenbewegung erleben, die spätestens beim Bundesfinale auffällt.“ Mit „Elephant’s Foot“ für Sachsen-Anhalt gehe es zurück in die 70s, mit „The Suns of Shine“ aus Berlin werde gänzlich auf das Schlagzeug verzichtet und stattdessen eine Beatbox genutzt. Mittelalter-Rock hätten „Haggefugg“ aus NRW im Gepäck und „Do I Smell Cupcakes“, die Facebook-Stars aus Brandenburg, sprächen gar von einer Indierock-Oper und R’n’B.

Die mitgereisten Fans geben immer alles. Wie viel Herzblut sie für „ihre“ Band geben, entlädt sich lautstark vor der Bühne. (Foto: Christoph Eisenmenger)

Reise durchs Land lässt Bilder im Kopf entstehen

Diese Eindrücke, da sind sich die beiden Experten einig, inspiriere die Arbeit, die sie in Salzwedel machten, sehr. „Dieter ist sehr bei der Musik der Bands und welche neuen Stile gemixt werden. Er kann sehr genau wiedergeben, was ihn musikalisch besonders beeindruckt hat und was er hört“, so Julia Wartmann. „Das ist sehr spannend.“ Sie wiederum suche gezielt die Gespräche mit den Bands und möchte erfahren, was sie zu einer Teilnahme an local heroes motiviert und was sie benötigen, um auch mit all den Herausforderungen am Hobby „Musik“ festzuhalten – oder es gänzlich zum Beruf zu machen. „Ein Urteil über das Musikalische muss ich mir zum Glück nie erlauben, sondern bin sehr fokussiert auf die Art und Weise, wie Jugendkulturförderung gelebt wird.“ Sie achte zum Beispiel darauf, wie sich die Atmosphäre und die Gespräche im Backstage gestalten und sammle die Eindrücke. Neugierig sei sie aber auch auf die technische Umsetzung, vor allem auf neue Design-Ideen: Wie wird Licht auf der Bühne gesetzt? Wird mit Videos gearbeitet? Wie gestaltet sich der Einlass? „Durch diese Eindrücke kann ich Bilder in meinem Kopf für das Bundesfinale malen.“

Verdient gewonnen: Mind Trap gingen 2016 als Jurysieger aus dem Wettbewerb hervor. Kurz danach ging’s auch schon ins PopCamp. (Foto: Christoph Eisenmenger)

Gesagt, getan! Auch im Zuge der Vorbereitung auf das große Bundesfinale am 11. November wurde natürlich wieder „gemalt“ und zahlreiche Neuerungen auf den Weg gebracht. „Wir haben das Bühnendesign der Hauptbühne verändert und uns dafür das Team von der ‚Insel der Jugend‘ bzw. dem Triebwerk in Magdeburg ins Boot geholt“, so die Medien- und Musikmanagerin. „Die Jungs sind sehr kreativ, haben zuletzt eine Festivalbühne wahnsinnig beeindruckend umgestaltet und zu einem Gesamtkunstwerk gezaubert. Sie nehmen sich dem Mapping der Hauptbühne an und soweit wir es jetzt sehen können, bringen wir eine Lichtinstallation auf die Bühne, die viele so noch nie gesehen haben werden.“ So viel Aufwand betreibt der Verein nicht ohne Grund. Schließlich sollen die Auftritte der Bands bestmöglich unterstützt werden. Denn viele Musikerinnen und Musiker nutzen diesen Auftritt auch dafür, um Live-Promo-Material aufzunehmen. Hierfür möchte „local heroes“ visuell eine gute Grundlage schaffen. Das Musikalische liegt dann an ihnen.

Howie Yagaloo und Julia Wartmann sind ein eingespieltes Bundesfinal-Team. (Foto: Nils Nedel)

Das Publikum ist gefragt – Zuhören, Mitmachen, Gestalten

Bewährt hat sich die Interview- und Unplugged-Bühne im Foyer des Kulturhauses. Auch hier gibt es 2017 eine neue Kulisse, aus der berichtet wird. Nach dem Wohnzimmer 2015 und dem TV-Studio 2016 legt das Team diesmal noch mal eine Schippe drauf. Interviewt werden die teilnehmenden Bands in diesem Jahr gleich von zwei Musikfernsehsendern: Yagaloo – Das Musikfernsehen aus Berlin und Pop10 aus Magdeburg machen in diesem Jahr eine Doppelmoderation – und zwar live aus dem Küchenstudio! Ausgestattet und komplett unterstützt wird „local heroes“ dabei von einem lokalen Küchengeschäft und von IMG Stageline. „Musik machen während Pizza gebacken wird – wir freuen uns sehr auf spannende Geschichten, die unsere Finalisten in WG-Küchen, bei Wohnzimmerkonzerten oder in der Tourbusküche erlebt haben.“

