„local heroes“-Bundesfinale 2019: „Fin Dawson“ entführen in den Wilden Westen

Let’s groove! „Fin Dawson” stimmten das Publikum auf Startposition eins auf einen abwechslungsreichen Abend ein. (Foto: Julia Schwendner / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Am 9. November brachten insgesamt 15 Newcomer-Acts aus ganz Deutschland beim „local heroes“-Bundesfinale die Bühne im Kulturhaus von Salzwedel zum Beben. Mit dabei waren auch die Landesfinalisten aus Schleswig-Holstein „Fin Dawson“. Die vier jungen Leute aus Rellingen und Hamburg gingen mit Startnummer eins ins Rennen und eröffneten den Abend. Besonders Sänger Marcus Lifke begeisterte Jury und Publikum: Er wurde als bester Vokalist des Abends ausgezeichnet.

„Ein Bundesland zu vertreten… wie geil ist das denn!“, freuten sich Matthias, Torben, Marcus und Philipp schon Wochen vor dem Bundesfinale in Salzwedel auf viele herrliche Begegnungen mit anderen Bands, wunderbaren Austausch und noch mehr neue Kontakte. Den „local heroes“-Wettbewerb haben die Vier als „unfassbar gut organisiert“ erlebt. „Es ist nicht unser erster Contest und was vor Ort in Schleswig-Holstein geleistet wurde, war einfach perfekt“, sind sie sich einig. Intensiv hatten sie sich auf den großen Abend im Kulturhaus von Salzwedel vorbereitet, Mitfahrgelegenheiten für ihre Fans organisiert und so ganz „nebenbei“ auch noch an ihrer neuen Single gefeilt.

Wenn tightes Zusammenspiel auf „bärige Stimme” trifft: „Fin Dawson” hinterließen in Salzwedel einen bleibenden Eindruck. (Foto: Dani Red / Aktion Musik • local heroes e.V.)

Es muss sich gut anfühlen

„Jeder, der unsere Konzerte besucht, soll eine gute Zeit haben und abschalten können. Dabei versuchen wir eine möglichst breite Zielgruppe anzusprechen“, erklärten die vier Musiker im Vorfeld. „Für uns steht im Vordergrund, dass es sich einfach rundum gut anfühlt und man uns den Spaß auf der Bühne ansieht.“ In Salzwedel ist ihnen das mit Bravour gelungen. Philipp, Marcus, Torben und Matthias eröffneten das Bundesfinale 2019 mit einem Ritt in den wilden Westen, wie ihn sich Hollywood nicht besser hätte ausdenken können. Getragen von Marcus‘ kerniger Stimme, wurde das ehrwürdige Kulturhaus binnen Minuten zum Saloon und das Publikum hinaus aus Salzwedel hinein in die Weiten der amerikanischen Steppe getragen. Mehr Groove und Gänsehaut-Garantie zu Beginn einer langen Nacht gehen wohl kaum. Das sah auch die Jury: Für seine vokale Leistung wurde Marcus Lifke als bester Sänger des diesjährigen Bundesfinales geehrt und freut sich über ein neues e945-Mikrofon sowie In-Ear-Monitoring-Kopfhörer aus dem Hause Sennheiser.

„Unseren Frontman Marcus erkennt man schon aus der Ferne an seiner rauen Stimme“, loben „Fin Dawson“ ihren Sänger. (Foto: Christoph Eisenmenger / Aktion Musik • local heroes e.V.)

In ihrer Musik verarbeiten „Fin Dawson“ ihre Erlebnisse und beschreiben, wie sie die Welt wahrnehmen. „Häufig erkennt man die Stimmung wieder, in der der Song entstanden ist. Man lässt an die Oberfläche, was im Unterbewusstsein heranwächst und einen beschäftigt.“

Einst startete das Projekt als Gitarrenduo. Das war im Jahr 2014. Erst Ende 2018 hat die volle Besetzung von „Fin Dawson“ zueinander gefunden. „Sicherlich war der Start eine der bisher größten Herausforderungen“, sagt die Band heute. „Wer macht was? Wo wollen wir hin? Wie kommen wir dahin? Doch seitdem läuft es reibungslos und gefühlt gibt es jede Woche eine neue positive Entwicklung.“ Seither, so erzählen sie, erleben sie lauter „schönste Ereignisse“. Fast jedes Konzert gehöre dazu. „So waren es die großen Bühnen, die beindruckend waren und die kleinen Bühnen mit teilweise sehr intimer Stimmung.“

Unplugged auf der Foyer-Bühne. (Foto: Julia Schwendner / Aktion Musik • local heroes e.V.)

„Gefühlt jede Woche was Neues“

„Fin Dawson“ stecken voller Energie. „2019 war unser erstes Jahr und nun ist Booking für 2020 angesagt. Wir hoffen auf ein Jahr mit jeder Menge geiler Gigs. Dazu wird im Winter das neue Repertoire geschrieben.“ Dass das nicht immer einfach sein wird, ist ihnen jedoch bewusst. Um als Musikprojekt längerfristig bestehen zu können, sei viel Einsatz erforderlich. „Gefühlt jede Woche was Neues. Dabei stoßen wir oft an unsere Grenzen, da mittlerweile viele Bands sehr hochwertigen Content erzeugen“, räumen sie ein. Die aktuell größten Hürden für Newcomer in Deutschland seien ihrer Ansicht nach rare Proberäume, teure Aufnahmen und Veranstalter, die nur schwer auf den musikalischen Nachwuchs aufmerksam werden würden. Beirren lassen sich „Fin Dawson“ davon aber nicht. „Man darf sich davon nicht unterkriegen lassen und muss weitermachen.“ Es sei jedoch wichtig, dass die Politik lokale Clubs und Organisationen unterstützt, „damit Spielstätten erhalten bleiben und auch für die Künstler mehr als nur ein Kasten Bier übrigbleibt.“

Von „local heroes“, da sind sie sich hingegen sicher, werden sie definitiv profitieren. Sie hoffen auf nicht mehr oder weniger als viele „Gigs, Gigs, Gigs“.

Text: Nicole Oppelt/Lina Burghausen


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