local heroes 2019: Dieses Projekt bringt Menschen zusammen!

local heroes ist mehr als nur ein Wettbewerb: Das Projekt ist für viele Bands die Chance, ihre Musik einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. (Foto: Christoph Eisenmenger)

Erstmals treffen sich am 9. November 15 Bands im Kulturhaus von Salzwedel. Unterstützt wird das diesjährige local heroes-Bundesfinale von bekannten Gesichtern. Die Berliner Band „The T.C.H.I.K.“ ist Headliner.

Dieser Abend ging in die Geschichte ein. Nach 14 Newcomer-Bands betraten am 10. November 2018 „Madsen“ die Bühne im Kulturhaus von Salzwedel. 1997 hatten sie den local heroes-Wettbewerb selbst gewonnen. Nun sorgten sie für den wohl fulminantesten Abschluss eines Bundesfinales, den Aktion Musik / local heroes e.V. je erlebt hat. Jung und auch etwas Älter wurden in dieser Nacht zusammengebracht. Und es zeigte sich einmal mehr: Musik verbindet Menschen unterschiedlichsten Alters, Herkunft, Hautfarbe und Religion.

In Salzwedel trifft man sich: Musikbegeisterte aus allen Ecken der Republik strömen im November ins Kulturhaus. (Foto: Christoph Eisenmenger)

An diesen Gedanken möchten Projektleiterin Julia Wartmann und ihr Team in diesem Jahr anknüpfen. Nicht ohne Grund: Findet das Bundesfinale 2019 doch an einem äußerst geschichtsträchtigen Datum statt. Zum 30. Mal jährt sich an diesem Tag der Mauerfall. Zeit, so findet das Team, den wesentlichsten Aspekt ihrer Arbeit in den Vordergrund zu rücken. „2019 geht es uns einmal mehr nicht um ‘höher, schneller, weiter‘“, betont Julia Wartmann. local heroes sei viel mehr. Es sei ein Ort der Begegnung, der seit seiner Anfangszeit Ost und West miteinander verbunden habe.

Zeit für Erinnerungen: Moderator Howie Yagaloo spricht 2018 auf der Foyerbühne mit „Perez“. (Foto: Malte Schmidt)

„local heroes ist ein Basisprojekt“

Am besten lasse sich diese Verbundenheit, so Julia Wartmann, anhand des Teilnehmerfelds und des Wettbewerbsgeschehens der vergangenen zwölf Monate veranschaulichen. „Wir haben so viele Bundesländer mit im Boot wie noch nie“, sagt sie voller Stolz. Einzig Hamburg sei 2019 leider nicht dabei. „Dafür ist Bayern nach fünfjähriger Pause zurück.“ Sie selbst sei im vergangenen Juni ins fränkische Rottershausen gereist, um sich die Premiere von local heroes Bayern auf dem Kult-Festival „ab geht die Lutzi“ anzusehen. Dort hatten die Landesfinalisten Gelegenheit, neben so bekannten Bands wie den Donots, den Leoniden oder Adam Angst aufzutreten. „Es herrschte eine wunderbare Atmosphäre. Und natürlich ist die Teilnahme bei local heroes im Rahmen einer solchen Veranstaltung für die jungen Bands eine Riesenchance“, ist Julia Wartmann überzeugt.

Local Heroes Bayern ist zurück und zieht mit Betamensch ins Bundesfinale 2019 ein. (Foto: RE ON TOUR)

Nicht minder groß ist die Freude über das Bundesland Thüringen, das nach gut zehn Jahren Pause seit 2018 wieder mit von der Partie ist. „Möglich wurde das durch eine Kooperation mit der Deutschen Bahn und ‘Mein Einkaufsbahnhof‘“, erklärt Julia Wartmann. Besonders spannend: Ausgetragen wird der Wettbewerb hier direkt auf dem Bahnhof in Erfurt. „Das Ganze hat einen wundervollen Straßenmusik-Charakter – die Königsdisziplin.“ Immerhin sei es eine „hohe Kunst“, ein Laufpublikum, womöglich nicht Musik begeistert, zum Zuhören zu bewegen. Gegensätzlicher und auch spannender könnten die verschiedenen Austragungsorte nicht sein. Doch sie zeigen einmal mehr, wie unterschiedlich und bunt die deutsche Musikszene ist und vor allem, welche Plattformen es gerade für junge Musiker*innen gibt. „Wenn jetzt noch die lokalen Radiosender stärker mitziehen würden, um sie zu unterstützen, wäre das großartig.“

Als ob es gestern gewesen wäre: „Minuspol“ begeistern beim Bundesfinale 2018. (Foto: Christoph Eisenmenger)