Howie Yagaloo entlockt den Bands so manches Geheimnis. Hier der Band Bonez im Jahr 2015. (Foto: Dani Red)

Die „local heroes“-Crew sorgt zwischen viel Musik und interessanten Gesprächen aber auch für sportliche Betätigung. „Das lange Warten im Backstage vertreiben sich Bands häufig im Cateringbereich bzw. in unserer TV-Küche, und schließlich am Kicker“, weiß man in Salzwedel. „Deswegen schaffen wir im Foyer Backstage-Atmosphäre. Zusammen mit den „Kickerfreunden Salzwedel“ stehen für alle „Spielwütigen“ Kicker im Foyer bereit. „Mal schauen, ob wir nicht nur die ‚Beste Band Deutschlands‘, sondern auch das ‚Beste Band-Kickerteam Deutschlands‘ küren“, freuen sie sich schon jetzt über den ein oder anderen „Schlagabtausch“ zwischen den Bands und ihren Fans. Mit ihm Boot ist auch die „Hansenbande“, die für die Gäste im Kulturhaus allerhand Möglichkeiten zum Mitmachen und Gestalten dabei haben. Fans sind zum Beispiel eingeladen, ihre T-Shirs mit einer Erinnerung ans Bundesfinale bedrucken zu lassen.

Im Interview mit Pop10: Van Holzen waren 2016 mit Abstand die jüngsten Teilnehmer im Feld. (Foto: Malte Schmidt)

Freuen dürfen sich diese obendrein auf einen „alten Bekannten“. ProSieben-Moderator Maurice Gajda wird sich der Hauptbühne annehmen. „Es ist wirklich eine Ehre, dass er sich immer wieder die Zeit für die ‚local heroes‘ nimmt“, freut sich auch die Chefin über sein erneutes Kommen. „Einst begonnen mit Uniradio und dem Aufbau von Pop10, führt er mittlerweile ein Jetset-Leben zwischen ProSieben-Prime-Time-Shows, Galileo-Berichten, Radio Fritz vom RBB, detektor.fm und seinen Social Media-Followern.“

ProSieben-Moderator Maurice Gajda wird erneut für Stimmung auf der Hauptbühne sorgen. (Foto: Christoph Eisenmenger)

Die „Ohrbooten“ live auf der Hauptbühne

Bekannt dürften übrigens auch diese Herren sein: Als besonderes „Bonbon“ und „würdigen“ Ausklang der Contest-Nacht konnte das „local heroes“-Team keine Geringeren als die „Ohrbooten“ gewinnen. „Was sich da live abspielt, ist unverschämt mitreißend und groovt sich durch die Musikwelt seit nunmehr guten neun Jahren“, wurden die Berliner Musiker in diesem Sommer einmal angekündigt. Die einstigen Newcomer haben das geschafft, wovon viele der aktuellen Teilnehmer träumen. Nach ihrer Gründung im Jahr 2003 ging es für das Quartett ziemlich schnell steil bergauf. Denn schon erste Demoaufnahmen interessierten damals die „Toten Hosen“, die sie dann auch zwei Jahre später unter Vertrag nahmen. Was dann folgte, klingt schon ein bisschen nach „Bilderbuch“. MTV nahm sie in Rotation, auf großen Festivals wie Rock am Ring, Hurricane oder Chiemsee Reggae Summer verblüfften sie mit ihrer besonderen Mixtur aus Reggae, Ragga, Alternative und Hip Hop. Für das Publikum in Salzwedel besteht nun eine der letzten Gelegenheiten, die „Ohrbooten“ live zu erleben. Denn ab 2018 wollen sie sich auf „unbestimmte Zeit“ vom Showgeschäft verabschieden, um sich „anderen, tollen Projekten zu widmen“.

