„local heroes“-Bundesfinale 2018: „Noriega Mind“ erobern Salzwedel mit größtmöglicher Leidenschaft

Am 10. November brachten insgesamt 14 Newcomer-Acts aus ganz Deutschland beim „local heroes“-Bundesfinale die Bühne im Kulturhaus von Salzwedel zum Beben. Für Hessen war die Band „Noriega Mind“ ins Rennen gegangen und begeisterte Jury und Publikum.

Noriega Mind live im Kulturhaus Salzwedel. (Foto: Dani Red / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Kleine Zeitreise gefällig? Gut! Man rufe sich also den Sound von Rock-Giganten wie Led Zeppelin, The Doors oder ACDC ins Gedächtnis und schwelge in Erinnerungen an längst vergangene Tage. Um am Ende aber doch wieder in der Gegenwart zu landen, empfiehlt es sich, diesem Klang ein paar moderne Aspekte hinzuzufügen, vielleicht sogar südamerikanische Elemente – und schon landet man bei „Noriega Mind“ aus Kassel, die seit Mitte 2016 gemeinsam Musik machen. Classic Rock ist ihre Passion, die sie Anfang 2018 bereits auf ihrem Debütalbum verewigen konnten. Doch das ist nur die eine Seite von Julio, Daniel, Ulf und Marlon. „Extrem viel Wert legen wir auf unsere Live-Performances, da das der Moment ist, indem man der Welt zweifelsohne am besten zeigen kann wer man ist.“ Beim „local heroes“-Bundesfinale in Salzwedel war ihr Moment mit der Startnummer 14 gekommen. Somit enterten sie als letzte Wertungsband die Bühne von Deutschlands größtem unkommerziellen Newcomer-Contest.

Bringen den Sound der Rocklegenden auf die „local heroes“-Bühne: Noriega Mind aus Hessen. (Foto: Christoph Eisenmenger / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Dabei wurden sie dem ihnen vorauseilenden Ruf mehr als gerecht, nahmen das sehr gut gefüllte Kulturhaus mit in die 1970er Jahre und transportierten ihre Songs impulsiv und mit größtmöglicher Leidenschaft. Sänger Julio, der sich mit einer beeindruckenden stimmlichen Range empfahl, passte nicht nur gut nach Salzwedel. Seine Erscheinung hätte gut und gerne auch viele Jahrzehnte früher Bestand gehabt. Ein Umstand, der kurz vor dem Auftritt von „Madsen“ Jung und auch Etwas Älter vor der großen Bühne zu vereinen wusste.

Noriega Mind (Foto: Dani Red / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Zu „local heroes“ waren sie übrigens gekommen, da Gitarrist Daniel im Jahr 2017 schon einmal mit seiner Band „Anchester“ teilgenommen und „im Großen und Ganzen nur Gutes“ zu berichten hatte. „Bei vielen Band-Contests heutzutage stehen nicht mehr die Bands, geschweige denn die Musik im Vordergrund. Bei ‚local heroes‘ ist das eindeutig nicht der Fall!“, so ihr Fazit noch bevor sie die große Bühne im Kulturhaus von Salzwedel betraten. Locker wollten sie es vor dem alles entscheidenden Auftritt dennoch angehen lassen. „Auch wenn ‚local heroes‘ natürlich etwas ganz Besonderes ist, werden wir uns genauso gut auf den Tag vorbereiten wie auf jedes andere Konzert. Uns ist es wichtig, uns so wenig wie möglich zu verstellen. Das heißt: So viel proben, wie es geht, und dann einfach wir selbst sein“, lautet die Essenz ihrer bisherigen Erfolgsgeschichte.

Was verbirgt sich hinter der Band „Noriega Mind“? Moderator Howie Yagaloo standen sie im Foyer des Kulturhauses Rede und Antwort. (Foto: Dani Red / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Und diese dürfte sich gerne fortschreiben, so ihr einhelliger Wunsch: „Da wir in diesem Jahr erstmalig die Luft einiger größerer Bühnen, wie die des Open Flair Festivals oder Hessentags, schnuppern durften, hoffen wir, dass wir in Zukunft öfter bzw. regelmäßiger mit einem größerem Publikum unsere Musik und Energie teilen dürfen.“ Sie selbst werden ihren Teil definitiv dazu beitragen. Denn, damit ein Musik-Projekt oder eine Band auf Dauer bestehen könne, brauche es vollstes Vertrauen und Verständnis unter den Musikern als auch Professionalität und Fokus in Bezug auf das Gesamtbild, sind sie überzeugt.

Die „local heroes“-Finalisten 2018 konnten sich auf der unplugged-Bühne von einer völlig anderen Seite präsentieren. (Foto: Dani Red / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Ansporn gebe ihnen nicht zuletzt die einstige „local heroes“-Band „Madsen“, die das Bundesfinale 2018 als Special Guest krönte. „Selbstverständlich spornt es einen an, zu wissen, dass großartige Bands wie Madsen mehr oder weniger auf derselben Bühne gestartet haben“, sagen Julio, Daniel, Ulf und Marlon. Denn auch sie wissen: „Definitiv ist es oft nicht leicht, die Musik für die man lebt, mit seinem Beruf unter einen Hut zu bringen. Allerdings glauben wir persönlich, dass kein Beruf, kein Studium oder Familie einen von der Musik abhalten kann, so lange man es mit vollem Herz und Leidenschaft angeht.“

Text: Nicole Oppelt/Lina Burghausen


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