Musik schafft Verbindungen

Als Projektleiterin war sie allerdings nicht nur im Freistaat und in Thüringen unterwegs, sondern Gast auf zahlreichen Landesfinals in ganz Deutschland. „local heroes ist ein Basisprojekt. Wir finden im ländlichen Raum, in den Städten, junge Menschen, die Bock haben, Musik zu machen, sich zu zeigen und aus dem Proberaum herauszukommen.“ Natürlich gebe es in den einzelnen Gegenden diverse Angebote. Doch über local heroes würden sie sich qualifizieren. Es sei für sie ein Heidenspaß, immer eine Runde weiterzukommen und immer wieder neue Leute kennenzulernen. „Das zeichnet local heroes aus. Es ist ein Kennenlern-Projekt, das durch gemeinschaftliche Erlebnisse seinen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe leistet.“

Der local heroes Wettbewerb bietet eine einmalige Gelegenheit: Dabei sein, wenn Musikgeschichte auf neue Art geschrieben wird. (Foto: Christoph Eisenmenger)

Dieses Thema, so Julia Wartmann, sei im Augenblick präsenter denn je. Dessen werde sie jedes Mal gewahr, wenn sie die vielen Vor- oder Landesentscheide, aber natürlich auch das jährliche Bundesfinale betrachte. „Es ist ein Miteinander – vor und hinter den Bühnen. Und eben keine Veranstaltung, bei der es nur um den Wettbewerb geht.“ Es kämen immer wieder Menschen zusammen, die ihre Heimat gestalten. „Und am 9. November bringen wir nun die Salzwedler zusammen.“ Dabei denke sie allerdings nicht nur an das Publikum und die teilnehmenden Künstler*innen, die sich an diesem Abend in unterschiedlichsten Konstellationen wieder treffen würden, sondern auch an das Team hinter den Kulissen. Mit dabei wären viele Ehemalige, die zum Beispiel selbst einmal bei local heroes teilnahmen oder Einheimische, die nun schlicht Lust darauf hätten, sich einzubringen. „In diesem Jahr ist mir das besonders stark aufgefallen. Ich muss sagen, es ist wirklich toll das zu sehen. Und vor allem schön, das seit so vielen Jahren treu zu erleben. Dafür bin ich dankbar.“

Nicht nur die Teilnehmer*innen auf der Bühne im Kulturhaus geben alles. Die vielen ausgelassenen Fans haben einen wesentlichen Anteil am Gelingen des Bundesfinales. (Foto: Malte Schmidt)

Hier begegnen sich wahre Profis

Natürlich schlägt sich diese Atmosphäre auch in der Außenwirkung nieder. Bei local heroes wird mittlerweile um einen der wichtigsten Musikpreise für Newcomer*innen des Landes gespielt. Ein Umstand mit Sogwirkung, der sich nicht nur bei ehemaligen und nun zurückkehrenden Teilnehmern, sondern sogar bis in jüngste Nachwuchskreise herumgesprochen hat. Gerade einmal 13 bzw. 14 Jahre seien die Mitglieder der Band „Die Streber“ aus Naumburg (Saale) gewesen, die dieses Jahr im Wettbewerb gestanden habe, erinnert sich Julia Wartmann. Und immerhin habe es bei ihrer Teilnahme in Sachsen-Anhalt sogar für den Publikumspreis gereicht. „Diese jungen Menschen habe eine Energie, die an die einstigen Teilnehmer ‘Tokio Hotel‘ erinnert“, schwärmt die Musikexpertin. „Sie waren in ihrem Moment auf der Bühne wahre Profis.“

„Die Streber“ gehörten wohl zu den jüngsten Teilnehmern bei local heroes überhaupt. Und man munkelt, dass man noch viel von ihnen hören wird. (Foto: Christoph Eisenmenger)

Apropos Profis! Besonders freut sich die local heroes-Familie auf prominente Gäste aus Berlin. Die Band „The Toten Crackhuren im Kofferraum“ (The T.C.H.I.K.) wird das diesjährige Bundesfinale als Headliner unterstützen. Das selbstbewusste Damen-Quartett („Ich und mein Pony“), bestehend aus Lulu, Doreen K. Bieberface, Ilay und Kristeenager, sei Julia Wartmann zufolge ein echter Partygarant. „Es darf getanzt werden!“

Mit T.C.H.I.K. knüpft das local heroes-Bundesfinale an die Partystimmung mit „Madsen“ 2018 an. (Foto: Pressematerial)

Spannende Interaktionen gibt es darüber hinaus sicherlich auch mit den Juroren des Abends. Denn alle Bands bekommen natürlich wieder 20 Minuten Spielzeit, in denen sie ihr Können unter Beweis stellen dürfen. Darüber urteilen anschließend sowohl eine Fachjury als auch das Publikum. Im Zuschauerraum des Kulturhauses tummelt sich in diesem Jahr erstmals Jurorin Imke Machura, Geschäftsführerin „Raketerei“.“ Imke war Bookerin sowie Promoterin, ist Produkt- und Labelmanagerin und seit fast einem Jahrzehnt Teil der Musikbranche“, so Julia Wartmann. Vor zwei Jahren gründete sie dann „Raketerei“. Das ist ein Musikerinnen-Netzwerk, die mittlerweile 800 Mitglieder fasst. Als Mentorin, Co-Pilotin, Partnerin in Crime unterstützt sie seither Künstlerinnen dabei eine profitable musikalische Karriere aufzubauen.

Mit ihrer Community „Raketerei“ möchte Imke Machura Musikerinnen mit einem unternehmerischen Mindset ausstatten, damit sie sich erfolgreich am Musikmarkt positionieren können. (Foto: Annemone Taake)

Daneben stellt sich das „gewohnte Kernteam“ der Herausforderung, Deutschlands besten Newcomer-Act zu küren. Unter anderem mit dabei sind der bekannte Musikproduzent Peter Hoffmann, Jorin Zschiesche, Captain von recordJet (u.a. Milky Chance, Alice Merton) und der Filter Music Group sowie Ramon Zarges, Musikjournalist bei MDR Sputnik, samt Kollege Martin Risel von Deutschlandradio Kultur. Musikjournalist Ole Löding ist ebenfalls wieder Teil der „Familie“. Er schrieb zuletzt das Buch „Sound of the Cities“, berichtet aber auch für Medien wie die FAZ, WDR oder die Vinyl Stories. Last but not least stehen David Pfeffer und Felix Mannherz im Zuge des Bundesfinales abermals als Coaches in den Startlöchern, um den jungen Talenten ganz persönlich mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Neue Eindrücke, neue Sounds, neue, spannende Künstler: Für Musiker und Fans ist das Bundesfinale ein Ort der Inspiration. (Foto: Christoph Eisenmenger)

Das Bundesfinale ist ein Showcase-Programm

Die Entscheidungen, die sie treffen, haben Gewicht. Die teilnehmenden Bands erwarten 2019 wieder Preise im Gesamtwert von rund 10.000 Euro. Ein herzliches „Danke!“ geht deshalb auch an alle Spender und Sponsoren. Nichtsdestotrotz, für Julia Wartmann ist das Bundesfinale „kein Contest, sondern ein Showcase-Programm“. „Hier kann man Musiker*innen der ersten Stunde erleben. Und das auf einem wirklich hohen Niveau und in sehr großer Vielfalt.“ Für jeden Musikgeschmack sei etwas dabei.

„local heroes vereint die Crème de la Crème der deutschen Newcomer-Szene“, ist Julia Wartmann überzeugt. Die Teilnehmer beeindrucken nachhaltig. So wie die einstigen Sieger „Schmutzki“. Sie sind mittlerweile ein fester Bestandteil des deutschen Musikzirkus‘. (Foto: Christoph Eisenmenger)

Geschichte erlebbar machen

Bedacht werden 2019 übrigens nicht nur die teilnehmenden Künstler*innen. Auch local heroes selbst darf sich über eine Zuwendung in Höhe von 12.500 Euro freuen. Im Rahmen des Ideenwettbewerbs „Machen! 2019“ des Ostbeauftragen der Bundesregierung, Christian Hirte, erreichte die local heroes-Fotoausstellung „Grenzsaiten“ den zweiten Platz in der Sonderkategorie „Deutsch-deutsche Geschichte erlebbar machen“. Gezeigt werden darin 30 Jahre Popmusik-Geschichte, aber vor allem, „dass Musik einen extrem wichtigen Beitrag zum Zusammenkommen von Kulturen, gerade auch innerdeutsch, leistet – und das ganz ohne Sprache“, so Julia Wartmann. Mit diesem Geld könne nun ein echtes Herzensanliegen umgesetzt werden, nämlich eine Wanderausstellung auf Bahnhöfen entlang der innerdeutschen Grenze.

12.500 Euro gab’s im Rahmen von „Machen! 2019“. Eine Riesenauszeichnung der Bundesregierung. Ab 12. März 2020 wird die Ausstellung „Grenzsaiten“ in neuer Konzeption im Landtag von Niedersachsen in Hannover zu sehen. (Foto: BMWi/Bildkraftwerkt_Kurc)

Das Thema und damit auch das historische Datum „9. November“ greift local heroes übrigens im Rahmen des Bundesfinales auf vielen verschiedenen Ebenen auf. Vor und auf der Bühne werde darüber gesprochen. Außerdem werde das Foyer, so verrät Julia Wartmann schon jetzt, mit Hilfe des Theaters der Altmark (TdA), dem Landestheater Sachsen-Anhalt Nord, entsprechend gestaltet. „Mehr wird nun aber wirklich nicht mehr verraten.“ Einen persönlichen Eindruck sollten sich alle Interessierten am 9. November, ab 17.00 Uhr, persönlich machen.

Los geht’s am 9. November, um 17.00 Uhr!

HIER die Teilnehmer des „local heroes“-Bundesfinals 2019 noch einmal im Überblick

Hier geht’s zur Facebook-Veranstaltung

Text: Nicole Oppelt


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