Von der Fußgängerzone auf die großen Bühnen: Die Ohrbooten sind die diesjährigen Bundesfinal-Headliner. (Foto: Sven Hagolani)

Hochkarätig besetzte Jury

Apropos verblüffen! Von den 13 Teilnehmern umgehauen und überrascht zu werden, darauf freuen sich auch die zehn Experten der diesjährigen Bundesfinal-Jury. Mit dabei ist unter anderem die Musikerin Angela Peltner. Ihre Band „3Viertelelf“ trat bei Stefan Raabs BuViSoCo für Sachsen-Anhalt an. Sie ist Trägerin des Panikpreises von Udo Lindenberg und sie spielte mit Größen wie Nena, Pur oder auch Glasperlenspiel. Unterstützt wird das „local heroes“-Team daneben vom Musikjournalisten Ole Löding. Er schrieb zuletzt das Buch „Sound of the Cities“, berichtet aber auch für Medien wie die FAZ, Deutschlandradio Kultur oder die Vinyl Stories. Mit von der Partie ist sein Kollege Markus Biedermann, Kopf von BackstagePRO, einem nicht nur unter Musiker*innen sehr geschätzten Portal. „Jahr für Jahr kommen Menschen in der Jury-Familie zusammen, die viele schon kennen dürften“, freut sich Julia Wartmann zudem auf bewährte Hilfe bei der Urteilsfindung. Zur Seite stehen ihr abermals Jorin Zschiesche, Captain von recordJet (u.a. Milky Chance, Alice Merton) und der Filter Music Group. Auch Niko Tsagarakis, Inhaber von Monster Artists (u.a. Emil Bulls, Annisokay) wird die Newcomer in diesem Jahr erneut genau unter die Lupe nehmen. Begleitet wird er von Christoph Wieczorek, seines Zeichens nicht nur Annisokay-Bandmitglied, sondern auch Musikproduzent.

Juror Niko Tsagarakis gibt den Jungs von Junk DNA wertvolle Ratschläge mit auf den Weg. (Foto: Dani Red)

Christoph Wieczorek ist dieses Jahr erstmals in der local heroes-Jury vertreten. Seine Band Annisokay zählt zweifellos zu den umtriebigsten Metalcore-Bands, die Deutschland derzeit zu bieten hat. (Foto: Pressematerial)

Preise im Gesamtwert von gut 15.000 Euro

Die Entscheidungen, die sie treffen, haben Gewicht. Die teilnehmenden Bands erwarten Preise im Gesamtwert von rund 15.000 Euro. Ein herzliches Danke geht deshalb auch an die Spendern und Sponsoren. „Sie stehen uns nicht nur stets mit Rat und Tat zur Seite, sondern sie sind auch alle beim Bundesfinale dabei“, betont Julia Wartmann nachdrücklich. Das Tonstudio „Music 2 Records“, mit keinem geringeren als Madsen-Mitbegründer und langjährigem „local heroes“-Produktionsleiter Michael „Elvis“ Schulze, lädt eine der Siegerbands für fünf Tage zu sich ins Studio ein und packt noch fünf Mixtage oben drauf. Die „local heroes“-Chefin wird zudem persönlich mit der Siegerband nach Berlin ins Roland Artist Center reisen. IMG Stageline unterstützt den Jury- und Publikumssieger mit Equipment-Gutscheinen und vergibt zusätzlich ein hochwertiges Funkmikrofon. Auch das Musikhaus Thomann zeichnet Bands mit Gutscheinen aus. Um nur eine Auswahl zu nennen.

Adrenalin-Kick auf der Bühne. Intensiv bereiten sich die Teilnehmer auf ihren Auftritt vor. In gut 20 Minuten entlädt sich dann Vorfreude und Anspannung. (Foto: Christoph Eisenmenger)

Neue Verbindungen in die Politik

Zugetan, das zeigt sich Jahr für Jahr, sind „local heroes“ eine ganze Reihe von Menschen und Institutionen. Vor einiger Zeit kam nun eine weitere Verbindung hinzu. „Im April 2016 erhielt ich einen Anruf vom Kompetenzzentrum Kultur- & Kreativwirtschaft des Bundes und wurde gefragt, ob ich nicht Lust hätte, meine Erfahrungen aus der Musikförderung in ein bundesweites Sounding Board, das Fellow-Netzwerk, einzubringen“, erzählt Julia Wartmann. Das erklärte Ziel des Kompetenzzentrums ist es, die Kultur- und Kreativwirtschaft als eigenständige Branche noch sichtbarer in Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur zu verankern und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Neue Herausforderungen und Chancen werden mit den Akteuren branchenübergreifend diskutiert mit dem Ziel, neue weiterführende Potenziale der Kultur- und Kreativwirtschaft erschießen zu können, gerade auch für Klein- und Kleinstunternehmer.

Zum local heroes-Konzept gehört auch ein individuelles Coaching: David Pfeffer sah sich das Teilnehmerfeld aus Coach-Sicht auch bereits beim Landesfinale von Sachsen-Anhalt in Magdeburg an. (Foto: Christoph Eisenmenger)

„Das klingt alles sehr wirtschaftlich, das ist es letztlich auch, aber ich sehe darin eine große Chance: Alle, die wir uns auch im Non-Profit-Bereich bewegen, sind Teil eines Wirtschaftssystems. Jede Band, die aus dem Proberaum herauskommt, ist im weitesten Sinn ein Kleinstunternehmen. Und wir als local heroes können unseren Beitrag dazu leisten, auf die Bedürfnisse von Musiker*innen in diesem System aufmerksam zu machen“, fasst sie die damit verbundene, große Chance zusammen.

„local heroes“ will Wege ebnen

Es geht um essentielle Fragen: Welche Förderangebote gibt es für Bands? Wie kann „local heroes“ das Wissen um die Vor- und Nachteile einer KSK, einer Existenzgrundlage für Kreative oder einer GEMA auf Bundesebene platzieren? Was kann der Verein tun, um Musiker*innen, die sich entschieden haben von Musik leben zu wollen, damit Geld verdienen zu wollen, die Wege etwas mehr ebnen und sie unabhängiger in diesem noch weit von Majorlabels dominierten Musiksystem machen? „Das ist sehr spannend und ich lerne seither viel“, so ihr bisheriges Fazit.

Auch hinter den Kulissen brennt die Luft. Kurz bevor es auf die Bühne geht, steigt die Anspannung deutlich. (Foto: Malte Schmidt)

Erste Schritte wurden bereits unternommen: Unter anderem hat sich Wartmann zusammen mit einer Theaterregisseurin, einem Städteforscher und einer Architektin im Juni 2017 im Rahmen der sogenannten PHASE XI das AMT FÜR UNLÖSBARE AUFGABEN ins Leben gerufen. „Wir haben uns knapp fünf Monate damit beschäftigt, Alternativen für Bürokratie zu finden. Denn mein ‚local heroes‘-Alltag besteht vor allem aus Gesprächen mit Förderinstitutionen, Abrechnungen, Dokumentationen; das macht Spaß, aber viel lieber würde ich wieder mehr Zeit für Gestaltung und Netzwerken haben wollen. Daher war es mir ein Anliegen zu überlegen, wie können Verwaltungen und Institutionen wieder näher zusammenrücken und gemeinsam Lösungen für Verwaltungsaufgaben finden, die weniger bürokratisch und mehr kreativ sind.“ Aktuell fassen sie all ihre Erfahrungen aus den vergangenen Monaten zusammen und arbeiten an einer Dokumentation.

Mind Trap überzeugten 2016 auch unverstärkt. (Foto: Malte Schmidt)

Kein Weg ist zu weit

Dem Team, den Freunden und auch den Bands ist also kein Weg zu weit, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Eins werden Julia Wartmann und ihre Mitstreiter deshalb auch nicht müde zu betonen: „Zwar hat Salzwedel keinen Flughafen und auch keine Autobahnabfahrt, aber mit dem Zug und dem Auto kommt man eben doch gut und mit etwas Geduld hin, oder mit dem Fanbus, wie es viele Juroren machen.“ Denn: Es ist Zeit für geile, neue Bands…

Los geht’s am 11. November, um 17.00 Uhr!

HIER die Teilnehmer des „local heroes“-Bundesfinals 2017 noch einmal im Überblick

Hier geht’s zur Facebook-Veranstaltung

Text: Nicole Oppelt

… und zum Schluss ein Abriss!

Kniffler’s Mum geben sich zum letzten Mal die Ehre

Das letzte Konzert von Kniffler’s Mum. Hier war viel Liebe im Raum. (Foto: Dennis Rall)

Als wir die Nachricht erhielten, herrschte erst einmal Schockstarre. Kniffler’s Mum – unsere Lieblinge aus Ludwigsburg – wollten nach neun Jahren Bandgeschichte tatsächlich aufhören. Diese Band, die mit ihren Auftritten Jung und auch etwas Älter zu fesseln vermochten, sollte man nie wieder live zu sehen bekommen? Unvorstellbar!

Zum Abschied eine riesen Party in der ausverkauften Location – so wie sich das gehört. (Foto: Dani Red)


Noch allzu gut haben wir die erste Begegnung mit den Jungs in Erinnerung. Damals, im Jahr 2009, waren wir auf dem U&D Bad Kissingen zu Gange. Presse und Bandbetreuung lagen in unserer Hand. Viel hatten wir bis dato schon erlebt. Doch dann kamen sie: In Anzug – aber ohne Schlagzeug! Großes Kopfschütteln bei den Franken, selbstverständliches Nicken bei den Schwaben.

Kniffler’s Mum beim U&D Bad Kissingen 2009. Damals waren wir alle noch „junge Hüpfer“ ;-) (Foto: Sebastian Vogler)


Nun gut, tatsächlich fand sich auf besagter Veranstaltung dank einer sehr netten einheimischen Band ein Ersatzinstrument. Die Bande waren geknüpft und wurden von da an weiter geflochten bis zu einem festen Knoten, der bis heute hält. 


„Halligalli Drecksauparty“ – nicht nur die Musiker gaben zum Abschied alles. (Foto: Dani Red)


Viel ist seither passiert: Bandmitglieder wechselten, Abschlüsse wurden gemacht, Jobs begonnen, Ehen geschlossen.



Am 21. Oktober dieses Jahres komprimierten sich all diese Erinnerungen und entluden sich – wahrscheinlich nicht nur bei uns – in der „Villa BarRock“. Nach mehr als 150 Shows und einer gemeinsamen Geschichte, die sie allesamt deutlich geprägt hatte, gingen sie an den Ort zurück, an dem sie nicht nur eines ihrer ersten Konzerte gaben, sondern auch so mancher Song von Kniffler’s Mum entstanden war.

Chris und Timmee endlich wieder auf der Bühne vereint. Diese beiden „Brüder“ kann nichts trennen. (Foto: Dennis Rall)


Chris, sein ehemaliger Kumpan an der Front Tim, und sämtliche aktuellen und ehemaligen Bandmitglieder betraten noch einmal die Bühne. Wochen vorher war die Location restlos ausverkauft. Die „Villa“ platzte aus allen Nähten. Familie, Freunde, Bekannte und sogar Bosse waren gekommen.

Für ihre Band ging das Publikum gerne zu Boden – mehrmals ;-) (Foto: Dani Red)


An Abschied, das war deutlich zu spüren, mochte eigentlich keiner so recht glauben. Gut drei Stunden lang gaben Kniffler’s Mum noch einmal alles. Dieser Abend sollte der legendärste Abriss der Bandgeschichte werden. Und er gelang: Viele Hits wurden ausgegraben: „Ali Baba“, „Halligalli Drecksauparty“, „Deine Mum“ und selbstverständlich „Sebastian“ kamen zum Einsatz und wurden lautstark mitgesungen. Wirklich alle Bandmitglieder nahmen noch ein letztes Mal Mikro bzw. ihr angestammtes Instrument in die Hand.

Den Fans ganz nah sein: Chris nahm das an diesem, letzten Abend noch einmal wörtlich. (Foto: Dani Red)

Das ließ er sich nicht nehmen: Auch Timmee nahm ein letztes Bad in der Menge. (Foto: Dani Red)


Kniffler’s Mum wären aber nicht Kniffler’s Mum, hätten sie zum Abschied nicht doch noch einen Trumpf gezogen. Stilecht aufhören, wie geht das? Am besten, indem man ganz cool einfach ein drittes Album nachlegt. Ende des Jahres soll das gute Stück erscheinen. Erste, grandiose Einblicke, gab es an diesem Abend. Und textsicher erwiesen sich ihre Gäste übrigens schon jetzt.

Heiß, heißer, Kniffler’s Mum. Der Saal kochte, das Publikum „rührte um“. (Foto: Dani Red)


Es nährt die Hoffnung, dass das Feuer in diesen jungen Männern weiter brennen wird. Für die Musik und ihre Fans. Mit „Nicht noch eine HipHop-Band“ hatten sie sich erstmals bei uns empfohlen. Heute möchten wir sagen: Bitte bleibt – wir wollen genau DIESE HipHop-Band!



Wir wagen jedenfalls schon jetzt eine kühne Prognose: Das Kapitel Kniffler’s Mum ist noch nicht abgeschlossen. Wir bleiben wachsam und gespannt…

Euer immenser Ehrgeiz, euer großes Engagement und natürlich in erster Linie Euer Können beeindrucken – nicht nur uns. Wir sagen Danke Razze, Timme, Crz, Sebastian, Domek, Martin, Jan, Philipp, Dome und Lux.


Dani und Oppie aka Nadine (= Insider, gell Timmee? ;-) )

Hier gibt es noch eine Fotoserie vom Abschiedskonzert.

Und hier noch unsere Lieblingsvideos von Kniffler’s Mum: